Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Die Schweiz als ständiger Olympiade-Gastgeber?

1. März 2010 um 13:21

Es ist die Idee des US-Ruderers Charles Banks, der vorgeschlagen hat, die Schweiz, als Sitz des IOC, auch zum festen Gastgeber künftiger Olympiaden zu machen. Damit liessen sich Milliarden-Ausgaben vermeiden, die zum Bankrott von Städten und Staaten führen können, ganz wie Athen, das sich 2004 mit über USD 14 Mia. verschuldete, Geld, das es heute dringend brauchen könnte. Die Schweiz könnte eine olympische Infrastruktur aufbauen und unterhalten; sie kann auch während der Spiele touristisch und sportlich genutzt werden. Die Winterspiele für die Schweiz, vielleicht sogar die Sommerspiele, dies wäre eine Perspektive, die dem “City State Switzerland” entsprechen würde. Dieses Modell würde unseren Möglichkeiten entsprechen, weshalb ich empfehle, dass Bundesrat und kantonale Regierungen eine Olympia- Sonderkommission bilden, um dieses Zukunftsprogramm mindestens zu prüfen. Vancouver klagt unter den jetzt angefallenen Kosten, Beijing hat bisher wenig von den riesigen Stadien profitiert. Die Sport- und Tourismusnation Schweiz wäre das richtige neue Olympia des beginnenden 21. Jahrhunderts.

5 Kommentare zu “Die Schweiz als ständiger Olympiade-Gastgeber?”

  1. Fred David

    Naja, die Idee hat schon was.

    Aber da müsste zunächst einmal die Schweiz gewaltig in Vorleistung treten, ideell und materiell, um die Welt davon zu überzeugen, dass es einen Sinn macht, über Jahrzehnte dem reichen Land ein garantiertes Milliardeneinkommen zu sichern, zusätzlich zu den hunderten von Milliarden Franken aus globalem Steuerbetrug auf Schweizer Konten. Das gäbe sicher noch ein paar spannende Debatten.

    Und dann die vielen Ausländer , die da dauernd um uns herum wären!

    Und man müsste sicher doch noch ein paar MInarette bauen, um auch die Moslems zu gewinnen….

    Aber die ewige Nörgelei beseite: Man sollte das wirklich ensthaft prüfen.

    Relativ zügig und konkret. Und nicht wieder so flau zurückkrebsen, wie damals bei der Porta Alpina, aus der ein sensationelles, nationales Projekt hätte werden können. Aber da waren ein paar Millionen an Steuergeld schon zuviel.

    Da sollen doch die Medien mal ein wenig Dampf machen. Ist doch ein attraktives Thema.

    Das Projekt würde die verkniffene Schweiz öffnen wie eine Auster.

    Aufatmen! Durchatmen!

  2. Harry R. Wilkens

    Noch besser wäre es, die Olympischen Spiele ganz abzuschaffen. Die nerven nur. Zurzeit im Fernsehen werden wir damit vollgedröhnt, und bald wird es mit den Fussball-Weltmeisterschaften weitergehen… Hilfe!!!
    Ausserdem würde mit den Sicherheits- usw. Problemen Bern ein Bärendienst erwiesen.

  3. Stanislav Nansen

    Sehe das genau so wir Hr. Wilkens. Panem et circenses. Was hat machen diese megalomanischen Sportveranstaltungen sonst für einen Sinn?

    Ob die Rechnung für die Schweiz je aufgehen würde, ist keineswegs sicher. Ein Riesenapparat (Infrastruktur, Security etc.) wäre zu unterhalten – für einen Anlass der nur alle vier Jahre stattfindet. Denn es kann ja ernsthaft nur um die Olympiade im Winter gehen. Die Sommerspiele könnten zurück an den historischen Ursprung. Aber ob Griechenland daran genesen wird?

