Boni-Villiger irrt
3. März 2010 um 8:48Wie alt Bundesrat Kaspar Villiger für ein UBS-Salär von CHF 800 000.– die Boni seiner Banker verteidigt, ist im Kern unschweizerisch. Er sagt, ohne Boni würden der UBS die Banker davonlaufen; er könne das nicht ändern. Doch, Kaspar Villiger und seine obersten UBS-Mitstreiter könnten dies mit gutem Beispiel ändern. Noch vor gut zehn Jahren, vor dem McKinsey-Wuffli-Ospel- und Lukas Mühlemann-Zeitalter, waren die Bankiers stolz, bei der UBS arbeiten zu dürfen. Das Geld war wichtig, aber nicht entscheidend. Heute betreibt Kaspar Villiger eine Landsknechts-Bank, wo der Taler im Säckel klingen muss, damit die Truppen bleiben. Es handelt sich vielmehr um Führungsversagen und genau jene Zocker-Mentalität, die von Ospel-Minder-Lévrat und Darbellay beklagt wird. Villiger hat noch einen Verbündeten: Fulvio Pelli, der zur Zeit seine FDP in einen Abgrund führt, der noch tiefer sein wird als jener des UBS-Konzerns.


am 3. März 2010 um 9:35 Uhr.
Es tut schon fast weh, den von Tag zu Tag fortschreitenden Niedergang der FDP mit ansehen zu müssen. Die einst staatstragende Wirtschaftspartei ist zu einem desperaten Haufen von sich gegenseitig bekämpfenden Exponenten und –innen (!) verkommen. Die wenigen Besonnenen scheinen zur Zeit nicht genügend Einfluss zu haben oder halten sich – fälschlicherweise – vornehm zurück.
Es zeigt sich die völlige Krisenuntauglichkeit einer Klientel-Partei (Zit. Fred David). Statt mit strategischen Konzepten, die der gebeutelten (öffentlichen) Schweiz einen dringend benötigten Weg aus der Krise aufzeigen würden, setzt man auf irrelevante Aktionitis, siehe Anzeige gegen Deutschland, Parkplatz-Initiative etc.
Was hat heute der gemässigte, liberal denkende Bürger, der noch genügend Anstand besitzt, um sich nicht mit der SVP ins Lotterbett zu legen, für eine Wahl?
am 3. März 2010 um 10:21 Uhr.
@) Jaaa, Stanislav Hansen: Welche Alternativen hat der liberal denkende Bürger, dessen Wut langsam aber sichr steigt und der sich nicht ins besagte Bett legen mag?
Er muss sich ein eigenes machen.
Die Umstände schreien geradezu nach einer NEUEN MITTE SCHWEIZ (NMS).
Aber dazu braucht es , wie zu allem in der Schweiz, zunächst einmal Geld. Und zwar ordentlich Geld. Sonst wird nichts daraus – und es bleibt beim schöngeistigen Club Hélvétique….
am 3. März 2010 um 11:37 Uhr.
Zur Zeit hat die ‘auch Villiger-FDP’, dh die ‘Paradeplatz-Fraktion’ mit Staatsklagen gegen Deutschland gerade einen Harakiri-Anfall………….
Es gibt viele Wege in den definitiven Absturz, Frau Fiala !
am 3. März 2010 um 12:39 Uhr.
Das Problem ist, wie Hr Soiron ganz leise im Club hingewiesen hat, der Unterschied der Pensionskassen und anderen langfristigen Investoren und der Hedge Fonds. Die langfristigen Investoren vertreten sich im Vewaltgsrat, und Managemement sehr schlecht, die Hedge Fonds sehr gut. Ewig: “Das Geld geht aus schwachen Händen in starke Hände über”. Die Pensionskassenmanagement muss gestärkt werden, damit wäre das Boni-Problem und das BVG Umwandlungssatz Problem gleich gelöst.
am 3. März 2010 um 14:11 Uhr.
@Stanislav Nansen: es bedarf eines Blickes weit zurück, um eine FDP auszumachen, die als staatstragende Partei bezeichnet werden kann. Dies gilt aber im gleichen Masse für die CVP und auch für die SP. Alle grossen Parteien betreiben seit langem eine Mogelpackung, in der nicht drinnen ist, was drauf steht. Die Parteien haben ihren Horizont verloren und damit auch ihre Werte. Als Konsequenz laufen auch die Mitglieder weg und sammeln sich an den Rändern. Diese Entwicklung ist gefährlich und kann die Stabilität in einem Masse gefährden, welches wir erst noch kennen lernen werden.
Mal ganz abgesehen vom politischen Unsinn, es kann doch nicht im Interesse der Parteiführung sein, Einfluss zu verlieren, ist dieses Vorgehen langfrisitig völlig ineffizient. Kongruenz ist noch immer im privaten wie auch im Bereich von Organisationen die Basis für effizienz und Kostenbewusstsein. Wer weiss, woher er kommt, wo er steht, wohin er will und dabei selbstbewusst reflektiert wie er auf seinen Horizont zugeht (Leistungs- und Fähigkeits-Vermögen) wird erfolgreich sein.
Auch wenn ich mit der SVP und Herrn Blocher nichts am Hute habe, die SVP hat dies begriffen und ist “leider” die erfolgreichste Partei in der Schweiz, die Königsmacher. In einer Demokratie hat die “SVP” aber ihre Berechtigung, auch wenn man deren Standpunkte und Horizonte nicht teilt.
Dass die Herren Pelli, Merz und Villiger ein Teil des Problems sind und nicht deren Lösung scheint offensichtlich, dass diese Herren dies aber nicht begriffen haben und sich in Ruhestand verabschieden, ist ein Zeichen von Unreflektiertheit und somit von Lernunfähigkeit.
Im Falle von Management-Methodik betrifft dies auch Herrn Prof. F. Malik, der in einigen Punkten sicherlich Recht hat, doch auch er ist ein Teil jenes Denkens, welches uns in Probleme führt. Wer sein “Wunder-Tool” verkauft, wie es Herr Malik tut, signalisiert nur eines, ich bin OK, ihr nicht. Solchen Heils-Versprechungen hatten wir in der Vergangenheit genug, wie Herr Malik im Falle der amerikanischen Methoden selber feststellt. Es kann nur wiederholt werden Einfalt gefährdet die Zukunft, Vielfalt garantiert die Zukunft.
am 4. März 2010 um 9:38 Uhr.
@) Jürg Schönenberger: Die SVP ist eine Bewegung, die nichts bewegt. Rein gar nichts. Sie ist nicht dazu in der Lage, Vorstellungen für die Zukunft der Schweiz zu entwickeln.
Sie blockiert nur.
Diese Blockade kann allein eine revitaliserte politische Mitte lösen.
Aber Sie fragen natürlich zurecht: Wo ist die?
Wir haben nicht mehr so vie Zeit.
am 4. März 2010 um 10:42 Uhr.
@ Fred David: ‘Wir haben nicht mehr so viel Zeit’ – und wir haben ein Problem: Die überwiegende Mehrheit der Blogs in der Baz zum gestrigen Interview mit Günther Verheugen ist ‘Pro-Blockadepolitik’, sicher gegen die EU.
Was da an Hass, Häme und Verachtung an die Adresse unserer Nachbarn, ihrer internen Politik und an persönlichen Verunglimpfungen gegen verdiente euopäische Politiker und Organisationen geschrieben wird, erschreckt, ist die aufgegangene Saat einer langen Indoktrination und Isolations-Politik, in unserer Generation – kaum überwindbar.
Blockade als Staatsdoktrin, mehr Realität als Polemik !
am 4. März 2010 um 13:40 Uhr.
…und wenn ich heute in der NZZ sehe, dass s eine “Auto Allianz” mit Sitz in Zollikon sich eine ganze Textseite kaufen kann – die kostet richtig Geld – und dass es sich dabei um eine SVP-nahe Stiftung handelt (Michael E.Dreher, Luzi Stamm, Claudio Zanetti etc.), wird einem schon bewusst, welche finanzielle Power hinter dieser Milliardärspartei steht.
Wir erinnern uns, dass die FDP Schweiz seinerzeit für eine sehr begrenzt gefahrene Plakatkampagne gegen das Minarett-Verbot öffentlich Geld zusammenbetteln musste, weil sie die Aktion aus ihrem ordentlich Haushalt nicht mehr bezahlen konnte.
Da lohnt es sich schon, genauer hinzuschauen, was da abläuft.