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Warum musste die UBS gerettet werden?

13. January 2010 um 8:23

Als die Schweizer Steuerzahler mit Milliarden zur Rettung der UBS angehalten wurden, begründete dies alt Bundesrat Pascal Couchepin, damals noch Innenminister, wie folgt: “Der Bund musste eingreifen, um die UBS zu konsolidieren.” Berlins amtierender Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, damals noch unterwegs die SPD zu retten, sagte: “Stützungsaktionen sind dringend nötig, sonst hätte die Demokratie gelitten”.

Heute ist man mehrheitlich der Auffassung, die UBS sei vor dem Totalbankrott gestanden; mit ihr habe die Schweizer Volkswirtschaft gerettet werden müssen. Indirekt gbestätigt wurde dies durch Oswald Grübel, den neuen CEO des UBS-Konzerns, der an seinen Vorgängern Marcel Ospel und Peter Wuffli kein gutes Haar mehr lässt; sie hätten nicht realisiert, was sie lauthals verkündet hätten.

Nur die UBS selber hat bisher dazu geschwiegen, warum sie heute eine vom Staat abhängige Bank ist und weshalb sie seit einem Jahr nicht wirklich auf die Füsse kommt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder überrascht uns die heutige UBS-Konzernleitung mit einem glaubwürdigen Superausweis, sie habe den Turn around vollzogen oder wir sind wieder geträuscht worden. Finma, Nationalbank und Staat werden uns zuletzt sagen, wie es um den grössten Schweizer Bankkonzern steht, denn dies ist offensichtlich Staats- wie das letzte Schweizer Bankgeheimnis.

5 Kommentare zu “Warum musste die UBS gerettet werden?”

  1. Werner

    Nicht alle haben geschwiegen. Alt-Bundesrat Villiger, neuerdings VRP der UBS, hat klar verlangt, dass man die Banken den Bänkern überlassen und die Politiker sich da heraushalten solle. Starker Tubak des VRP von einer Bank, die vom Schweizer Volk mit 68 Mia. US$, mit Gesetzesbruch in mehrer hundert Fällen u.v.a.m. gerettet werden musste.

  2. Fred David

    @) Ja, Werner, aber wir lassen es uns gefallen.

    Sie lachen über uns.

  3. Fred David

    …und man darf schon noch daran erinnern, dass uns Herr Villiger als Finanzminister jahrelang mit dem Satz traktierte:”Das Bankgeheimnis ischt nicht verhandelbar.” So haben es die Banken von ihm verlangt. Das war Teil der Staatsreligion. Vertösse wurden von Religionswächtern geahndet. Sein Nachfolger hat uns und die Welt noch bis vor etwa zehn Monaten mit diesem Tantra erfreut.

    Dass dieses sture Verharren nicht allein die Schweiz , sondern letztlich auch die Grossbanken selber in sehr grosse Schwierigkeiten brachte, sollte man ebenfalls nicht unerwähnt lassen. Es gibt dafür Verantwortliche.

    Und jetzt also gelten andere Glaubenssätze. Und wieder werden sie mit der gleichen Absolutheit wiederholt und mit dem Anspruch, dass das jetzt einfach zu glauben sei. Punkt. So erwarten es die Banken von ihm und er erwartet es vom Publikum. Der Unterschied freilich ist, dass er heute etwas besser dafür bezahlt wird als früher als Finanzminister.

  4. Fred David

    …sorry: Ich meinte oben natürlich das “Mantra” des Finanzministers.

    Denn “Tantra” steht für eine lustvolle Massage, und die habe ich zweifelsfrei nicht gemeint.

  5. Fred David

    ….und übrigens glauben bis heute viele Schweizer nicht, wie nahe an der Katasrophe wir vorbeigerauscht sind.

    Philipp Hildebrand , der neue Präsident der Nationalbank - in Finanzfragen schon fast eine Art Nebenregierung ohne wirklich demokratische Kontrolle - lässt sich mit dem Ausspruch zitieren, 2009 sei die Kugel gefährlich nahe am Kopf vorbei geflogen.

    Zur präzisieren wäre wohl : an unseren Köpfen.

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