Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Wenn wir alle pleite sind….

21. January 2010 um 8:37

Die ungeheure Verschuldung der westlichen Staaten, ausgelöst durch das erfolgreiche Lobbying der amerikanischen wie der beiden Schweizer Grossbanken in den USA, auch schlechte Kredite und Hypotheken verkaufen zu dürfen, ausgelöst auch durch “Basel II”, wo schlechte Schuldner zu guten erklärt wurden, hängt wie ein Tornado über unseren Köpfen. Ist eine Entschuldung überhaupt noch möglich? Niemand weiss es, alle spielen auf Zeit. Da wir schon pleite sind, es aber nicht wahrhaben wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als den Staat auf seine Kernfunktionen zu reduzieren: Innere und äussere Sicherheit, Grundausbildung, Infrastruktur. Alles andere können wir uns eigentlich nicht mehr leisten, wie das Beispiel Griechenland zeigt. Die USA investieren massiv in den Krieg, um die Binnenkonjunktur wieder anzukurbeln, ganz wie in den Dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Dieses Szenario ist realistisch, wenn die Inflation nur wenig zu steigen beginnt, denn unsere Steuern gehen dann bald zu 30-50% an die staatlichen Kreditgeber, die Banken. Erstmals wird ein Zusammenbruch des Westens vorstellbar, wenn der Faktor Zeit nicht spielt.

2 Kommentare zu “Wenn wir alle pleite sind….”

  1. Harald Jenk

    Umso unverständlicher ist es, dass in Regierung und Parlament immer noch so grosse Beisshemmung gegenüber den Banken besteht. Anstatt zuzulassen, dass diese an den Staatsschulden noch gross verdienen, müssten sie endlich verpflichtet werden, auch finanziell beim Aufräumen des von ihnen verschuldeten Debakels mitzuhelfen.

  2. Fred David

    Als Beobachter dieser ganzen Ereignisse, wird man schon allmählich irre:

    Wenn eine Grossbank bei einem Minus von vier Milliarden Franken in ihrer Jahresbilanz (selbst wenn sie im letzten Quartal - irgendwie - auf schwarze Zahlen kommt) zugleich Boni an ihre Mitarbeiter von vier Milliarden Franken ausbezahlen kann, dann kann doch einfach etwas Grundsätzliches nicht mehr stimmen. Solche Rechnungen können nicht aufgehen.

    Für diese Erkenntnis braucht man kein vertieftes Insiderwissen. Jemand bezahlt dafür.

    Für das in die Geschichte eingehende “annus horribile” 2009 werden an Durchschnittseinkommen plus Boni pro Kopf im Investment Banking ausbezahlt: 700 000 Fr. (Goldman Sachs); 500 000 Fr. (Credit Suisse); 300 000 Fr. (UBS).

    Durchschnittseinkommen pro Kopf.

    Zwei der drei Banken erhielten im gleichen Zeitraum Milliarden an direkten und indirekten Staatshilfen.

    Zwei der drei Banken mussten zudem 2009 über eine Milliarde Strafe an den Staat zahlen, weil sie diesen Staat betrogen hatten, der ihnen im gleichen Zeitraum mit Milliraden aus einer drohenden Katatrophe heraushalf.

    Und es geht einfach so weiter.

    (die Zahlenangaben stammen aus der NZZ vom 19.1.10)

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog