Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für Juli 2010

Vergesst die Nationen

Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 7:42

Wer braucht eigentlich Nationen, wenn sie keine Armee mehr haben und die Steuern nicht mehr selbständig festlegen können? Die Schweiz hat keine funktionsfähige Armee mehr und die Steuern für Unternehmen so tief angesetzt, dass wir hoch attraktiv sind für einreisende Ausländer. Bieten wir diesen steuerlichen Vorteil nicht mehr, werden die “Söldner der Konzerne” (Dr. Konrad Hummler, Wegelin & Co.) in das nächste Land weiter ziehen, z. Bsp. nach Singapur. In Griechenland drohen die Firmen mit Abwanderung, weil der Finanzminister von ihnen höher Steuern verlangt, um das Land zu sanieren. Solche Spesen übernimmt üblicherweise das Volk, das aber in Athen auf den Strassen demonstriert. Wir sollten die Nationen auflösen, denn für die Erhaltung demokratischer Führer wie Sarkozy, Merkel und Berlusconi lohnt sich der ganze Aufwand nicht mehr. Kosten und Ertrag stehen für eine Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr im richtigen Verhältnis.
Gegenüber der EU ist auch Skepsis angebracht. Dort werden industrielle Grossprojekte gefördert, deren Ertrag nicht gesichert ist, dort fliesst das Geld für die Landwirtschaft in die Taschen der Konzerne und des europäischen Adels, dort werden Militärkommandos für Somalia finanziert, was mindestens so sinnlos ist wie der NATO-Einsatz in Afghanistan. Alt Staatssekretär Prof. Dr. Franz Blankart meint, in der Schweiz “hätten Politik und Wirtschaft den angeblichen Königsweg der bilateralen Verträge hochgejubelt.” Gerade für einen Erzfreisinnigen ist dies ein hartes Urteil. Die Beitrittsbefürworter, wie Prof. Dieter Freiburghaus, können sich auch nur zur Aussage aufraffen “Ich selber finde die EU nicht wahnsinnig attraktiv, aber es würde der Schweiz wohl einige Impulse geben, wenn sie mitmachen würde.” Impulse? Immerhin hat Peter Spuhler, dessen politischer Oberstratege Dr. Christoph Blocher wieder zur Hellebarde gegen den EU-Beitritt greifen will, aus dem EU-Kohäsionsfonds für Stadler Rail 80 Mio Euro für Züge in Estland erhalten. Und “Walti” Frey (Emil Frey-Gruppe), der Finanzchef der SVP, macht in der EU höhere Umsätze als in der Schweiz.

Neue deutsche Slums

Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 7:42

Alleinstehende deutsche Hartz IV-Empfänger sollen künftig mit 25 qm Wohnfläche auskommen, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Das wären 16 qm für Küche, Esszimmer und Bett sowie 9 qm für Dusche/Bad und Abstellflächen. Das deutsche Prekariat lebt allmählich schlechter als viele Favela-Bewohner in Sao Paulo, als die Invasiones in Bogota oder “slumdogs” in Mumbai. Wer kann, flüchtet nach Osterreich oder in die Schweiz. Das tun auch die sehr reichen Deutschen, die sich bevorzug auch im Kanton St. Gallen ansiedeln.

Vatikanische Bilanztechnik

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 12:55

Der Vatikan hat ein Budget von Euro 250 Mio., wovon gut 80 Mio vom Peterspfennig und 50 Mio. von der Vatikanbank. Dies Budget ist nicht identisch mit dem dem Heiligen Stuhls, das der Papst direkt verwaltet und bedeutet grösser ist. “Propaganda Fide”, die mächtige Glaubenskongregation zur Evangelisierung der Völker, hat ein Vermögen von rund neun Mia. Euro. Ein ehemaliger KcKinsey-Mann, Ettore Gotti Tedeschi, soll nun Ordnung machen.

eBanking fast ein Flop

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 12:49

Irgendwie zweifle ich seit langem. Nur 15 % aller Schweizer nutzen das eBanking. Sehe ich den Aufwand, mit welchem die Banken seit Jahren diese Dienstleistung anbieten, finde ich das wenig. Wie wichtig für die intelligenten Schweizer das Internet wirklich ist, weiss niemand. Ich weiss, dass sehr viele, sehr erfolgreiche Schweizer sich weigern, diese Spielzeuge zu benutzen. Gelangweiltes urbanes Volk mag dies tun und sich wichtig fühlen. Die meisten haben Wichtigeres zu tn.

Die Weisheit des alten Staatssekretärs

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 10:11

Prof. Dr. Franz Blankart, alt Staatssekretär und einer der besten Verhandler, welchen die Schweiz im letzten Jahrhundert hatte, sagt zur neuen EU-Diskussion: “Wenn die Schweiz EU-Recht vollumfänglich vollzieht, wird sie zur wirtschaftsrechtlichen EU-Kolonie mit lokaler Selbstverwaltung.”

Träumen Linke noch?

