Der Abstieg
5. März 2010 um 13:39Immer dann, wenn man einmal Radio DRS hören möchte, weil die Nachrichten wichtig sein könnten, drängen sich die Verkehrsmitteilungen in das aktuelle Programm, weshalb der kluge Mensch nur sofort den Sender abstellen kann. Ebenso im Schweizer Fernsehen, wo seit Wochen ein dunkelhäutiges Mädchen über den Bildschirm tanzt und uns ein Sprecher von Swissaid wissen lässt, sie sei von einem “skrupellosen Grossgrundbesitzer” ausgenutzt und vertrieben worden. Mit Swissaid hätten sich “alle Dorfbewohner ihren Besitz zurück erkämpft.” Ist Swissaid eine neue Guerillatruppe, die sich aus Spendengeldern finanziert? Wie soll man diese Aussagen verstehen? Derlei Informationen machen immobil, lösen Ängste aus und lassen den Bürger verstummen. Gegen Verkehrsnachrichten lässt sich nichts tun, wenn man Chopin hören möchte. Wir können höchstens den Geldbeutel öffnen, um weitere skrupellose Grundstücksbesitzer zu verjagen. Waren es übrigens Weisse oder Schwarze? Ebenso eindrücklich war auf DRS 2 das Ganztagesprogramm über den Solothurner Schriftsteller Peter Bichsel, ein kurlig raunendes Museumsobjekt aus dem vergangenen Jahrhundert, das einer Schweiz angehört, die sich heute im Prekariat verwirklicht. Derlei macht Eindruck, weshalb jedermann zu einem Kotau vor dieser Hochkultur verpflichtet ist, aber nach Bichsel kamen Milena Moser und Martin Suter, womit der sinkende Bildungsstand weiter Kreise verdeutlicht wird. Wäre die Schweiz alleine davon betroffen, würde dies die Welt wenig interessieren, aber auf Ronald Reagan folgten George W. Bush und Sarah Palin, auch dies eine Leiter des Abstiegs für die US.Konservativen.

