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Monatsarchiv für Dezember 2009

EU-Mandate: Schweizer Armee marschbereit

Donnerstag, den 31. Dezember 2009 um 9:46

Natürlich sind wir nicht EU-Mitglied, natürlich übernehmen wir die gesetzlichen Vorlagen der EU nur, weil es uns so gefällt, natürlich macht EU-Botschafter Dr. Reiterer in Bern keine pro EU-Beirittskampagne, aber ganz natürlich sagt André Blattmann, CEO der Schweizer Armee in Brüssel, seine Armee, die auch die unsrige ist, stünde für einen EU-Einsatz grundsätzlich bereit. Das beruhigt. Zuletzt müssen die Innerschweizer aus der Schweiz austreten, um einen EU-Beitritt zu vermeiden.

Comeback der Preussen erwünscht

Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 16:24

„Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preussen kämen.“ Dieser Wunsch von Lord Wellington in Waterloss ging in Erfüllung, weshalb Napoléon I. Reich und Leben verlor. Marion Gräfin Dönhoff, die gefeierte Verherrlicherin des alten Preussentums, würde sich freuen, könnte sie noch vernehmen, wie die USA und die NATO nach den Preussen rufen. Deutsche Soldaten sollen in Afghanistan retten, was die Amerikaner, leichtfertig wie sie immer waren, vertan haben. „Germans to the front“ klingt es wieder aus den westlichen Kommandostuben. Wir in der Schweiz, die wir die „germans“ in unsere Hochschulen und Spitäler gerufen haben, wundern uns nicht.

Verheimlichte Selbstmordzahlen

Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 15:21

In Japan töten sich täglich knapp 100 Japaner selbst; das sind Rekordzahlen seit 2003. In der Schweiz macht man daraus ein Geheimnis, obwohl wir seit vielen Jahren wissen, dass auch in unserem Land der „happy few“ die Selbstmordzahlen sehr hoch sind. In der Schweiz Selbstmord zu begehen, bedeutet einen Zweifel am Paradies, wo derlei undenkbar ist.

Marthaler, der Schweizer Molière

Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 14:30

Der kurlige Küsnachter Christoph Marthaler, welcher soeben an die Basler Bühne zurückgekehrt ist, erinnert mit 58 Jahren immer mehr an Molière, wie er mit seiner Theatertruppe eigener Prägung durch die Lande zieht. Die an sich einfache Idee realisierend, alles müsse vereinfacht und verlangsamt werden, ist in einer Zeit, wo alles schneller wird, keine unattraktive Lösung. Es werden tatsächlich Botschaften vermittelt, in denen neue, alte Qualitäten aufschimmern. Dennoch bleibt es ein elitärer Weg zurück für feingeistige Eliten, die sich dem Druck des Tages mindestens für Stunden zu entziehen suchen. Marthaler führt uns träumerisch in eine Zeit zurück, die sich mit „unterkühlter Romantik“ bezeichnen liesse, wenn auch eine Prise Tarnowski beigemischt ist, die das Herz flattern lässt. Er ist ein Molière’scher Theaterkoch, ein listiger Anarcho-Regisseur, der, je schneller und für viele unbefriedigender die Zeit verläuft, den Anschein eines Fluchtweges öffnet. Deshalb liebt ihn die urbane Elite, die, in ähnlichen Schutzzonen lebend, von dort aus ihr wenig einsichtiges Volk steuert.

Blochers Soft-Rassismus kommt gut an

Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 11:50

„Auch ich nehme den besseren (Mitarbeiter)“, sagt Christoph Blocher. Fügt dann aber im „Blick“ hinzu: „Aber wenn sie gleichwertig sind, nehme ich den Schweizer, weil ich lieber mit Schweizern arbeite.“ Blocher („das darf man nicht sagen“) bekennt sich damit zu jenem Soft-Rassismus, der qualifizierten Ausländern im Land das Leben erschwert. Die Voll-Rassisten, die wir auch in jeder Menge in Blocher’s Lager finden, sind leichter zu verurteilen. Es ist kein Trost, dass viele Franzosen, Österreicher und Deutsche keine Spur besser sind, aber gut ist es auf keinen Fall. Man sucht den Umgang mit Ausländern nur dann, wenn sie möglichst billig arbeiten, keine Kosten verursachen, unauffällig in den Hinterhöfen leben und rasch wieder verschwinden. Das ist gänger „soft Rassismus“. Dazu gehört auch, wie die Stadt Zürich eine Ausländerkommission gegründet hat, von der man einfach nichts hört. Derartige Scheinveranstaltungen sind an der Tagesordnung, weil sich dazu auch Sozialdemokraten bekennen können.