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 7:51

Gerardo W. Fischer, der Europa aus weitem Abstand betrachtet, hat eine Feststellung gemacht, die über den Tag hinaus weist: “Typische Linke verstehen wohl nicht so recht zu träumen; sie sehen eher kalt und grau wirtschaftliche Ungerechtigkeit und viel weniger Ziele, für die sich zu leben lohnt.” Stimmt das? Das Linke hatte, nimmt man es enger, seit 1840 einen grossen Traum, der spätestens 1989 geplatzt ist. Mehr noch, der grösste kommunistische Staat der Welt, China, fördert den Kapitalismus erfolgreicher als die Kapitalisten selber. Kuba steckt im Skelett des Fidelismo, der seinen Menschen viel gebracht hat, gemessen an den sonstigen Zuständen in Lateinamerika, aber unter dem Boykottdruck der USA fast erstickte. Der linke Traum ist ausgeträumt, auch wenn die Superreichen der westlichen Welt Angst haben, sie würden demnächst aus den Banlieus überrollt. Ohne Traum wird das Leben flach und konsumistisch.

Finanzausgleich halb so schlimm

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 7:34

Der Kanton Zürich jammert, er wolle nicht weiter Fr. 552 Mio. in den nationalen Finanzausgleich zahlen. Dabei erhalten die Stadt Zürich und die Stadt Winterthur alleine von den arbeitsamen Gemeinden am Zürisee Fr. 412 Mio. und Fr. 86 Mio. als jährlichen Zuschuss für ihre Budgets, woraus Zürich u.a. die wichtige Investition eines Hafenkrans tätigen will. Nicht einmal die Winterthurer Stadtregierung klagte gross, als man ihr kürzlich einige Millionen an Zuschüssen strich, denn Geld ist genügend vorhanden. Merke: Wer jammert, muss kein Bauer sein.

EDU – Gottes vergessene Kinder

Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 7:27

EDU-Nationalrat Brönnimann will eine zweite Eva Herrmann werden. Gott habe seinen Segen für die Loveparade nicht gegeben, meint er gegenüber den Medien. Das mag stimmen aber trotzdem sollte man nicht aus Mediengeilheit über die Opfer herfahren. Sie zu benutzen, damit man endlich mal wieder in die Medien kommt, ist stillos – eben, Eva Herrmann Stil. Bei der Vergabe von Stil und politischem Erfolg wurde die EDU von Gott auch nicht sonderlich gesegnet. Vielleicht beten die EDU-Mitglieder zum falschen Gott oder sprechen so zu Gott, dass er sie eben mit politischem Misserfolg straft.

Fidel Stöhlker

BP mit neuem Chef und alten Problemen

Dienstag, den 27. Juli 2010 um 9:34

Bob Dudley soll es richten. Ein neuer Chef, der bereits die alten Probleme als Krisenmanager genau kennt, soll jetzt möglich machen, was bisher misslang. BP steckt in der tiefsten Krise. Die Deepwater Horizon entpuppte sich nicht als Geldquelle, sondern als Grund für den 17 Milliarden Dollar Verlust des Konzerns. Dudley muss als Amerikaner das Image des britischen Öl-Giganten wieder aufbauen. Eine Monsteraufgabe in diesem speziellen Fall. Schafft es Dudley nicht, trotz seiner Nähe zu den Südstaaten, die Stimmung in der Bevölkerung wieder anzuheben, wird dieser Job auch für ihn als Falle enden. Schafft er es, mit der Ausgleichsbohrung den weiteren Austritt von Öl zu stoppen, wird er als amerikanischer Held gefeiert. Bisher hatte er als Chef-Krisenmanager auch keine Lösung für den Golf von Mexico, womit Tony Hayward zum Bauernopfer wird. Dudley hat nur eine Chance, wenn er seine Kommunikation nach aussen intelligenter als diejenige von Hayward orchestriert.

Fidel Stöhlker

Verwerfungen

Dienstag, den 27. Juli 2010 um 8:31

Wenn Martin Meyer in der “NZZ” einen ältlichen Professor einer Schweizer Hochschule über erotisches Kapital schreiben lässt, muss dieser, Peter Gross, Emeritus für Soziologie und eher politisch links stehend, natürlich zum Schluss kommen, dass dies von begrenzter Laufzeit ist, ganz im Gegensatz zum kulturellen Kapital, welches der Autor sich in hohem Masse selber zuspricht. Gross meint, erotisches Kapital spiele nur in einem bestimmten Alter und nimmt nicht zur Kenntnis, dass gerade die Kombination von ökonomischem Kapital mit erotischem Kapital (i.e. attraktives Model oder Krankenschwester heiratet älteren HNIV) von beängstigender Aktualität ist. Die Kombination von erotischem Kapital mit kulturell-politischem Kapital können wir nicht nur in Paris, sondern auch am Beispiel des neuen deutschen Bundespräsidenten bewundern. Sean Connery, Clint Eastwood und in der Schweiz lange Zeit Dölf Ogi, verkörpern auch erotisches Kapital für viele im fortgeschrittenen Alter. Mir ist jedoch kein HSG-Professor und kein NZZ-Redaktor bekannt, dem solches nachgesagt würde.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog