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Tagesarchiv für 10. Dezember 2009

Keine Schweizer CO2-Krise

Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 11:50

Es ist unmöglich, alle Berichte über „Kopenhagen“ zu lesen, aber eines ist jetzt schon klar. In der Schweiz haben wir keinen Grund, unseren CO2-Ausstoss zu dramatisieren. Ob wir nun die Gesamtemissionen pro Land zur Grundlage nehmen oder die Emissionen pro Kopf der Bevölkerung oder die Emissionen pro Produktionseinheit, unser Land wirkt so reinlich wie es sein Ruf ist. Wir müssen natürlich aufpassen, nicht schlechter zu werden. Wir müssen auch unsere Rolle in der Welt spielen, zumal unsere Technischen Hochschulen und Universitäten im Forschungsbereich durchaus eine Rolle spielen. Aber falschen Alarmismus haben wir nicht nötig.

Die Schlacht Pictet-Odier

Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 11:47

Die Abgeltungssteuer ist in Bern auf gutem Wege. Unsere Diplomaten haben damit erstmals seit langer Zeit ein Instrument in der Hand, damit die Diplomaten Micheline Calmy-Reys im Ausland mit Selbstvertrauen auftreten können. Wie aus dem jüngsten L’Agéfi-Magazine zu entnehmen ist, war es der St. Galler Bankier Dr. Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber von Wegelin & Co., auf den dieses Modell zurückzuführen ist, das er im Jahr 2001 erstmals vorstellte. Ivan Pictet, eine Art Frühstücksdirektor der gleichnamigen Basler Privatbank, der sich nie mit der Abgeltungssteuer anfreunden konnte, schoss Patrick Odier mit seinen Bemerkungen in den Rücken, ein Benehmen wie es unter vornehmen Genfer Privatbanquiers, die keine „Banker“ sein wollen, eigentlich nicht der Fall sein sollte. Wie gut sind die Genfer Privatbankiers eigentlich noch? In vergleichenden Tests angesehener Fachdienste liegen Wegelin und Sarasin an der Spitze; der Rest folgt.

Kampf um die Unis

Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 9:35

Bisher haben in Bern und andernorts die Spitzen der Universität sich selber in die Führungsfunktionen gewählt, vor allem die Fakultäten und die Dozierenden bestimmten, wer die Hochschule leitet. Nun will die Berner Regierung selbst festlegen, wer die Universität Bern führen darf, was die heftigsten Proteste der um ihre Unabhängigkeit besorgten Professoren auslöst. Unsere Hochschulen sind zu Gefangenen der Institutsleiter geworden, die letztlich bestimmen, wohin die Milliarden fliessen, welche der unbedarfte Steuerzahler zur Förderung ihrer Karriere leistet. Dem Schweizer Volk ist zu wenig bewusst, dass die von ihm finanzierten Subventionen für die Schweizer Hochschulen weitgehend unkontrolliert eingesetzt werden. Sie dienen der Wissenschaft, wie die Verteidiger sagen, aber welcher Wissenschaft? Dient dies auch dem Land. Solche Fragen werden vom Olymp der Hochschulvertreter majestätisch zurückgeschmettert. Misst man sie an den Ergebnissen, wissen sie nur Rankings und Preise aufzuzählen. Auf Dauer reicht dies nicht.

Für wen sammelt die Schweizer Geisteselite?

Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 8:36

Rund 1300 jüdische Frauen und Männer aus 32 Ländern, darunter 300 Schweizerinnen und Schweizer, haben bisher den „Weltweiten Appell besorgter Jüdinnen und Juden“ unterschrieben. Darin wird die israelische Regierung aufgefordert, die Menschenrechte zu wahren und die Besatzung, Besiedlung und Blockade palästinensischer Gebiete aufzugeben. Ich habe trotz einiger Bollags, Guggenheims und Rosenfelds kaum wirkliche Schweizer Prominenz bei den Unterzeichnern entdecken können. Ganz anders das Schweizer Patronatskomitee New Israel Fund – für eine gerechte und starke israelische Gesellschaft, das gleichzeitig Geld sammelt. Von Esther Girsberger über Vreni Müller-Hemmi, Claudia Kaufmann, Georg Krayer bis Georg Kreis, Ralph Lewin, François Loeb und Rolf Lyssy sind alle dabei mit Rang und Namen. Der New Israel Fund betont, er sei für die Gleichberechtigung und den Schutz der Menschenrechte für alle Bürgerinnen und Bürger Israels. Ob dies auch für die Israelis palästinensischer Herkunft gilt, muss sich erst noch zeigen.

Schizophrene SVP

Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 8:16

Mein Abend mit einem Bauunternehmer aus der Ostschweiz verlief höchst angenehm, sogar amüsant, wenngleich er darauf bestand, dass ich die SVP nie verstehen werde. Sie werde mit ihrer Politik gegen alles Fremde, seien es Religionen oder Ausländer, die Kernschweiz, „la Suisse profonde“, retten. Bis zu dieser Aussage war ich eigentlich ganz auf seiner Seite, wenngleich ich darauf hinwies, dass auch der Islam seine guten Seiten habe, hätte es ohne ihn doch keine Renaissance in Europa gegeben und hätten die Türken nicht Wien angegriffen und die katholischen Heere damit beschäftigt, wäre sicher das ganze Protestantentum in Europa durch Papst und Kaiser ausgerottet worden; so blieb den Protestanten etwas Luft. Als ich ihn dann aber darauf aufmerksam machte, dass es sich bei der Mehrzahl seiner fleissigen Mitarbeiter bei ihm und seinen Baumeister-Kollegen um „Jugos“ und „Dütsche“ handle, meinte er, das sei etwas anderes. Die SVP ist schizophren und daher nur beschränkt glaubwürdig, weil ihre Kader und deren Personalpolitik im Gewerbe, der Landwirtschaft, der Bauwirtschaft und der Hotellerie uns jene Gastarbeiter-Probleme aufgeladen haben, die sie vorgibt, nun zu bekämpfen. Ein normaler Schweizer versteht dies natürlich nicht; die AUNS-Mitglieder von Hans Fehr schon gar nicht, weil sie sich eine eigene Schutzzone errichtet haben, um mit „Ungläubigen“ nicht mehr in Berührung zu kommen. Christoph Blocher ist, wie jeder gute Stratege, auch ein grosser Intrigant. Er benutzt Gastarbeiter wie sein eigenes Volk zu seinem höheren Ruhm. Das ist ebenso wenig demokratisch wie es die Anliegen des Club Hélvétique sind.

 
     
     
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