Warum wir zwei Schweizer Grossbanken brauchen

Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 10:21

Mag sein, dass die Verpflichtungen der beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS wie eine Gewitterwolke über dem Land hängen, um uns eines Tages alle zu ertränken, ganz wie es in Island geschehen ist, wo das Volk wegen der Bankschulden, die es nun zu tragen hat, dauerhaft ärmer geworden ist. Es gibt jedoch Gründe, weshalb wir zwei Grossbanken brauchen: Weil der amerikanische Nahrungsmittel-Konzern Kraft die englische Cadbury-Gruppe übernehmen möchte, trägt die Credit Suisse zur Finanzierung des möglichen Deals bei. Auf der Seite von Cadbury, ein Unternehmen, das allerdings nicht übernommen werden möchte, steht die UBS als Berater. Beide Schweizer Banken verdienen an diesem Vorgang, je nach Ausgang, die eine mehr, die andere weniger. Hätten wir nur eine Grossbank, wären wir weniger beteiligt. Es fällt auf, dass man sich im englischen Parlament heftig gegen die Übernahme der heimischen Kultfirma zur Wehr setzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine drohende Übernahme von Lindt oder sogar von Nestlé bei uns in Bern gleiche Emotionen auslösen würde.

Kaum Geständnisse

Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 8:33

Robert McNamara hat zugegeben, dass der Vietnamkrieg ein grausamer Fehler war, zu dem er massiv beigetragen hatte. Allan Greenspan hat zugegeben, seine Politik sei falsch gewesen und sie habe zu Immobilienblase geführt. Sogar Mario Balotelli, Italiens Super-Fussball-Star, gesteht: „Ich habe einen Fehler. Ich bin zu impulsiv.“ Derlei Stärke ist selten zu finden. Die meisten Politiker sind stolz darauf, wenn sie sagen dürfen „Ich würde es wieder tun.“ In den USA nennt man dies „stubbornness“, was in unserem Land als Auszeichnung gilt. Wir Schweizer haben in den Tuilerien den französischen König verteidigt, als er bereits verloren war. Wir stehen zu unseren Eliten, weil wir keine anderen haben. Niemand gibt einen Fehler zu, das gilt als Spielregel.

Wir haben ein schizophrenes Volk.

Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 14:52

Die Mitarbeiter von Claude Longchamps wurden einfach eingelogen, was dessen Mitarbeiter nicht merkten, weil sie auf Provisionsbasis arbeiten, indem sie sagten, sie seien gegen die Minarett-Initiative, dann aber doch dafür stimmten. Man will nicht unanständig sein, ist es dann aber doch. Eine derartige Schizophrenie, die man auch als alte Bauernschläue bezeichnen kann, erfasst auch unsere muslimischen Mitbewohner. Sie klagen, wir sind zuhause Ausländer und in der Schweiz Jugos; ein ähnliches Schicksal wie die Kosovaren erleiden schon lange die Türken. Wer in der Schweiz negativ auffällt, hat einen „Migrationshintergrund“, fällt der Gleiche positiv auf, ist er ein Schweizer. Sehr gläubig sind die Schweizer Muslime ohnehin nicht. Wer in die Schicht geht, hat dann keine Kraft mehr für den Ramadan. Die wirtschaftlichen Zwänge zerstören die Religionen, das haben wir Christen schon erfahren.

Der Komiker-Boom

Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 13:07

Unser Land muss höchst merkwürdig sein, dass es einen derartigen Komikerboom hervorbringt. Wir haben natürlich noch die Karikaturisten und die Berufspolitiker; an dieser Stelle sei aber auf das Komiker-Wunder hingewiesen. Offensichtlich haben Komiker es heute leichter als Leitartikler.
Massimo Rocchi ist wohl der Star des Jahres, verfolgt von Andreas Thiel. Das Team Giacobbo-Müller ist in die Dienste unseres Staatssenders Schweizer Fernsehen getreten, sodass eine gewisse innere Zensur verziehen werden muss, sie aber erkennbar zurückwirft. Marco Rima sprüht an Energie, aber wofür steht er eigentlich? Walter Andreas Müller und Walter Schneider, Simon Enzler und Peach Weber, die Gessler Zwillinge ex Acqua Pickles, das Duo Fischbach nicht zu vergessen. Sie tingeln vorweihnachtlich durch die Schweiz, zerlegen den Rest an Glaubwürdigkeit, den unsere Top-Führungskräfte in Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur noch haben. Nur einer schlägt mit schrägem Blick zurück: Moritz Leuenberger, ewig-Bundesrat. Er will sich den Sieg als bester Komiker unseres Landes nicht nehmen lassen.

Wem traut das Schweizer Volk?

Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 11:57

Folgen wir der jüngsten Umfrage der Credit Suisse, gewinnen die Schweizer Institutionen an Glaubwürdigkeit. Das erinnert mich an meinen jüngsten Besuch in den USA, wo ich feststellte, dass die Amerikaner ihren Institutionen ganz fest vertrauen, während wir Europäer doch wissen, dass Regierung, Kongress und Senat wegen der Verschuldungs- und aussenpolitischen Krise auf sehr dünnen Beinen stehen. Regrediert das Schweizer Volk wie das amerikanische? Angesichts der Globalisierung hätte man korrekterweise auch fragen müsen, wie viele Schweizer den EU-Behörden, dem Europarat, der UNO, der WHO, dem IKRK oder anderen internationalen Organisationen vertrauen. Erst daraus könnten wir ableiten, was das Vertrauen in Innerschweizer Organisationen bedeutet.

 
     
     
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