Unglaubliches Schweizer Volk
10. März 2010 um 9:36Zuerst haben die Zürcher die reichen Ausländer vor die Tür gestellt, die nur Pauschalsteuern bezahlen wollten. Das Volk entschied gegen die eigene Regierung, die bürgerlichen Parteien und den latenten Widerstand der Banken, Treuhandfirmen und Anwälte. Dann hat das Volk die Minarett-Initiative angenommen, auch gegen den Widerstand seiner “classe politique” und der Intellektuellen. Jetzt hat das Volk mit einer 70 %-Mehrheit in der Pensionskassenfrage erneut gegen seine eigene Führung entschieden. Wie es aussieht, gewinnt das Schweizer Volk allmählich Freude an seinem Muskelspiel.


am 10. März 2010 um 9:56 Uhr.
….könnten das Anzeichen einer Rebellion sein?
am 10. März 2010 um 10:40 Uhr.
…oder – ENDLICH – das Aufblitzen des Anfangs der zu Ende gehenden der 200 jährigen Obrigkeitshörigleit !
am 10. März 2010 um 11:06 Uhr.
Politik kann man durchaus als “Spiel” bezeichnen: aber bitte als ernstes Spiel der Kräft.
Das hier erwähnte “Muskelspiel” ist unbedingt nötig, denn in der Schweiz darf keine “Classe politique” entstehen. Sobald es in einem Land eine in sich geschlossene Kaste von Politikern gibt, geht der Staat zu Grunde.
Auch innerhalb den Parteien darf es dieses Abheben / Entfernen von der Basis nicht geben, sonst erleidet die Partei Schiffbruch. Das trifft zu für alle Parteien aber auch alle anderen Gruppierungen, Religionen, Gesellschaften etc. Wer sich zu sehr von der Basis entfert, verliert diese Basis und damit die Legitimation.
am 11. März 2010 um 18:45 Uhr.
@ Werner: Das ist sehr demokratisch gedacht und meistens wohl richtig. Trotzdem ist die Welt komplizierter: Spitzenpersönlichkeiten mit vielleicht sympathischer, vor allem aber irgendwie “starker” Ausstrahlung werden von den Mehrheiten schon bald fast kritiklos verehrt. Nörgler liebt man nicht, aber die Masse ist mangels ausreichender Erziehung für ein gerechtes, demokratiegemäßes Verhalten oft zu dumm und wird Opfer von Diktatoren. Es ist wohl wichtig, dass die wirklich Denkfähigen einer Gruppierung es auf sich nehmen, einen Gesprächskanal zum Amtsinhaber offenhalten. – gwf