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Tagesarchiv für 10. März 2010

Scheinehe der Sarkozys

Mittwoch, den 10. März 2010 um 15:26

Die Franzosen und die Liebe. Das Präsidentenpaar befindet sich in einem Strudel der Spekulationen. Gehen die beiden fremd? Natürlich ist die Ehe von Nicolas Sarkozy und Carla Bruni eine Art Scheinehe. Wer etwas anderes glaubt, ist ganz schön naiv. Er, ein kleiner machtgieriger Ehrgeizling, schmückt sich mit einer schönen, landesweit bekannten Sängerin. Durch die Ehe mit Nicolas hat sie hat den Olymp der Bekanntheit erreicht. Eigentlich könnte sie ihn jetzt abschiessen, denn ihr Ziel ist erreicht. Sie will berühmt und beliebt sein, und er wünscht sich ein Image als Polit-Held und echter Hengst. Lassen wir den beiden ihre Freuden, denn in Deutschland und der Schweiz ist es nicht anders. Hier ein paar Beispiele von “Scheinehen” Prominenter: Lothar Matthäus und seine Liliana, Boris Becker und all seine Frauen, Sarah Kern und ihr Goran, Thomas Borer-Fielding und seine Shawne und der Unterhaltsamste von allen – Dieter Bohlen. Dort geht’s weniger um die Ehe, denn da ziert sich der blonde super Macho ja gerne mal. Aber seine Beziehungen nützen eigentlich nur den Damen an seiner Seite. Also, nennt man solche Ehe-Beziehungen wirklich Scheinehen? Nein, der korrekte Ausdruck ist Nutzehe.

Fidel Stöhlker

Bistum Basel baut ab

Mittwoch, den 10. März 2010 um 10:11

Es ist absolut ungewöhnlich, wenn der Chef und sein CEO, als welcher sich Roland-Bernhard Trauffer im Bistum Basel gerne bezeichnete, gleichzeitig gehen. Die Geistlichkeit ist beunruhigt, die römisch-katholischen Gläubigen im Bistum Basel sind es weniger, ging von beiden Herren doch häufig ein eher unfrommer Geist aus, dem die Gottesliebe fehlte. Wohin Bischof Kurt Koch tatsächlich gehen wird, der einst als strahlend-liberaler Star der katholischen Kirche nach Solothurn gerufen wurde, von wo aus er sein Bistum aus einem Barockpalast regiert, weiss nur der Papst und dessen Personalchef. Warum Bischof Kurt Koch gehen wird, ist ebenfalls ein Rätsel. Weil auch der wortradikale Generalsekretar, obwohl erst 65 und noch voll handlungsfähig, wieder nach Lateinamerika gehen will, wird das Rätsel nicht geringer. Es sieht danach aus, als wolle die Schweizer Bischofskonferenz, in aller Stille natürlich, zusammen mit dem Vatikan, einen gordischen Knoten durchschlagen und im Bistum Basel Ordnung schaffen. Aber worin bestand die Unordnung? Wegen des Röschenzer Pfarrers Sabo, der in aller Herrlichkeit weiter predigen darf, macht man solche Übungen nicht.

Good morning, CaliGreece

Mittwoch, den 10. März 2010 um 9:52

Griechenland mit elf Mio. Einwohnern ist ein ewiges Fragezeichen an der Südostküste Europas. Wer meint, dort noch sokratische Nachfahren zu finden, irrt. Woher diese ägaischen Abenteurer stammen, die seit Jahrzehnten ihr eigenes Land ruinieren, wissen höchstens die Gen-Forscher. Griechenland ist pleite wie Kalifornien, die achtgrösste Wirtschaftsnation der Welt. Dem Niedergang des selbstmörderischen Rasers Haider folgt nun der eigenverursachte Bankrott des anderen Kärtners, Arnie Schwarzenegger. Beide haben unsere Phantasie beflügelt, wenigstens das.

Unglaubliches Schweizer Volk

Mittwoch, den 10. März 2010 um 9:36

Zuerst haben die Zürcher die reichen Ausländer vor die Tür gestellt, die nur Pauschalsteuern bezahlen wollten. Das Volk entschied gegen die eigene Regierung, die bürgerlichen Parteien und den latenten Widerstand der Banken, Treuhandfirmen und Anwälte. Dann hat das Volk die Minarett-Initiative angenommen, auch gegen den Widerstand seiner “classe politique” und der Intellektuellen. Jetzt hat das Volk mit einer 70 %-Mehrheit in der Pensionskassenfrage erneut gegen seine eigene Führung entschieden. Wie es aussieht, gewinnt das Schweizer Volk allmählich Freude an seinem Muskelspiel.

