Gegen alle Asketen: Geld macht Spass
9. März 2010 um 8:26Der Erfolg eines Menschen lässt sich an seinem Kontostand ablesen. Dieser Auffassung sind 84 % aller Chinesen. Konfuzius dient nur dazu, diesen Zustand zu erreichen oder die Schmerzen zu lindern, ist dies nicht der Fall. Die Medien berichten ohnehin nur über Konzerne und Konzernstars, dies obwohl der Mittelstand über 80 % der Jobs verfügt, dafür aber nur 16 % der Medienberichterstattung erhält, vernimmt man aus Deutschland. In der Schweiz ist es nicht anders. Wer will schon etwas über die geniale IT-Bude in Bern hören, die im kommenden Jahr wahrscheinlich pleite sein wird? Wer interessiert sich für den tüchtigen Schreinermeister aus dem Oberwallis, der die Krise überlebte, indem er sich auf die Herstellung von Fensterläden spezialisierte? Einige Banken leiden, weil sie 25 % ROE ausweisen wollen; ich kenne ein Dutzend KMU, die wesentlich mehr verdienen. Glauben wir den Chinesen: Geld macht Spass. Die Verehrer asketischer Künste mögen ganz, ganz liebe Menschen sein, aber ein wenig merkwürdig sind sie schon.


am 9. März 2010 um 16:05 Uhr.
Es ist ein Kunststück, zielstrebig viel Geld zu verdienen, wenn man zugleich andere Projekte im Auge hat, die keinen allzu langen Aufschub vertragen. Da wird man – beispielsweise als Schriftsteller – leicht zum Asketen, der weder zu Reichtum kommt, noch – mangels Geld für die richtige Propagierung – sein Projekt öffentlich zur Geltung bringen kann. Mit Geld allein wird niemand dauerhaft glücklich, der standardisierte Luxus wird fahl. Aber ein schönes Vermögen und genügend Ideen zur Lebensgestaltung machen bestimmt Spaß, sogar dauerhaft. – gwf