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Monatsarchiv für Oktober 2009

Werden wir die “toxic assets” los?

Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 8:11

An der Zürcher Bahnhofstrasse gehen Hoffnungen um, die Nationalbank werde noch vor Jahresende ihre “toxic assets” verkaufen können. Dies wäre ein absoluter Meisterstreich und würde den Ruf der Schweiz bestätigen, die jüngste Weltfinanzkrise besser als andere Staaten gemeistert zu haben. Nicht zu unterschätzen sind die an gleicher Stelle umgehenden Kassandras. Sie behaupten:

- Der nächste Crash könne jederzeit eintreffen.
- Die Inflation werde in einem Jahr über 5 % ansteigen.

Grosses Misstrauen schlägt vor allem den beiden Grossbanken UBS und CS seitens privater Schweizer Investoren entgegen. Sie sehen keinen Grund, den angelsächsischen Geschäftsstil der beiden Bank zu fördern. Man denke dort mehr an das eigene Geld als an jenes der Kunden.

Von Bären und Menschen

Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 11:36

Am teuersten Aarehang zwischen der Grimsel und der Stadt Koblenz an der Schweizer Grenze zu Deutschland haben zwei russische Bären ein Gehege bezogen, das CHF 25 Mio kosten wird; die Berner sind stolz. Jedoch, hört man das tägliche Geklage gerade sozialdemokratischer Kreise über die hungernde Menschenmilliarde, darf man sich die Frage stellen: Sollen wir künftig für ein Bärengehege dieser Art bezahlen oder das Geld lieber den wirklich Armen zur Verfügung stellen? Sollen wir eine Wiese mit Luxusblick über Fluss und auf die Stadt Bern unseren Luxusbedürfnissen opfern? Persönlich neige ich dazu, die Schweiz zur schönsten Stadt der Welt zu machen, womit das Berner Gehege gerechtfertigt ist. Wir werden aber die Fähigkeit entwickeln müssen, derlei Luxus zu rechtfertigen.

CHF-USD 1:1

Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 9:45

Alfred Isler, Gründer, Herausgeber und Chefredaktor der “Finanz + Wirtschaft”, war vor 25 Jahren der erste Schweizer, der den Gleichstand des Schweizerfrankens mit dem US-Dollar vorausgesehen hat. Er hat die Schwächen der amerikanischen Politik früh erkannt. Beachtenswert ist es, wie viele Jahre vergehen mussten bis es zum Faktum kam. Deshalb ist es derzeit auch völlig unklar, ob der stündlich mögliche Zusammenbruch der Weltbörsen, gerechtfertigt durch die weiterhin unsauberen Bilanzen der weltgrössten Banken und Finanzinstitute und die anhaltend schwachen Leistungen vieler Weltfirmen, eintrifft oder bis weit in das kommende Jahr hinein aufgehalten werden kann. Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Schwebezustand, der durch die Balance der Risiken halbwegs erträglich ist. Unsere Finanzinstitute haben sich lange gewehrt, den Niedergang des USD zu bestätigen. In diesem Blog haben wir schon vor einem Jahr geschrieben, einen Dollar auf der Basis 0.55 zum CHF sei wahrscheinlich. Einen Zeitpunkt zu nennen, ist aus politischen Gründen unmöglich; dies ändert nichts am Trend.

Krimis und Fantasy

Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 9:44

Was schreiben unsere Autoren? Krimis und Fantasy. Was wird gelesen? Krimis, Fantasy – und Jugendliteratur; letzteres vor allem auch von Erwachsenen. Offensichtlich hat kaum jemand Lust, sich mit der Gegenwart zu beschäftigen, die ich wesentlich aufregender finde als jeder Krimi oder jede Märchengeschichte. Nur, wer hält es aus, sich mit dieser Gegenwart auseinander zu setzen? Das ist brandgefährlich, wie soeben das Beispiel des St. Galler Bankiers Dr. Konrad Hummler zeigt. Er, solide rechts verankert, greift die USA als Unrechtsstaat an und weigert sich, dort künftig das Geld seiner Klienten anzulegen. Sofort greifen ihn die Atlantiker an, die ihm mangelnde Dankbarkeit vorwerfen. Merke: Reality schlägt Fantasy.

Es war einmal…

Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 8:24

…der Traum der Swiss Life, sich den Finanzvertrieb AWD unter den Nagel zu reissen, um damit den weltbesten Vertrieb zu schaffen. Wie Hunderttausende anderer Kunden fielen sie auf Europas besten Verkäufer Carsten Maschmeyer herein, der seine Firma zum idealen Zeitpunkt sehr teuer an die Schweizer verkaufte, um mit diesem Geld Hauptaktionär der besagten Swiss Life zu werden, die jetzt einen unter der Krise leidenden Finanzvertrieb besitzt und Personal abbauen muss. Maschmeyer hat Zeit. Erholt sich die Swiss Life, wird er nur mächtiger und reicher. Wir Schweizer aber haben wieder einmal die Kontrolle über ein grosses, einst stolzes Schweizer Unternehmen verloren.

Warum das Angie-Merkel-Deutschland nicht funktioniert!

Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 8:13

Die gestrige Niederlage der CDU ist eine Selbstverständlichkeit, wer die Sozio-Daten Deutschlands ernst nimmt. Nur ein Prozent der Bevölkerung bezeichnet sich als “sorgenlos reich”. Diese ökonomische Elite hat ein durchschnittliches Vermögen von Euro 400 000.– im Gegensatz zu Euro 60 000.– als gesamtdeutscher Mittelwert. Von den “sorgenlos Reichen” sind 53 % Beamte, die im öffentlichen Dienst arbeiten, meist in leitender Funktion. Die Privilegien des Beamtenstatus machen dort die Krise zum Fremdwort.

Bundesrat Merz – Tessin zum Abschuss frei

Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 15:10

Unser vergnügter, immer optimistischer und sorgloser Bundesrat Merz will nach all seinen Schlappen, die er zu verantworten hat, nun auch den Kanton Tessin im Stich lassen. Bravo! Laut brüllen die italienischen Finanzbehörden und gehen frech und forsch gegen Schweizer Banken in Italien vor. Die Jagd nach Steuersünder ist eröffnet.

Merz scheint aus all seinen Fehlern wirklich gar nichts zu lernen. Sich in Bundesbern zu verstecken ist einfach und bequem. Gegen Steinbrück hat Merz verloren. Den Amerikanern kann er das Wasser sowieso nicht reichen. In Libyen hat er die Schweiz ebenfalls blamiert und unser Land in eine erpressbare Lage gebracht. Und jetzt zeigt er sich zuversichtlich, dass der Finanzplatz Tessin nicht beschädigt wird. Ich weiss ganz ehrlich nicht mehr, was mit unserer Politik los ist aber Merz ist der Versager schlechthin und darf gemütlich weiter machen. Wie lange müssen wir diesem traurigen Treiben eigentlich noch zusehen?

Fidel Stöhlker

Der “ehrbare Kaufmann” ist ausgestorben

Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 11:43

Weil die Rendite stärker ist als die Moral, ist das früher geltende Prinzip des “ehrbaren Kaufmanns”ausgestorben. Wo früher Ehrlichkeit, Mässigung, Ordnung, Sparsamkeit, Weitblick und Entschlossenheit angesagt waren, gilt heute das Gesetz des Kapitalertrags; die Banken diktieren dies. Sie haben, mit sehr wenig Eigenkapital, ihre Privilegien weit über den Rand des Ehrbaren hinaus ausgedehnt und damit Verluste eingefahren, die Spiegelbild der Gewinne sind, die an wenige Bankiers und Spekulanten ausgezahlt wurden. Dieser Auffassung sind mindestens Prof. Dr. Hans-Werner Sinn und George Soros, die höhere Eigenkapitalquoten als Lösungsweg sehen, künftig Risiken für Bankkunden und Staat auszuschliessen.

Unterdessen stürzt der US-Dollar ab und nicht wenige Amerkaner sehen dahinter eine Verschöwrung der Russen, Chinesen und Japaner, die bis zum Jahr 2018 die Macht ergreifen wollen. Wie desparat die Lage in den USA geworden ist, zeigen Umfragen: Republikaner wie Demokraten gehen davon aus, dass von jedem Dollar Steuergeld, der gezahlt wird, 55 % vom Staat vergeudet werden. Nicht dieser Auffassung sind die Staatsangestellten, die von der Krise bisher parktisch unberührt blieben und oft vergoldet werden. Polizisten und Feuerwehrleute können sich schon in ihren Vierzigern pensionieren lassen. 10 % aller Polizisten in Massachusetts verdienen mit Überzeit mehr als ihr Gouverneur. Der durchschnittliche Angestellte in NYC verdient mit Benefits rasch 100’000 USD im Jahr. Wer noch Geld verdienen will, dem wird, nicht überraschend, der Kauf von Aktien von Gefängnisbetreibern empfohlen. Die USA mit fünf Prozent der Weltbevölkerung halten 25 % aller Gefangenen der Welt fest. Jährlich müssen 35000 neue Gefängnisbetten zur Verfügung gestellt werden, aber nur 20000 werden von Staat und Privaten geliefert, was der Enge in den US-Gefängnissen mit allen negativen Folgen nur förderlich ist. Das Ende der Geschichte, wie von Francis Fukuyama beschrieben, ist jedenfalls fern. Schon F.W. Hegel sah Preussen als Endpunkt der Geschichte, Heinrich von Treitschke das deutsche Kaiserreich als deren Vollendung. Wie die Preussen und die deutschen Kaiser gegangen sind, werden wohl auch die USA bald einmal die zweite Geige spielen.

Der deutsche Obama

Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 9:42

Er fällt auf durch glänzende Reden, flinkes Denken und flotte Sprüche. Gemeint ist Philipp Rösler, ein Kind des Vietnamkriegs, das von einem deutschen Ehepaar adoptiert und nach Deutschland gebracht wurde. Der neue deutsche Gesundheitsminister sieht ein wenig aus wie ein asiatischer Thomas Middelhof, ein aufgeweckter junger Mann. Die in Berlin regierende Koalition aus CDU-CSU und FDP steht finanzpolitisch auf tönernen Füssen. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat schon einmal gewarnt: Es sieht schlecht aus.

Nachwuchs gesucht

Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 9:26

Ob die Türken nur “Kopftuchmädchen” produzieren, so ein jetzt relegierter deutscher Bundesbanker, oder fleissiger als alle deutschen Kollegen, so Berichte aus dem westlich gelgenen Ruhrgebiet, die Nachrichten über dne Nachwuchs sind verwirrend. In der Türkei lacht man jedenfalls darüber, dass man in Deutschland jungen Türkinnen in drei Jahren für 42’000 Euro das Haareschneiden beibringt; in der Türkei daure dies drei Tage. Einen besonderen Grund hat Direktor Jürg Christener von der Hochschule Technik an der Fachhochschule Nordwestschweiz gefunden, weshalb bei ihm die Nachfrage nach Studienplätzen stagniert: “Der Lehrkörper der Grundschulen ist durch eine starke Feminisierung geprägt, was nicht unbedingt zu einer Stärkung von Naturwissenschaften und Technik führt.” Christener meint, die Technikfeindlichkeit habe in den letzten Jahren zwar stark abgenommen, doch würden Sprach- und Geisteswissenschaften dominieren.”

 
     
     
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