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Tagesarchiv für 29. Juli 2009

Die denkenden Maschinen sind schon da.

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 16:25

Mein Rasenmäher sucht sich seinen Weg selbst; die nächste Generation wird schon in der Lage sein, sich selbst aufzuladen, weil sie den Anschluss zum Stecker von alleine findet. Meine Überwachung beschränkt sich auf einen gelegentlichen Blick auf den Rasen, um die Maschine abzustellen, wenn sie ihren Auftrag erfüllt hat. Nicht anders werden die neuen Waffensysteme, Drohnen zum Beispiel, entwickelt, die einen bestimmten Auftrag erhalten, sich dann aber ihre Ziele im Rahmen des Auftrags selbst aussuchen können. Kann der Programmierer dann haftbar gemacht werden, wenn die Drohne gegen das Kriegsrecht oder die Regeln des IKRK verstösst? Die “artificial intelligence”, so der biometrische Pass, übernimmt immer grössere Teile der Gesellschaft, die von ihr gesteuert werden. Eine Welt, die sich auf neun Milliarden Menschen zubewegt, kann wohl kaum anders kontrolliert werden. Das Individuum wird sich dem kaum entziehen können, es sei denn um den Preis äusserster Einschränkung und zunehmender Immobilität.

Die Gier geht weiter um.

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 13:43

Ein Chefbeamter des Kantons Bern liess sich soeben bei seinem Abgang aus Staatsdiensten Fr. 300 000.-auszahlen zum Ausgleich von 3 700 Überstunden; man kann jetzt mindestens im Kanton Bern nicht mehr die Gier der Bankiers beklagen, ohne auf die eigenen Beamten einzugehen. Schlimmer noch trieb es die sozialdemokratische deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, welche die Nutzung ihres Dienstfahrzeugs mit Fahrer während der Ferien in Südostspanien damit rechtfertigte, die Anmietung eines vergleichbaren Autos in Spanien würde Euro 500.- pro Tag kosten. Pascal Lamy, CEO der WTO, möchte jetzt auch 30% mehr Lohn, was seine staatlichen Auftraggeber kaum verweigern werden. Der 58jährige Chef der Energiehandelssparte der US-Bank Citigroup, Kenneth Feinberg, will einen Bonus von USD 100 Mio.; dies bei einer Bank, die mit Steuergeldern gerettet wurde. Wenn Politiker das 21. Jahrhundert als das der “Bescheidenheit” bezeichnen, meinen sie damit wohl eher die von ihnen regierten Völker resp. die darin noch vorhandenen Steuerzahler. Merke: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.

Brauchen wir Prominente?

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 10:51

In der Schweiz, wo zwischen Prominenz und Servelat-Prominenz unterschieden wird, rätseln wir immer noch, ob wir Prominente überhaupt brauchen. Die Lösung ist nicht schwer zu finden. Prominenz ist für das Bürgertum was für die Aristokratie der Adel. Unser europäischer Adel ist ziemlich herunter gekommen, so in England, wo man mit guten Beziehungen zu Tony Blair und George Brown jederzeit einen solchen Titel kaufen konnte, wenn man etwas Kleingeld hatte. In der Schweiz war der Adel nie gerne gesehen, weshalb wir die von Graffenrieds, de Purys und de Wecks nie ganz ernst genommen haben, die ihre Auszeichnungen ohnehin im Ausland erworben haben, was auf frühere merkwürdige Geschäfte verweist. Die Prominenten jedoch sind neuerer Art, entstammen einem fröhlichen und häufig auch intelligenten bürgerlichen Publikum, das auch über sich selber staunen will. Die beste Produzentenmaschinen für Prominente sind, einmal abgesehen von deren fachlichen
Leistungen, die SRG mit ihren vielen Sendegefässen, der Ringier-Verlag, der stets mehr der Servelat-Prominenz als der echten diente, aber auch die NZZ und Tamedia. Jedes Haus hält sich seinen eigenen Stall bürgerlicher Prominenter, und überall im Land wird dies nachgeahmt. Ohne Prominente wäre das Bürgertum einigermassen orientierungslos.

NZZ, Tagi und Blick boykottieren Blatters Obama-Besuch

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 9:34

Unser Weltblatt von der Falkenstrasse und der “Tagi” mit gleich zwei neuen Chefredaktoren haben des FIFA-Präsidenten Besuch bei US-Präsident Barack Obama boykottiert, indem sie die Berichterstattung darüber verweigerten. Während praktisch alle Schweizer Medien, zum Teil mit Foto und sehr gross über den Besuch von Sepp Blatter im Weissen Haus berichteten, war dies der “NZZ” und dem “Tagi” keine Zeile wert. Auch im “Blick”: Keine Zeile. Daraus wird verständlich, warum sich der Präsident des weltgrössten Sportverbandes sehr charmant darüber beklagt, die Zürcher Medien hätten ab und zu ein gestörtes Verhältnis zu ihm. Zu deren Entschuldigung kann beigefügt werden, dass sich die “NZZ”-Redaktion derzeit massiv in den Ferien befindet und der verbliebene Rest an Redaktoren sich damit plagt, Prioritäten zu setzen. Beim “Tagi” ist die interne Lage noch eine Spur schlimmer: Neben den Sommerferien und dem Tagesgeschäft steht die Lancierung des verkleinerten Tagi bevor. Viele Journalisten wissen dort noch gar nicht richtig, was sie ab September zu tun haben werden. Gestern klagte mir einer: “Es ist einfach zu wenig los, um die Seiten zu füllen.” Beim “Blick” herrscht intern bare Ratlosigkeit, befindet sich das Blatt doch nach Jahren falscher Führung in einem bisher noch nie erlebten Formtief, immer weniger Leser und Inserate. Sepp Blatters Staatsbesuch in Washington haben unsere Zürcher Starmedien in der Sommerhitze ganz einfach verschlafen.

Weiss Oswald Grübel Bescheid,…

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 9:08

…dass seine Mitarbeiter in der Schweiz noch nicht begriffen haben, dass wir eine Krise haben? Nein, offenbar sind die Wolken zwischen Top-Management und Fussvolk wieder so dicht, dass der Boden nicht mehr zu erkennen ist. Viele Mitarbeiter freuen sich über höhere Löhne, Boni und golfen während der Arbeitszeit was das Zeug hält. Ich kenne Leute in der Bank die verbringen mehr Zeit auf dem Golfplatz, als bei ihren Teams. Ich kenne Leute bei der UBS Schweiz die wissen nicht, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen, weil sie für wenig Verantwortung fürstlich bezahlt werden. Aber – die UBS hat doch den schlechtesten Ruf in der Schweiz?! Woher das wohl kommen mag, Herr Grübel? Der CEO muss die Lecks im sinkenden Tanker erst stopfen. Ob ihm das gelingen wird? Einzig ein Wirtschaftsaufschwung wird das Schiff wieder auf Kurs bringen. Grübel ist leider kein Kommunikator erster Güte, was dem Unternehmen nicht zu Gute kommt. Würde er der Öffentlichkeit mitteilen was er genau tut, würde das Vertrauen in ihn und seine Bank wieder ansteigen. Für die Krise kann er ja nichts. Aber Beratungsunternehmen müssen ihre Kunden schliesslich auch informieren, was sie für ihre Honorare tun.

Fidel Stöhlker

75 000 Schizophrene in der Schweiz?

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 8:55

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Prozent der Bevölkerung schizophren ist. Das würde für die Schweiz 75 000 Schizophrene bedeuten. Kann dies sein? Ich ging stets davon aus, dass die naturnah lebende Bevölkerung der Alpen gesünder ist als es die Stadtvölker Londons, Mailands oder Paris’ sind. Zudem haben wir viele junge Ausländer, die eigentlich gesund sein sollten. 75 000, das ist eine unheimliche Zahl.

Unsere Schweizer Menschenrechts-Komödie.

Mittwoch, den 29. Juli 2009 um 7:07

In kaum einem Land wird derart häufig wie in der Schweiz von Menschenrechten gesprochen, die einzuhalten sind, aber rund um den Globus laufend verletzt werden. Unsere Politiker, Menschenrechtler und Medien strecken die Zeigefinger in die Luft und fordern rund um die Uhr: Haltet die Menschenrechte ein. Wie sich nun herausstellt, sind gerade wir es, die bei der Umsetzung der Menschenrechte den Bummelzug fahren. Die Schweiz hat sich bereits 1993 anlässlich der UNO-Konferenz für Menschenrechte verpflichtet, eine unabhängige Menschenrechts-Instanz im eigenen Land einzurichten. Unser Bundesrat, der vielen anderen Regierungen gerne den Stinkefinger zeigt und dort die Einhaltung der Menschenrechte einfordert, hat sich bisher geweigert, sich zuhause menschenrechtskonform zu verhalten. Das wäre nur dann lachhaft, wenn es nicht so ernst wäre. Hätten wir eine derartige Instanz, würde die Zahl der Beschwerden natürlich zunehmen. Economiesuisse und Arbeitgeberverband sind daran nicht interessiert. Unsere Bundesräte dürfen weiterhin gegen andere Regierungen wettern, welche die Menschenrechte verletzten. Bei uns spricht man nicht darüber, weil wir im Glashaus sitzen.

 
     
     
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