  4. Prof. Gerardo W. Físcher

    Die Völker und Staaten der Welt sind ja nicht mehr ganz so verfeindet wie vor Zeiten, als man die Olympischen Spiele als Ermahnung an alle Völker und Staaten, dass man auch friedlich miteinander umgehen kann, in Anlehnung an das altgriechische Vorbild schuf. Aber richtig gehandhabt, also auch richtig im Fernsehen dargebracht, sind sie immer noch völkerverbindend, selbst wenn der olympische Friede über weiterschwelende Feindschaften in der großen weiten Welt hinwegtäuscht. Die Fußball-Weltmeisterschaften sind eine Art Neben-Olympiade. Auf beides möchte ich nicht gern verzichten – was bietet das Fernsehen denn sonst, von etwas Nachrichten und Wissensvermittlung abgesehen? Es hat den Kinofilm verdrängt (wo man mit einer netten Person im Dunkeln händchenhaltend sitzen konnte) und wurde für die Bildschauspiele von der ausgelagerten Video- und DVD-Technik seinerseits ausgebootet.

    Ob die Schweiz auch die Sommerspiele aufnehmen könnte, muss nach vielen Gesichtspunkten überlegt werden. So ist es doch etwas eigenartig, wenn diese für Länder, die auf der südlichen Erdhalbkugel liegen, stattfinden, wenn dort Winter ist. – gwf

  5. Fred David

    Auch wenn es zunächst als unrealistisch erscheint: eine konkrete Vorstudie müsste drin liegen. Was würde es , grob geschätzt , brauchen (und nicht allein schweizerisch in Fr. und Rp. ausgerechnet…)?

    Ein Land wie die Schweiz braucht hin und wieder ein grosses , nationales Projekt. Denn was nur im eigenen Saft schmort, und schmort und schmort ist irgendwann verschmort und ungeniessbar.

    Wir beschäftigen uns ja fast nur noch mit Renten, Steuerprivilegien und Schwarzgeld. Das führt zu Impotenz.

    Ein australischer Werbeprofi hat mir mal erzählt, welche fundamentale Bedeutung der Bau des modernistischen Opernhauses in Sydney für Australien als Nation gehabt habe und bis heute habe.

    Der imposante Bau mit hoher Symbolkraft – eine sich öffnende Auster – signalisierte der Welt: Hey, hier bei uns gibt es noch Anderes als Känguruhs. Hier wartet ein dir sich öffnender Kontinent auf dich. Wir haben auch Kultur und investieren eine ganze Menge darin. Come and see.

    Australien hatte den Ruf, der kulturloseste Kontinent überhaupt zu sein. Dieser demonstratvie Bau an der Einfahrt zum Hafen von Sydney – nirgendwo sonst, sondern genau dort – entwickelte bis heute eine grosse Faszination und wird automatisch mit einem open minded Australien in Verbindung gebracht.

    Ein Projekt dieser Art , bescheidener, aber immerhin, hätte die Porta Alpina für die Schweiz werden können, etwas leicht Verrücktes, aber mit internationaler Ausstrahlung, eine technische Innovation mitten in den Alpen, von hoher Symbolkraft.

    Verkehrsminister Moritz Leuenberger hat das erkannt und sich dafür – ein bisschen – stark gemacht. Aber die Kleingeister haben das Projekt zerzaust, bevor es überhaupt eine reelle Chance bekam.

    Ein Land wie die Schweiz muss hin und wieder mal etwas leicht Verrücktes riskieren, das die Leute auch im eigenen Land fasziniert und das signalisiert: Hey, Welt! Bei uns gibt’s noch ein paar andere Dinge als Schwarzgeldkonten!

    Diese Olypmiaidee darf man nicht einfach wieder fahrenlassen. Die Uno haben wir, über den Umweg über den Volkerbund, ja auch hierher geholt, gegen viele innere Widerstände. Irgendiwe fanden wir damals die Kraft dazu. Würde man heute so etwas lancieren: Jegerlis, da würde man von den Volksverstehern gleich für total übergeschnappt erklärt

    Auch wenn’s am Ende nichts werden sollte mit Olympia, es wäre ein Test: Sind wir zu solchen Kraftanstrengungen überhaupt noch in der Lage? Kriegen wir etwas Grosses noch hin, ohne uns vorher mit UBS und CS abzusprechen, ob wir das überhaupt dürfen?

    Dauer-Olympia in Switzerland (klugerweise auf den Winter beschränkt) als konkrete Idee zu lancieren und zu pushen, wäre ein Stoff, mit dem Medien im Kollektiv beweisen könnten, dass sie noch etwas anderes zustande kriegen, als hin und wieder einen Postpräsidenten, einen Generalstabschef oder einen Bundesanwalt abzuschiessen, weil es grad irgendeiner politischen Konstellation in den Kram passt.

    Kampf dem Kleingeist!

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog