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Eine Schweizer Lobby in Washington, enfin!

31. Juli 2009 um 10:13

Micheline Calmy-Rey, die in ihrem engeren Beraterkreis mindestens einen erfahrenen Kommunikator hat, ist nun neu verantwortlich für die Schweizer Lobby in den USA. Damit soll nicht gesagt sein, dass wir bisher keine hatten, denn unsere Botschafter, so bis vor einigen Jahren Raymond Loretan, waren höchst aktive Lobbyisten jenseits des Atlantik. Wenn unsere Firmen, Roche (USD 10 Mio.), Novartis (USD 7 Mio.) und Nestlé (USD 3,7 Mio.), in den USA Lobbyisten bezahlen, geht es vorwiegend um Marketing. Niemand hat bisher die Interessen der Schweiz ganzheitlich vertreten. In den grossen US-Magazinen treten Ghana und Indonesien professioneller auf als die Schweiz. Jetzt wollen wir einmal sehen, ob wir es besser machen als das Fürstentum Liechtenstein, das unter Führung von Dr. Gerlinde Manz-Christ seit Jahren ein Kommunikationsprogramm entwickelt hat, das offensichtlich Früchte getragen hat. To follow.

Ein Kommentar zu “Eine Schweizer Lobby in Washington, enfin!”

  1. Fred David

    Es ist kein Kommunikationsproblem.

    Es ist ein substanzielles Problem. Keinem Amerikaner kann man erklären, warum ein Staat namens Switzerland eine der grössten amerikanischen Banken – UBS – wegen schwerwiegender, erwiesener und schriftlich eingestandener krimineller Machenschaften verteidigt, als sei sie ein Staatsunternehmen. In der Anklageschrift ist sogar von „Conspiracy“ die Rede. Ueber Jahre hinweg. Und nicht nur in den USA, sondern in ganz Lateinamerika und anderswo auf der welt.

    Der Staat Switzerland tritt im Gerichtssaal in Florida als Partei auf, obwohl Switzerland als Staat weder angeklagt noch sonst direkt in das Verfahren involviert ist. Die Schweiz macht sich selbst und freiwillig zum „mitgefangenen Mitgehangenen“.

    Einer amerikanischen Regierung würde so etwas nie in den Sinn kommen. Sie würde zuerst einmal die Bank bei sich zu Hause zur Rede stellen, Verantwortliche benennen und diese selber vor Gericht bringen. Im eigenen Land.

    Nichts davon in der Schweiz. Staat, Regierungen und Medien machen keinen Unterschied mehr zwischen UBS-Interessen und Interessen des Staates Schweiz. Noch mehr Staat auf einmal geht gar nicht. Wo sind bloss all unsere „Weniger Staat!“-Propheten geblieben?

    Solche eklatanten Widersprüche einigermassen glaubhaft aufzulösen wird auch dem besten Kommunikator nicht gelingen.

    Murks bleibt Murks. Und krimineller Murks bleibt krimineller Murks.

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