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Monatsarchiv für September 2009

St. Gallen wie Harvard

Mittwoch, den 30. September 2009 um 10:48

Niemand von Geist kann dies ernst nehmen: Nachdem die Harvard sich einen Schwur gegeben hat, zieht die Universität St. Gallen nach. Der Schweizer „MBA Oath“ lautet: „As a manager, my purpose is to serve the greater good.“ Ich kenne ein gutes Dutzend Firmen, wo der Verwaltungsrat sofort jeden Mitarbeiter feuern würde, der sich hinter einem solchen Eid versteckt. Die Manager dienen dem Unternehmen, vor allem aber den Aktionären. Sie dürfen garantiert nichts tun, was gegen die Gesetze verstösst, aber sie dienen auf keinen Fall „dem grösseren Wohl“. Hier wird ein Popanz aufgebaut, der allen schadet: der Hochschule, ihren Absolventen und der Wirtschaft als ganzes. Es ist schade, dass gerade in St. Gallen die Vernunft, welche diese Hochschule gross gemacht hat, offensichtlich verloren geht. Es hat bisher auch kaum jemand von diesem Eid Kenntnis genommen; warum auch?

Eine neue Branche entsteht: das „demolition business“

Mittwoch, den 30. September 2009 um 8:40

Wie Bronx zerstört und wieder aufgebaut wurde, ist Geschichte. Wie Europas Städte im letzten Jahrhundert zerstört und wieder aufgebaut wurden, ist auch Geschichte; die junge Generation weiss nichts mehr davon. Jetzt ergreift das „demolition business“ auch die Schweiz. Ich sehe gerade am Züriberg, wie mitten im Wohngebiet grosse Zonen ab- und aufgerissen werden. Die alten Villen aus dem 19. Jahrhundert, in denen niemand mehr wohnen möchte, verschwinden schneller als der Schnee im Frühling. Die alten Fabrikgelände haben wir in den letzten 20 Jahren schon demoliert und neu aufgebaut. „Demolition business“ ist ein sehr gutes Geschäft, besser noch als „Security“ und Teilzeitarbeit, aber – psst – wir sprechen nicht darüber.

Wer zahlt die Rechnung für die Wiedervereinigung?

Mittwoch, den 30. September 2009 um 8:19

Die nun 20jährige deutsche Wiedervereinigung hat netto Euro 1,6 Billionen gekostet. Die FU Berlin hat in einer Jubiläumsstudie festgestellt: „Überdurchschnittlich belastet wurden mit den Kosten Arbeitnehmer mit einem monatlichen Einkommen zwischen 3500 und 6000 Euro.“ Sie waren die Hauptfinanciers der deutschen Einheit. Beamte und Selbständige waren „nur unterdurchschnittlich betroffen“. Hat jemand etwas anderes erwartet?

Rückzug von der New Yorker Börse

Mittwoch, den 30. September 2009 um 7:25

Die auch in der Schweiz mächtige Allianz Versicherung zieht sich von der New Yorker Börse zurück, gleichzeitig auch von einigen kleineren europäischen Börsen. Dem Konzern ist es zu teuer geworden, nur fünf Prozent seiner Börsenumsätze im Ausland zu generieren. Man darf und muss sich dennoch fragen: Warum gelingt es europäischen Unternehmen nicht, sich in den USA durchzusetzen? Ein Hauptgrund ist es wohl, dass US-Amerikaner Nichtamerikaner seit Jahrzehnten zu Menschen zweiter Klasse gemacht haben. „We are the Empire“ hiess es noch bis vor zwei Jahren, und „Barbaren“ waren dort nicht geduldet, es sei denn als Dienende. Ein zweiter Grund dürfte das wachsende Risiko sein, dass die US-Administration mit allen nahestehenden Behörden den Zu- und Durchgriff auf Unternehmen will, die in den USA Geschäfte machen. Der Rückzug von der New Yorker Börse ist dann nur ein logischer Schritt für europäische Unternehmen, die sich diesem potentiellen Risiko nicht aussetzen wollen.

Ansgar Gmür greift Zürcher Regierung an

Dienstag, den 29. September 2009 um 9:32

Wie wenig Regierungsräte auf die Interessen ihrer Bürger abstellen, wird gerade in Zürich an vielen Beispielen deutlich. Rita Fuhrer ist daran gescheitert, obwohl sie es versprochen hat, ihre Bürger vor dem Fluglärm zu schützen; im Gegenteil, sie hat die Optionen offen gehalten, uns noch mehr von deutschen Airlines belärmen zu lassen, die Kloten als Umsteige-Flughafen nutzen. Ansgar Gmür, der Direktor des Hauseigentümerverbands HEV Schweiz, eine der stärksten Lobbyorganisationen des Landes, ist ebenfalls unzufrieden mit der Zürcher Regierung. Obwohl der Bundesrat die Abschaffung des Eigenmietwerts diskutiere, müssten die Zürcher einen Anstieg des Eigenmietwertes um 9 % hinnehmen. Gmür: „Die Zürcher Wohneigentümer werden geschröpft.“ Die Zwillings-Initiativen des HEV Schweiz zur Einführung des Bausparens und zur Abschaffung des Eigenmietwertes sollen spätestens im Mai 2013 zu einer Volksabstimmung führen. Das kostet die oft älteren Menschen in ihren mühsam ersparten Wohnungen und Häusern viel Geld, das ihnen der Staat aus der Tasche zieht. Vor allem in Zürich.

Credit Suisse schlägt UBS

Dienstag, den 29. September 2009 um 9:25

Die biedere Kreditanstalt/Credit Suisse, während Jahrzehnten die klare Nr. 2 hinter dem UBS-Konzern, kommuniziert mit zunehmender Sicherheit. Während Oswald J. Grübel gegen das traurige Erbe des Teams Wuffli/Ospel ankämpfen muss und, wohl oft in grimmigster Laune, seinen Entscheid verflucht, dieses herkulische Werk angenommen zu haben, macht seine Konkurrenz vom Zürcher Paradeplatz vor, wie man in schwierigen Zeiten wieder Glaubwürdigkeit erwirbt. Der St. Galler Marketingprofessor Dr. Christian Belz sagt richtigerweise: „Markenführung ist ein omnipräsentes und beliebtes Thema. Nur wird die Bedeutung der Markenkampagnen und Auftritte oft überschätzt. Der Kunde bewegt sich noch lange nicht, nur weil er schöne Bildchen sieht.“ Es sind die Auftritte der obersten Führungskräfte eines Unternehmens die neben den Dienstleistungen oder Produkten wichtigsten Faktoren für den Aufbau eines guten Rufes. Sogar die Anwälte haben ausgerechnet, dass der „gute Ruf“ einer einfachen Kanzlei, die an den Nachfolger verkauft wird, bis zu CHF 30 000.– wert ist, was ich im übrigen für zu tief halte. Bezweifelt werden unterdessen auch die Qualität der in den letzten 20 Jahren entwickelten Listen mit hohen Markenwerten von Produkten, denn in der Praxis ist niemand bereit, dies auch zu bezahlen. Insofern könnte man dem trotzigen Oswald J. Grübel sogar recht geben, wenn er sich falscher Imagewerbung verweigert. Dem liesse sich höchstens entgegenhalten, dass der Börsenkurs der CS sich besser als jener der UBS entwickelt und der Geldzufluss bei der CS den der UBS deutlich übersteigt. Vertrauen in eine Bank ist den Aktionären und Anlegern offensichtlich etwas wert.

Wieviele Schulden verträgt eine Kleinstadt?

Dienstag, den 29. September 2009 um 9:24

Illnau-Effretikon, eine Kleinstadt im Kanton Zürich, bereitet sich bis 2014 auf eine Schuldenlast von CHF 110 Mio. vor. Es lässt sich sagen, die 15 300 Einwohner bräuchten eine moderne Schule und ein zeitgemässes Sportgelände, aber wird nicht doch zu gross geplant? Sogar die Gemeindebehörden sagen, man könne dies nie zurückzahlen. Ich nenne das unseriös.

Exportstarke Schweiz

Montag, den 28. September 2009 um 14:34

Im ersten Halbjahr 2009 sind die Exporte aus der Schweiz mit -12,6 % wesentlicher weniger eingebrochen als in anderen Staaten (Deutschland -23,5 %, EU gesamt -24,3 %, USA -26,5 %). Wir haben einen Grund mehr zur Zuversicht, weil der globale Optimismus laufend wächst. Einziges Risiko für die Märkte ist die anhaltende globale Verschuldung, besonders auch diejenige der Finanzkonzerne, wo jederzeit wieder eine Grosskrise ausbrechen kann, welche die Staaten nur mit einer neuen Rekordverschuldung bremsen können, von auffangen spricht schon niemand mehr.

Arbeiten die Berner Beamten?

Montag, den 28. September 2009 um 9:54

Unsere Bundesbeamten in Bern haben Gefallen an Facebook gefunden, sodass 3-5 % aller Datenmengen, die sie, im Dienst des Schweizer Steuerzahlers stehend, abladen, Informationen von Facebook sind. Dieses „gesellschaftliche Medium“ hat keinerlei funktionalen Wert für seine Nutzer, es sei denn die Unterhaltung. Ds Internet dürfen unsere Staatsdiener selbstverständlich nach Lust und Laune auch während der Dienstzeit benutzen. Wer dies verteidigt, wie der Generalsekretär des Personalverbandes des Bundes, Hans Müller, nimmt seine Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler nicht mehr wahr.

Die Aktualität Gottfried Kellers

Montag, den 28. September 2009 um 9:34

Schon Gottfried Keller, der Zürcher Stadtschreiber, nannte die US „die kranke Schwester über dem Meere“. Wer dies im Umkreis der US-Botschaft in Bern heute sagt, gilt als nicht genehm. Steht die Zeit stille? Keller wurde vom „System Escher“ ernährt, „aber er biss ihm in die Hand“, wie Adolf Muschg schreibt. Keller nahm mit „Martin Salander“ Abschied von der Republik, die heute zu vergessen scheint, dass sie überlebt hat. Muschg: „Der Bürger soll eine Bank, an der ihm nichts gehört, als die seine betrachten.“ Er meint den UBS-Konzern. Kaspar Villiger, alt Bundesrat, könnte ihn belehren, wem das Unternehmen gehört, dem er vorsteht. Muschg, nicht ganz falsch, sagt: „Wir befinden uns in einem Dauerschock.“ Es wäre schön, wenn seine Vorstellungskraft wieder erwachen würde.

 
     
     
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