Munteres priesterliches Treiben ist teuer

Mittwoch, den 10. März 2010 um 9:17

Diese ekelerregenden Vorgänge in katholischen Klöstern und Schulen, wo rund um die Erde Abhängige körperlich missbracht und sexuell ausgenutzt werden, haben mich eigentlich nur am Rande beschäftigt. Die katholische Kirche ist offensichtlich kaum willens, ernsthafte Änderungen vorzunehmen, verteidigt sie ihre Position doch häufig damit, dass sexueller Missbrauch in erster Linie innerhalb von Familien stattfinde. Sie, welche die Familie zu schützen vorgibt, belastet damit eine Institution, die ohnehin wenig Lebenskraft zeigt. Das muntere priesterliche Treiben innerhalb und ausserhalb des Vatikans hat jetzt aber dazu geführt, dass der Jesuitenorden in den USA Insolvenz beantragen musste. Er trat in das “chapter 11″ ein, ein juristischer Status, der Sammelklagen verhindert. In Alaska zahlte der Jesuitenorden bereits 34 Mio. Euro 110 Opfer aus, die von Geistlichen missbraucht worden waren. Die katholische Erzdiözese Los Angeles wurde zugunsten von 500 Betroffenen auf die Zahlung von 480 Mio. Euro verurteilt. In der Schweiz breiten wir bisher das Tuch der Barmherzigkeit über solche Vorgänge aus.

Noch eine Professoren-Weisheit

Mittwoch, den 10. März 2010 um 8:42

Peter Littmann, einer der berühmtesten deutschsprachigen Marketingprofessoren, lässt uns wissen: “Für arme Menschen ist Shopping kein Spass.” Ja, das habe ich mir immer gedacht.

Äffische Spiele

Mittwoch, den 10. März 2010 um 8:32

Die bekannten drei Affen, welche sich die Augen, die Ohren und den Mund zu halten, um nichts zu sehen, zu hören und zu sagen, haben eine Steigerung erhalten. Publizist Roger de Weck, ein Edelgeist unseres Landes, hält geheimnisvoll beide Hände über dem Hinterkopf verschränkt, um uns mitzuteilen, dass die Wahl von Roger Federer zum Werbeträger von Rolex ein Fehler sei, weil beide nicht zueinander passen würden. Roger Federer, auf den Rolex-Inseraten, hält beide Hände hinter dem Nacken gekreuzt und blickt, ganz Rolex-Träger, selbstsicher lächelnd in die Zukunft. Was bedeutet dies?
- A) Wer die Hände über dem Hinterkopf verschränkt, macht sich grösser, gibt seinem Oberkörper und speziell dem Kopf eine Aura, fast einen Heiligenschein.
- B) Wer die Hände hinter dem Nacken kreuzt, liegt entweder besiegt auf dem Boden und sucht sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Sitzend jedoch schiebt diese Haltung den Kopf nach vorn, sodass die Person sich attraktiver darbietet, weil sie näher beim Betrachter ist.
Die Haltungen, welche de Weck und Federer angenommen haben sind von beiden bewusst gewählt. Während die Affen sich letztlich verstecken, handelt es sich bei dem Selbstdarsteller-Duo um einen eher pfauenhaften Wettbewerb, wo der Schönste gewinnen will.

Schwarzwald wirbt bei lärmgeschädigten Zürchern

Mittwoch, den 10. März 2010 um 8:31

Während noch gut 200 000 Zürcher unter einer unzumutbaren Lärmbelastung durch Süd- und Ostanflüge leiden, schreiben die baden-württembergischen Touristiker in Stuttgart (Frau Barbara Trossbach, Referentin Marketing, 0049-711-23858-0) gezielt die lärmgeschädigte Zürcher Bevölkerung an, um diesen Ferien im Schwarzwald schmackhaft zu machen. Wenn ich das richtig verstehe, will man in Stuttgart keine Nordanflüge, weil man dort den Tourismus nicht schädigen wolle. Wir sollen deshalb dort jetzt Ferien machen, weil man uns den Lärm der Deutschen (Swiss, Air Berlin) auferlegt hat. Regierungsrätin Rita Fuhrer hätte besser an dieser Front ernsthaft gekämpft, um ihren zerstörten Ruf zu retten.

 
     
     
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