Sepp Blatter hält die Zügel straff in der Hand aber der öffentliche Druck lässt ihn offenbar nicht mehr kalt. Erst weigert er sich, die Kontrollen im Fussball zu verschärfen, nachdem so viele Schiedsrichter-Fehler passiert sind und dann schmeisst er aus politisch motivierten Gründen den fähigsten Schiedsrichter, einen Landsmann von Blatter, aus der WM. Hier stimmt etwas nicht und Sepp Blatter scheint sehr langsam aber sicher zu merken, dass auch er Fehler macht und das ausgerechnet in der Kommunikation. Unerklärbar ist die Tatsache, dass Busacca als aussichtsreichster Final-Kandidat gehen muss und der Saudi Khalil Ibrahim Al Ghamdi bleiben darf. Das ist Politik und Sepp Blatter unterwirft sich ganz offensichtlich den Stimmführern, vielleicht aus Angst vor der Abwahl als Präsident. Schade ist jedoch, dass Sepp Blatter, der so vieles prima gemacht hat, jetzt politisch motivierte Entscheidungen trifft, vielleicht aus Eigeninteresse. Der edle Lack an seiner Karosserie fängt an zu blättern und wenn er dieses Imageproblem nicht in den Griff kriegt, wird die Fussball WM in Südafrika die WM der Pleiten und Pannen und wer ist als Organisator dafür verantwortlich: die FIFA. Beobachten wir also, ob Blatter die Kommunikation wieder in den Griff bekommt und sein Strahlemann-Image keinen Knick erhält.
Fidel Stöhlker