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Sind Vertrauenskrisen berechtigt?

31. Juli 2009 um 14:37

Unsere westlichen Regierungen, die demokratische Entscheide oft nur alle vier Jahre zulassen, messen das Vertrauen, welches sie in der Bevölkerung geniessen, deshalb regelmässig Was aber bedeutet es, wenn 50-80% der Bevölkerung mit einer Regierung oder einer bestimmten Person (noch) zufrieden sind? Es bedeutet nichts oder die zynische Akzeptanz der Tatsache, dass die Mehrheit des Volkes meist schlecht im Bild ist. Nehmen wir das Beispiel von Donald Rumsfeld, des dümmsten und überheblichsten Verteidigungsministers der USA seit Robert McNamara, den nach seinem erzwungenen Rücktritt sogar seine Admirale „A son of a bitch“ nannten. Rumsfeld, der auch einmal US-Präsident werden wollte, was sein engster Freund Dick Cheney verhinderte, bleibt in Erinnerung als Schuldiger an der US-Niederlage im Irak. Als seine Truppen Bagdad plünderten, sagte er „stuff happens“. Als sie sich beklagten, sie hätten keine richtigen Waffen für den Kampf, reagierte er „You go to war with the army you have…not the army you might want.“ Soeben bahnt sich ein westlicher Blackout in Afghanistan an. Unsere ideologischen Verteidiger der US-Kriegsführung nennen dort die Bekämpfung der Taliban und der Al Kaida als Zweck der Übung. In Wirklichkeit handelt es sich längst um einen Volksaufstand gegen westliche Soldaten, die dort ebenso wenig gewinnen können wie alle ihre Vorgänger seit Alexander dem Grossen. Hillary Clinton, soeben von einer „world tour“ zurück, zieht Bilanz: „US is back“, was sich bald als mittlere Übertreibung herausstellen wird. Schon jetzt lässt sich sagen, dass sie wohl keine Stricke zerreissen wird.
Wenn daher intelligentere Minderheiten frühzeitig der Meinung sind, die politische Führung sei unfähig (Denken wir nur an unseren Bundesrat in Friedenszeiten, von dem sich jetzt auch alt Botschafter Alfred Defago distanziert), haben diese Minderheiten meist recht, auch wenn die Masse dies noch nicht erkennen kann. Wenn Silvio Berlusconi seinen Altherrensommer in einem Masse geniesst, wie dies jetzt öffentlich wird, dann ist damit jeder Italiener blamiert, der dies hinzunehmen bereit ist. Blamiert sind auch alle Staatschefs, die sich mit einem solchen „Hallodri“ abgeben, zeigen sie doch, dass Werturteile und darauf beruhende Handlungen offensichtlich keine Rolle mehr spielen. In der Konsequenz hat dies einen langfristigen Vertrauensabbau zur Folge, der jene Gefahren erzeugt, vor welcher unsere Scheindemokraten an der Spitze stets warnen.

Ein Kommentar zu “Sind Vertrauenskrisen berechtigt?”

  1. mds

    Die Masse ist gar nicht relevant, es gilt auch in der Politik das 80:20-Prinzip: Es genügt, wenn 20 Prozent der Wähler unzufrieden sind … und es genügt, wenn wiederum 20 Prozent dieser Wähler ihren Unmut deutlich zum Ausdruck bringen – das nennt sich dann Revolution …

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