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Tagesarchiv für 9. November 2009

Leichte Schäden

Montag, den 9. November 2009 um 14:47

Die Aula der Universität Zürich ist ein Ort, wo man sich gern trifft. Das Rektorat ist grosszügig und stellt sie gerne Veranstaltern von Niveau zur Verfügung. Wer über längere Zeit in dieser heiligen Halle sitzt, wo schon Churchill das aufsteigende Europa forderte, wird leicht feststellen, dass das schöne Fresko an der Stirnseite, wo züchtige Frauen an der Quelle stehen, während eher freizügige Männer zu ihrer Seite kommendes erwarten, langsam verblasst. Es wird die Zeit sein, die solches zusammen mit den LED-Leuchten vermag, die aus der Decke leuchten. Gut behauptet sich der Marmor, der von seltener Schönheit ist, weil seine Muster japanischer Tuschzeichnung gleichen. Die Zürcher gebildeten Kreise treffen sich gerne an diesem geschichtsreichen Ort, wo sie von Studenten in Jeans kaum beachtet werden; der Kontakt über die Generationen hinweg ist eher schwach. Während die höheren Töchter die Flöte kunstvoll traktieren, klagen die Studenten über Professoren, für welche die Lehre nur ein Abfallprodukt der Wissenschaft ist, welche die eigene Karriere befördern soll.

Westerwelle

Montag, den 9. November 2009 um 11:13

Er liebt die Polen, die Franzosen und die Schweizer. Er liebt Karzai nicht. Wir dürfen auf Guido Westerwelle als neuen deutschen Aussenminister neugierig sein.

Bankier mit Depressionen

Montag, den 9. November 2009 um 10:17

Weil James Loeb lieber Antiken sammelte als sich dem Bankgeschäft zu widmen, weil er depressiv war und sich bei Gustav Mahler wohler fühlte als im Geldgeschäft, verdanken wir dem reichen Erben des deutschen Juden Solomon Loeb aus Worms, der die US-Bank Kun Loeb & Co. gegründet hatte, eine wunderbare Sammlung, die in München zu besichtigen ist. Warum haben wir nicht mehr depressive Bankiers; die Optimisten machen mehr Ärger. Oswald J. Grübel scheint die UBS jetzt – nach einem Jahr – im Griff zu haben. Sie macht operativ Gewinn, hat aber immer noch Altlasten und die Kunden laufen ihr weiter davon. Optimisten müssen kommunizieren; vielleicht ist Grübel ein Pessimist.

Spekulation

Montag, den 9. November 2009 um 9:45

Meine Bank hat mir angeboten, auf die Zukunft zu spekulieren. Ich erhalte bei dieser Anlage keinen schlechten Zins, aber mehr Zins, wenn die Inflation eintrifft. Sollte der Euro-Kurs abstürzen, muss ich bis 2013 durchhalten, dann habe ich mein Geld zurück. Kein Problem, denn diesen Betrag habe ich sicher übrig. Was ich jedoch daraus lerne, dass unsere Banken Wetten auf die Zukunft machen. Diese Wetten sind riesig und gehen manchmal schief, wie wir soeben erlebt haben; dann haftet der Steuerzahler. Was in der Zukunft Gewinn bringen soll, untergräbt unsere Realwirtschaft, was auch Johannes Schneider-Ammann, Nicolas G. Hayek und viele andere befürchten. Die Wette auf die Zukunft ist uralt; am Euphrat und Tigris wie am Nil wurde auf das Wiederkommens des Frühlingswassers gewettet, denn der Mensch ist ein spekulatives Wesen. Wie aber entziehe ich mich, anders als die US-Immobilienbesitzer, der Verbriefung meines Besitzes, wie einem absinkenden Euro oder Schweizerfranken? Unser Staatsbewusstsein beruht auf der Aussage, der Einzelne sei souverän; Übermütige kippen die Hierarchien auf den Kopf und zeigen den Schweizer Souverän an der Spitze. Davon bleibt wenig übrig, wenn unser Besitz zur Verfügungsmasse wird. Dem gilt es sich zu entziehen.

Filippo Leutenegger endlich schlauer

Montag, den 9. November 2009 um 9:14

Es braucht schon viel, bis die FDP schlauer wird. Die vielen gewaltätigen Jugendlich in Zürich sind wahrlich nichts neues. Jetzt traf es die Söhne von NR Filippo Leutenegger, als sie von Parties auf dem Heimweg waren. Peinlich ist schon, dass Leutenegger verdrängt hat, wie es anderen Opfer wohl ergeht. Jetzt trifft es ihn und er versucht, daraus eine Geschicht in den Medien zu machen. Wenn die beiden Partyvögel eben nachts weggehen um zu feiern, sollten sie schon wissen, dass es auch weniger nette Menschen auf der Strasse gibt. Pech gehabt Leutenegger Söhne und Filippo. Aber schön, dass unsere FDP jetzt ein bisl schlauer geworden ist.

Fidel Stöhlker

Diktatur à la Bertrand Piccard

Montag, den 9. November 2009 um 9:12

Der sympathische Abenteurer und Pionier will die Menschen dazu zwingen, Energie zu sparen. Die neuen Technologien müssten per Dekret durchgesetzt werden, Gesetze seien zu erlassen, mit welchen die alten Technologien abgeschafft werden. Piccard befürchtet, dass Europa von 200 Mio. Asiaten gestürmt wird, die dort keine Lebensgrundlage mehr haben. Wenn demnächst das Fass Rohöl 300 USD koste, werde unsere Wirtschaft zusammen brechen. Schon die Heilige Inquisition wollte die Seele der Menschen retten, indem sie diese auf den Scheiterhaufen setzte. Piccard spricht noch von der Erderwärmung, obwohl die Temperatur seit zehn Jahren gleich geblieben ist.

Lob der grossen Formate

Montag, den 9. November 2009 um 8:27

Jetzt sieht auch das einst grossformatige „Handelsblatt“, in der Schweiz nur von 3000 Profi-Lesern goutiert, aus wie „20 Minuten“. Was einst ein Lesevergnügen war, wo man Finanz- und andere Bünde vorsortieren konnte, ganz wie es die „FTI“ noch erlaubt, ist nun geschrumpft auf Normalformat. Kein Wunder, dass die FAZ sofort auftrumpfte: Bei uns kaufen Sie das Grossformat. Was klein ist, muss edel wirken. Der „Spiegel“ schafft dies weiterhin, „Focus“ hat versagt. Bei der „Zeit“ stimmen Inhalt und Gestaltung, ebenso beim „New Yorker“ und „Economist“, obgleich dieser im letzten Jahr inhaltlich flacher geworden ist, wie bei „Newsweek“, wo Fareed Zakaria eine brillante redaktionelle Linie fährt. Die „Weltwoche“ holt auf, da sie nicht immer nur über Christoph Blocher und dessen Freunde wie Gegner berichtet. Die Schweizer Kommunikationsbranche bringt selber nur belangloses auf Papier, sei es in „Marketing + Kommunikation“, wo der Chefredaktor längst seinen Kampf gegen einen zu sparsamen Verleger aufgegeben hat, oder „Persönlich“, das, wo nichts zu berichten ist, zum Klatsch übergegangen ist. Was den „Blick“ angeht, warten wir noch ein wenig ab, um zu erfahren, ob aus Grosse-Bleys Krampf ein siegreicher Kampf wird.

 
     
     
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