Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 20. November 2009

Medienkritik, hahaha

Freitag, den 20. November 2009 um 13:27

Was tun pensionierte Chefredaktoren, die ihr Leben selbst nur zweitklassige Redaktionen geführt haben? Sie gründen einen Verein Medienkritik. Was sie während Jahrzehnten nicht zu tun wagten, ihren eigenen Verleger, andere Verleger und kollegiale Chefredaktoren konstruktiv zu kritisieren (dies hätte die Karriere behindert), bieten sie nun als Dienstleistung an. Gottlieb F. Höpli, der sich dieser Aufgabe angenommen hat, liegt mit seiner Argumentation nicht ganz falsch, dass in der Schweiz der Medienkritik die Kohärenz fehlt. Vielleicht ist es gerade dieser bunte Kampf ums Überleben, wie er von NZZ, tamedia, Ringier und vielen anderen vorgelebt wird, der die Schweizer Medien so lebendig macht. Die SRG SSR idée suisse ist ein Saurier, der immer mehr Geld verschlingt, aber in seinen Programmen nicht zu jenen Leistungen fähig ist, welche die intelligente Schweiz eigentlich verdient. Wer die SRG kritisiert, wie es in diesem Blog seit Jahren der Fall ist, gilt als Landesverräter. Das ist Kalter Krieg wie zu seiner besten Zeit. Die offenen, jungen und intelligenten Schweizer sind längst in die ausländischen Medien abgewandert. NZZ und Weltwoche haben theoretisch eine Chance, sie wieder zurück zu holen, weshalb ich diese Medienkritik als konstruktiv empfinde. Geschwächte Organismen haben allerdings die Eigenschaft, schon ein kühles Windchen als Sturm zu empfinden. Diese Schneckenhaus-Mentalität selbsternannter Provinzeliten ist die eigentliche Tragik unserer voralpinen Medienwelt.

Fauler CO2-Zauber

Freitag, den 20. November 2009 um 8:35

In China wird an 2,5 Tagen soviel CO2 ausgestossen wie in der Schweiz während eines Jahres. Pro Kopf verbrauchen die Australier 18,8 Tonnen CO2 im Jahr, die Saudis 14,2 Tonnen pro Kopf und Jahr. Nur einige Entwicklungsländer verbrauchen pro Kopf weniger als die Schweiz mit 5,6 Tonnen pro Kopf und Jahr. Wenn Bundesrat Moritz Leuenberger, unser Umweltminister, uns einreden will, wir müssten mehr tun, ist dies einfach lachhaft. Die Wahrheit ist: Der Verbrauch an CO2 in unserem Land ist aus globaler Sicht derart unbedeutend, dass es sich um eine reine Symbolpolitik handelt, der jeglicher Inhalt mangelt. Die grössten Verschmutzer, die Flugzeuge und die Kühe auf den Weiden, sind ohnehin heilige Kühe, die niemand zu bedrohen wagt. Wer wirklich zum Schmelzen der Gletscher beiträgt, soll sich melden.

„Newsweek“ und Blog „Early bird“

Freitag, den 20. November 2009 um 8:23

Vor einem guten halben Jahr schrieben wir, die USA möchten ihr Afrika-Hautquartier AfriCom aus Stuttgart/Deutschland gerne nach Westafrika verlegen. Kein afrikanisches Land sei aber bereit, dieses Kommando zuzulassen. Nun, in der Ausgabe vom 16. November 09, berichtet dies auch die exzellente Zeitschrift „Newsweek“, die zudem bestätigt, auch seither gebe es kein Signal mehr, dass man willkommen sei. Stanley Karnow, der das beste Buch über den Vietnamkrieg geschrieben hat („Vietnam, a history“) sagt über den Einsatz in Afghanistan: „We never should have been there in the first place.“ Was sollen nun die 68 000 Amerikaner und 35 000 Europäer tun, die schon dort sind? Angie Merkel hat sich praktisch verpflichtet, mehr Soldaten zu senden.

Neue Moden in der Krise

Freitag, den 20. November 2009 um 8:23

Der Unternehmer, während Jahren ein strahlender Held der Schweizer Wirtschaft, ein Vorzeige-Kommentator für fortschrittliche Journalisten, begegnet mir auf der Strasse, freundlich wie immer. Dann öffnet er die Brieftasche, nicht, um mir eine seiner Aktien zu schenken, sondern das Foto seines jüngsten Kindes zu zeigen (er ist schon in dem Alter, wo man bald AHV beziehen darf und damit auch ein sehr attraktives Kindergeld). Kein Wort über die Firma, nur ein leises Stöhnen auf die interessierte Frage. Am nächsten Tag lese ich, dass sich deren Kurse im freien Fall befinden. Merke: Zuletzt bleibt dann doch nur die Familie, so man eine hat.

Trendwechsel im Kanton Bern

Freitag, den 20. November 2009 um 8:22

Seit Jahrzehnten sucht der Kanton Bern einen Weg, wie er als Flächenkanton mit weniger als einer Million Einwohner, der regelmässig hinter den wachstumsstarken Kantonen Basel und Zürich zurückliegt, den Trend umdrehen kann. Jetzt hat der Publizist Beat Kappeler den Bernern deutlich gesagt: „Wachstumsschwache Täler können nicht gleich gefördert werden wie die Stadtregion Bern.“ Und Rudolf Stämpfli, prominenter Berner Arbeitgeber, sagt: „Die Schulversorgung in peripheren Gebieten ist zu kostspielig im Vergleich mit anderen Kantonen.“ Es zeichnet sich ab, dass jetzt Teile der Berggebiete und ganze Täler mehr oder weniger vernachlässigt werden, damit die städtischen Regionen des Kantons wettbewerbsstärker werden. Die Stadtflucht wird demnächst gefördert.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog