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Weblog
Tagesarchiv für 11. März 2010
Donnerstag, den 11. März 2010 um 12:40
Die FDP-Parlamentarier Fiala, Lüscher, Schweiger und Leutenegger haben offensichtlich nicht begriffen, dass die UBS im Sommer die Zustimmung der linken Politiker braucht, damit das Parlament der UBS-Vereinbarung mit den USA zustimmt. Fulvio Pellis Schwenk in Sachen Bankgeheimnis dient zu nichts anderem, als dafür eine parlamentarische Grundlage zu schaffen. Wenn nun die Fiala-Truppe der FDP den Eindruck erwecken muss, an alten Fronten zu kämpfen, gewissermassen den Rückzug zu decken, dann zeigt dies nur, wie wenig die FDP noch Politik macht, denn dieser Spagat öffnet den FDP-Reissverschluss wieder einige Zentimeter mehr. Am Ende stehen das freisinnige Chaos und die Restpartei, ein dunkler Stern, nach 160 Jahren ausgebrannt.
Politik | 2 Kommentare »
Donnerstag, den 11. März 2010 um 11:06
Die European Science Foundation in Strassburg stösst einen Alarmruf aus. Wir werden in den kommenden Jahren an unseren Universitäten in Europa weniger Studenten und daher auch weniger Wissenschaftler haben. Die ESF stellt für 30 europäische Staaten Finanzmittel zur Verfügung und sollte dies wissen. Junge Wissenschaftler würden bei uns zu schlecht bezahlt, die Aufstiegschancen an europäischen Universitäten wären unklar definiert und wenig attraktiv. Klar, wenn bei uns jeder einfache Bankberater einer Grossbank, wie UBS oder CS, Sfr. 300’000 verdient, bleibt für Wissenschaftler wenig übrig.
- James Watson war 25, als er die DNA-Struktur entschlüsselte.
- Isaac Newton war 22, als er seine ersten Arbeiten vorlegte.
- Einstein war 26, als er siene wichtigsten Arbeiten schrieb.
- Werner Heisenberg war 25, Marie Curie 29, Galileo 22, Robert Oppenheimer 23, als sie an ihren entscheidenden Werken arbeiteten.
Unsere Hochschulen in der Schweiz haben noch nie vergleichbare Daten geliefert.
Gesellschaft | Keine Kommentare »
Donnerstag, den 11. März 2010 um 8:27
Als Menschen sind mir die Grünliberalen nicht unsympathisch, sind es doch Freisinnige, die sich einen grünen Anstrich verpasst haben, oder Abkömmlinge von Sozialdemokraten, die mit Gewerkschaften und Sozialismus nichts mehr anzufangen wissen. Technisch gesehen sind die Grünliberalen eine Abspaltung der Grünen, Realos gewissermassen, die zur Schwächung der noch überflüssigeren Grünen beigetragen haben, die, gemessen an ihrem Anspruch, im Amt überhaupt nichts zu leisten vermögen, wie die Grüne Ruth Genner im Zürcher Stadtrat bisher bewiesen hat. Die Grünliberalen wollen KMU und Greentech-Firmen fördern, um Zürich von der Abhängigkeit der Banken zu befreien. So etwas Verrücktes habe ich schon lange nicht mehr gehört. Der Niedergang der in St. Gallen dominierenden Textilindustrie hat der Stadt während 20 Jahren eine Stagnation beschert; erst dann kam es zu einem neuen Aufschwung, getragen von Firmen wie Abacus, Akris, Wegelin, Malik Management Zentrum, der St. Galler Kantonalbank und dem Kantonsspital. Es waren stockbürgerliche Menschen, wie es auch die Vertreter der Uni St. Gallen waren, die der Ostschweizer Metropole einen neuen Aufschwung brachten, nicht Grünliberale Politiker, die sich, wie Zora Ledergerber in Zürich, davon ernähren, dass sie als Berater zur Einführung “interner Meldesysteme zur Meldung von Missständen” durch das Leben schlagen.
Politik | 2 Kommentare »
Donnerstag, den 11. März 2010 um 8:26
Die jüngsten Niederlagen des Altfreisinns im Kanton Zürich, der nun definitiv zu einem Schrumpf-Freisinn geworden ist, haben nur die Freisinnigen überrascht. Niemand will die Niederlagen geahnt oder auch nur verschuldet haben. Deshalb sei an dieser Stelle an einige Tabuzonen gerührt, die in Stadt und Kanton Zürich matchentscheidend waren:
1. Der Freisinn kann seine Botschaften nicht mehr kommunizieren, weil in den Vorständen und in den Wahlkampfleitungen niemand sitzt, der von politischer Kommunikation etwas versteht.
2. Das zwanghafte Bekenntnis des Zürcher Freisinns zu linken Postulaten (in Zürich vertreten durch Stadtrat Martin Vollenwyder, in Winterthur durch Alt-Stadtrat Peter Arbenz) führt zu gar nichts als Niederlagen, sind die freisinnigen Wähler doch bürgerlich.
3. Die seit 20 Jahren dauernde ebenso verkrampfte Abwehr einer Zusammenarbeit mit der kantonalen FDP schadet dem Freisinn wie der Blocher-SVP. Beide Parteien haben in der Folge Politiker zu den Wahlen aufgeboten, die man nur zweit- bis drittklassig nennen kann.
4. Der noch vor 20 Jahren grosse innere Abstand zwischen nationaler und kantonal-lokaler Politik ist aufgrund der veränderten Medienlandschaft auf nahezu Null geschmolzen. Die Fehler des Steinegger-Langenberger-Schweiger-Pelli-Freisinns haben direkte negative Auswirkungen auf die lokalen Wähler.
Weil die um ihre Glaubwürdigkeit kämpfenden FDP-Spitzen kantonal wie national ratlos sind, fahren sie einen politischen Kurs (Steuern, Bankgeheimnis im Inland, Weissgeld-Politik, Gesundheitspolitik), der dem eines Betrunkenen gleicht. Deshalb siegen die Stammwähler-Parteien, wie die SP und die SVP, oder die neuen Splitterparteien der Grünen und Grünliberalen. Wir sind definitiv bei einer Italianisierung der Schweizer Parteienlandschaft angelegt, an welcher der freisinnig-liberale Fulvio Pelli keine geringe Schuld trägt.
Politik | 2 Kommentare »
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