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Das Bündner Mediendebakel der Kampftouristikerin

12. March 2010 um 10:52

Ariane Ehrat, die gegen Hanspeter Danuser gewählte Engadiner Tourismus-Direktorin, ist wieder einmal tief ins Fettnäpfchen eingestiegen. Die 49jährige Kampftouristikerin warf der 74jährigen Edelfeder Margrit Sprecher, Trägerin des Bündner Literaturpreises 2008, schriftlich vor, sie habe ihr mit einem Artikel in der renommierten deutschen Wochenzeitschrift “Die Zeit” die Ehre abgeschnitten. Sie verlangte, gut juristisch, aber schlecht abgesichert, dieser Artikel über sie und St. Moritz müsse aus den Archiven gelöscht werden. “Die Zeit” folgte dem natürlich nicht, womit die Blamage für Ariane Ehrat eine doppelte und zudem internationale ist, sind die Deutschen doch wichtige Kunden im Bündnerland. Derlei wäre Hanspeter Danuser nie geschehen, der natürlich keine Freude daran hat, wie die von ihm geschaffene Marke “St. Moritz” in den Orkus abgleitet. Markenbildung ist eine grosse Kunst und verlangt Ausdauer wie globale Orientierung. Die moderne Tourismusmarke Schweiz wurde eigentlich in den 60er bis 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschaffen, als Schweiz Tourismus, SBB und Swissair glänzend kooperierten. In gewissem Masse konnte die “Aera Schmid”, die jetzt zu Ende geht, wieder daran anschliessen. Wir dürfen neugierig sein, welche personellen Entscheide jetzt getroffen werden. Ariane Ehrat hat sich auf jeden Fall disqualifiziert für die nationale Aufgabe; sie steht jetzt erst einmal unter näherer Beobachtung.

2 Kommentare zu “Das Bündner Mediendebakel der Kampftouristikerin”

  1. Fred David

    Sorry, wiederum die Frage: Warum erscheinen solche Artikel wie jener Margrit Sprechers in ausländischen Zeitungen? Warum nicht in Schweizer Medien?

  2. Fred David

    Es lohnt sich, den Artikel online zu lesen (unter: sprecher der geruch des geldes).

    Muss eine 74jährige Reporterin ihren Schweizer Kolleginnen und Kollegen zeigen, wie Journalismus auch gehen kann? Offensichtlich.

    So erfährt man immerhin, dass der Deutsche, der kürzlich in St.Moritz zusammengeschlagen wurde, nur weil er Deutscher ist, kein 5-Sterne-Hotelgast war (auch das wäre natürlich kein Grund!), sondern ein Bauarbeiter. Er hatte ausserdem das Pech, 0,63 Promille Alkohol im Blut zu haben, was in St.Moritz an sich kein rares Ereignis ist. Der arg Zugerichtete (ausgeschlagene Zähne, gebrochenes Nasenbein) musste, bevor er seine Anzeige wegen des Ueberfalls auf dem Polizeiposten zu Protokoll geben durfte, zunächst eine Busse von 600 Franken hinblättern.

    Es sei keineswegs der erste Fall dieser Art in St.Moritz gewesen, nur habe man bisher alles unterm Deckel halten können. Kein Wunder , dass auch die Kurdirektorin nichts davon wissen will.

    Warum erfahre ich so etwas nicht aus Schweizer Medien? Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.

    In einem Leserkommentar zu dem “Zeit-”Artikel schreibt ein “passepartout”, der schon länger in St.Moritz wohnt:” Ich möchte mich bedanken für den Artikel, da ich mich schon oft gefragt habe, wieviel Geld St.Moritz an diverse Fernsehsender und Zeitungen zahlt, damit kein wirklich objektives Bild über diedsen Ort und seine Menschen an die Oeffentlichkeit kommt.”

 
     
     
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