Oerlikon mal 2: Bilder und Poker
4. März 2010 um 8:47Emil Bührles Bilder, viele schöne Impressionisten, lassen sich derzeit im Kunsthaus Zürich bewundern. Gekauft wurden sie zu Billigpreisen vom deutschen Weltkriegsgewinnler, der Schweizer Waffen an die kriegführenden Mächte verkaufte, vor allem auch an die Hitler-Armee. Gleichzeitig haben sich die globalen Banken, Hedge Funds und ein russischer Milliardär, der schon einmal reicher war, Viktor Vekselberg, um die 16 000 Mitarbeiter zählenden Reste des Oerlikon-Konzerns zu einem Pokerspiel versammelt. Wer am besten zockt, erhält seinen Einsatz zurück und vielleicht einige hundert Millionen mehr. Vekselberg will nochmals 300 Mio. Franken setzen, die Citi Bank und Texas Pacific wollen mindestens den Einsatz, gut verzinst, zurück. Die Familie Bührle hat in der dritten Generation ihren Hauskonzern wieder verspielt. Mindestens haben wir bisher nicht vernommen, wie das in Frankreich und Deutschland laufend der Fall ist, der Staat müsse auch noch einen Beitrag leisten, um die Arbeitsplätze zu erhalten.


am 4. März 2010 um 10:02 Uhr.
….nein, der Staat wurde bisher nur gebraucht, als er innerhalkb von zwei Wochen ohne ausreichende Gesetzesgrundlagen und ohne ausreichende demokratische Abstützung ein 68-Milliarden-Paket zur Stützung der UBS schnüren musste.
‘s hat halt pressiert, da kann man auf den Rechtsstaat und demokratische Notwendigkeiten nicht immer so genau achten. Es muss genügen, wenn man die entsprechenden Gesetze nachreicht. Das passiert jetzt.
Aber niemanden scheint das wirklich zu kümmern. Der Rechtsstaat macht erst dann mobil, wenn es um den Schutz von Schwarzgeldkonten geht. Dann aber gehörig laut und auf allen Ebenen und über alle Kanäle.
Ueberigens: Vom Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts , Christoph Bandli, hat man verdächtig lange nichts mehr gehört. Vor ein paar Wochen hat er den Courant normal empfindlich gestört mit seinen Mahnungen. Hat man ihn inzwischen “ins Gebet” genommen?
Schon beim Finanzminister fiel auf, dass für ihn der “automatische Informationsaustausch” plötzlich kein Thema mehr war und die Justizministerin hat nur einmal kurz öffentlich darüber nachgedacht, dass man Steuerbetrug und Steuerhinterziehung auch im Inland gleichstellen müsse. Danach Schweigen.
Die Dinge laufe ziemlich seltsam.
Da wundert es wenig, wenn man die Vorgänge beim einst stolzen Oerlikon-Konzern am besten mit “Russischem Roulette” in Zusammenhang bringt.