UBS-Villiger gegen Vergütung von Versagern
14. April 2010 um 10:21An der momentan laufenden UBS GV in Basel sagte VR-Präsident Villiger eben, dass Versager in ihrer Bank keine Sondervergütungen erhalten sollen. Das ist eine vernünftige Grundlage aber ab wann gilt ein Manager als Versager. Wenn er seine Teams nicht im Griff hat oder wenn der Überblick über sein Ressort fehlt? Oder wird man zum Versager, wenn man Kunden nicht halten kann oder sogar Milliarden Kundengelder verzockt? Hier gehen die Meinungen der Aktionäre nicht einig mit denen der UBS-Manager. Eigentlich müsste demnach der alten Führungsgarde die Decharche nicht erteilt werden, zumal sie der Bank sehr hohe Verluste eingefahren und gleichzeitig einen schier unbezahlbaren Imageschaden verursacht haben. Sind das die Versager von denen Kaspar Villiger spricht?
Fidel Stöhlker


am 14. April 2010 um 11:47 Uhr.
Es gibt eine neue Frage: bei Lehmann Bros hat der Bericht Bilanzfälschungen via neue Tricks entdeckt. Es wurde laut, dies wurde bei allen Banken praktiziert. Die Frage muss gestellt und beantwortet werden, wurden die neu bekannte Tricks auch be Schweizer Banken angewendet?
am 14. April 2010 um 12:29 Uhr.
Gebannt sitze ich seit 10.30 Uhr vor dem Stream und verfolge die GV. Peinlich ist weniger Villigers Basel/Zürich Verwechslung wie dies Blick.ch moniert. Peinlich sind einige Voten von Kleinaktionären. Auf die Bühne stehen und ein paar schlecht gebasteltete Pointen hinausstottern, mein Gott, dafür gibt es die Basler Fasnacht. Wer sich unbedingt produzieren will und seine schwachen Dossierkenntnisse präsentieren möchte, der soll dies gefälligst im Leuen oder im Bären tun und nicht an einer Veranstaltung, die wegweisend für den Bankenplatz Schweiz ist. Oder bei Stöhlker einen Kommunikationskurs besuchen.
am 14. April 2010 um 17:49 Uhr.
Spätestens heute, nach der Verweigerung der Entlastung von UBS-Management und Verwaltungsrat für das Jahr 2007 durch die Aktionäre, ist klar geworden, wie tief das Misstrauen sitzt.
Spätestens heute ist aber auch klar geworden, dass die Führung der UBS noch immer nicht begriffen hat, wie Vertrauen geschaffen wird. Die Traktanden 3.1 – 3.3 hätten schlicht nicht aufgeführt werden dürfen.
Spätestens heute war ersichtlich, wie unwohl es dem Verwaltungsrat-Presidenten Villiger war bei diesem Traktandum.
Spätestens seit heute ist aber auch klar, dass Herr Villiger einzig als Feigenblatt vor den Karren gespannt wurde und er seine Reputation zusehens verloren hat.
Spätestens seit heute ist klar, dass die UBS nichts aus den Vorfällen der vergangenen Jahre gelernt hat, denn entgegen den Beteuerungen ist sie gerade zur Zeit wieder dabei Richtlinien nicht einzuhalten (siehe z.B. die aktuelle Praxis bei der Hypothek-Vergabe in der Schweiz).
Spätestens seit heute ist klar, dass die Wirtschafts-Ausbildung kläglich versagt hat. Zitat aus Brand 1:
“Henry Mintzberg plädiert für die Abschaffung der MBA-Studiengänge, weil dort asoziales Verhalten trainiert werde, also Führungsinkompetenz. Wir sehen, dass die Frage der Staatshilfe für Banken eng mit der Frage der Reform des Bildungssystems gekoppelt ist: nicht nur als gesteigerte Investition in die Bildung, sondern vor allem in Reflexion auf das, was eigentlich gelebt wird. Alfred Herrhausen sprach einmal von der Anforderung an ‚gebildete Manager‘.
Was hat die Ökonomie als Wissenschaft geleistet? Nobelpreise wurden für ‚intelligente Finanzderivate‘ vergeben. Welche Illusionen hat die Ökonomie genährt?”
Spätestens seit heute ist klar, dass wir erst am Anfang des Weges stehen, den sowohl Herr Grübel als auch Herr Villiger sind noch immer Teil des Problemes und nicht dessen Lösung.