Gepflegtes Deutsch und Puuretütsch
9. February 2010 um 9:12Ein intelligenter Schweizer, Aron G. Papp, seit dem 2. Februar dieses Jahres Leiter der Sektion Schweiz der Budapester Industrie- und Handelskammer, wird in Kürze auch Schweizer KMU die Möglichkeit bieten, auf dem Weg über Budapest direkten Zugang zu EU-Fördergeldern zu ermöglichen. Papp, ein perfekter Schweizer wie Ungar, der schon lange wichtige Vermittlungsdienste zwischen beiden Staaten geleistet hat, macht uns darauf aufmerksam: Bis 1945 hat es in der Deutschen Schweiz im oberen Bildungssegment zum guten Ton gehört, Hochdeutsch zu sprechen; von daher rührt die alte Bezeichnung “Puuretütsch”. Mit Papp bin ich der Auffassung, dass die intellektuellen Restposten der Schweiz sich unter dem nationalen Druck von SVP wie SP auflösen, ganz wie das Schweizerische Bankgeheimnis. Wer aber “draussen” erfolgreich sein will, muss neben dem Angelsächsischen auch das Hochdeutsche beherrschen. Mit der Faust im Sack macht man keinen Gewinn.


am 9. February 2010 um 12:21 Uhr.
Schweizer, die klischeehaft schweizerln, werden von den Deutschen einfach nicht ernstgenommen.
Am letzten Freitagabend war im ZDF die Satiresendung “Die Heute-Show”. Da wurde die Leuthard gezeigt, wie sie über den CD-Ankauf schweizerlte. Der deutsche. Kommentator wunderte sich danach nur über diese “eigenartige Frau mit den grossen Augen”.
Ähnlich geht es vielen Schweizern, die meinen, eine Botschaft ans Ausland zu haben. In Wirklichkeit jedoch richten sie sich an Ihresgleichen. Leider auch in interessanten Interviews, Talkshows und Berichten, die man so - also ohne Synchronisierung - nicht ins deutschsprachige Ausland verkaufen kann (und die z.B. von einem französischen Sender überaupt nicht zwecks Synchronisierung verstanden werden könnte). Aber darauf scheinen die Schweizer Produzenten überhaupt keinen Wert zu legen…