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Tagesarchiv für 27. Juli 2009

Nicht klüger, nur schneller.

Montag, den 27. Juli 2009 um 15:23

Die Goldman Sachs-Banker wissen nicht mehr über die Märkte, sie haben nur die besseren Computer, die in Millisekunden grosse Börsenaufträge übermitteln, während ihre Konkurrenten noch mit alten Systemen arbeiten; ein Kampf wie einst die Brieftaube gegen das Morsegerät. Goldman Sachs verteidigt sich: „Wir tun nichts Unrechtes.“ Die Behörden untersuchen. Ob unsere Schweizer Banken da auf Dauer noch mithalten können, ob die Credit Suisse an diese Systeme schon angeschlossen ist, das müssen wir bald wissen. Auf jeden Fall ist der Kapitalismus nicht tot, sondern Goldman Sachs praktiziert, was Prof. Malik verlangt: Funktionismus. Die kleinen Banken werden jetzt und in Zukunft so wenig gerettet werden, wie man den kleinen Anleger retten wird. CIT liess man fallen, nicht weil dort zu viele Fehler gemacht wurden, sondern weil sich eine Rettung nicht lohnte. Das Spiel der ganz grossen Zahlen, dessen Aufbau ich seit 1960 verfolge, dreht sich weiter; nur sind die Nummern nochmals eine Spur grösser. Die Risiken tragen weiterhin die Steuerzahler (das sind immer weniger) und das Volk, das seinen relativen Wohlstand verlieren wird.

Was macht „die Merkel“ eigentlich in der CDU?

Montag, den 27. Juli 2009 um 14:15

Der rheinische Frohsinn der Adenauer-Zeit ist der deutschen CDU abhanden gekommen. Die Schlitzohren und Schlaumeier von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl, alle aus dem Rheinland, beide erzkatholisch, haben den Stab einer Frau übergeben, die protestantisch ist, die in einem „heidnischen Land“, der DDR, geboren ist, die mit Religion bis heute nichts anfangen kann. Hat „Angie“ Merkel oder „Mutter Merkel“ die CDU gekapert? In Deutschland hat Kardinal Lehmann, der Vordenker des Katholizismus nördlich der Alpen, viel von seinem frühen Ruf verloren. Rom befördert nur noch Kandidaten, die ultramontan sind. Die CDU wird voraussichtlich die bevorstehende Wahl gewinnen, aber weder bei den Religiösen noch bei allen anderen wird dies glanzvoll sein. Von einem Guido Westerwelle gerettet zu werden, ist ein eher schwaches Zeichen. Die Liberalen haben soeben ein neues Wort kreiert: Katholikenkitsch. Sie meinen damit Forderungen der römischen Kirche in gesellschaftlichen Belangen. Es sieht aus, als ob die klassischen Katholiken ihre Lufthoheit weiter verlieren, die CDU ist jedenfalls keine grosse Hilfe.

Warum keine Schweinegrippe-Panik?

Montag, den 27. Juli 2009 um 13:19

Von tausend Erkrankten sterben fünf, darunter meist Personen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes aufweisen. Die Schweizer Medien schreiben jetzt schon fast täglich über die Schweinegrippe, aber nur sieben Prozent aller Schweizer fühlen sich davon persönlich betroffen. Das sagt etwas aus über die mangelnde Wirkung der Medien; man ist diesen Medienlärm leid. Nördlich der Alpen verläuft die Schweinegrippe bisher mild. Was sollen wir uns auch aufregen? Wer über 60 ist, wird zuletzt geimpft. Frauen und Kinder zuerst in die Boote.

Schweizer Bankgeheimnis, wer glaubt’s?

Montag, den 27. Juli 2009 um 11:57

Ich gehe jede Wette ein, dass vier Fünftel aller Schweizer einen guten Ertrag auf ihre Finanzanlagen wünschen; höchstens ein Fünftel braucht ein Bankgeheimnis oder legt Wert darauf. Nicht nur die Schweizer Behörden kooperieren voll mit den USA, auch die EU-Behörden, wie im Falle von Swift, wo jährlich von 8000 Banken rund 15 Mio. Banküberweisungen vollzogen werden, tun alles, den Wünschen der USA nachzukommen. Swift wird ab September in der Schweiz angesiedelt sein, um dem US-Druck zu entkommen. Wer glaubt daran? Sich den Amerikanern zu entziehen, gibt es nur einen Weg: Keine Geschäfte mit ihnen zu machen. Das glauben viele Schweizer sich nicht leisten zu können. Die Schweiz möchte doch nicht zu einem „failed state“ erklärt werden, womit unser nationaler Goldschatz im Fort Knox definitiv verloren wäre.

Berner Taubenkrieg, 2. Teil.

Montag, den 27. Juli 2009 um 10:30

Die ehemalige Berner Regierungsrätin Elisabeth Zölch, welche die Grundlagen für die strukturellen Verbesserungen unserer „Metropole des Herzens“ legt und ihr Amt nach 12 Jahren in Ehren niederlegte, hatte gegen Ende ihrer politischen Karriere nur einen Gegner, die Tauben, welche die Berner Felder plünderten und auch sonst störten. Als ihre Beamten ihr eine Giftpillen-Kampagne vorschlugen, ging, dies wegen der Volksproteste schief. Die alten Bernerinnen wollten weiter ihre Tauben füttern, wie dies sonst in Venedig der Fall ist. Nun erledigt sich die Frage von alleine: Es sind Wanderfalken und Habichte, welche die Regulierung der Berner Taubenpopulation übernommen haben. Wütend gegen sie ausgestreckte Fäuste wecken dort keinen Eindruck. Elisabeth Zölch hat sich grösseren Aufgaben zugewandt.

Ausländische Manager mit Psychoschäden.

Montag, den 27. Juli 2009 um 9:34

Die Klage ist weit verbreitet, vor allem in Kreisen rund um die das Land verteidigende SVP, die ausländischen Arbeiter würden unseren Sozialwerken jetzt zu Last fallen, weil sie bei uns besser versorgt seien als zuhause. Noch nicht vernommen habe ich die Klage über ausländische Führungskräfte, die nur englisch sprechen und daher ohnehin isoliert sind, die nun wegen Psychschäden in unsere Schweizer Kliniken Einzug halten. Für die ausländischen Manager der Basler Pharmaindustrie hält sich der Chefarzt der Kantonalen Psychiatrischen Klinik, Prof. Joachim Küchenhoff, bereit „Wir führen Gesprächstherapien auch in englischer Sprache.“ In Zürich ist dies überhaupt kein Problem. Während die Zahl der Banker laufend abnimmt, vermehrt sich die Zahl der Psychiater, die ein Auffangnetz für die Wohlstandsopfer anbieten.

UBS – CS: 0:1

Montag, den 27. Juli 2009 um 9:34

Vergleiche ich den „Investor’s Guide“ des UBS-Konzerns mit dem „Research Monthly“ des CS-Konzerns, steht der Sieger fest: 0:1 für die Credit Suisse. Was die Höfert’sche Equipe liefert, ist nicht ohne Geist, aber an Informationsdichte unvergleichbar schwächer als das Parallel-Produkt aus dem Hause Grübel. Giles Keating, Head of Research for Private Banking der CS-Group, bleibt ohne Emotionen hart an den Facts, die er übersichtlich vermittelt. Nur bei den Aktienempfehlungen muss man bei ihm, wie der Konkurrenz, vorsichtig bleiben, sieht man doch nie, welche Verbindungen zwischen der Bank und der empfohlenen Aktie, bestehen. Bei der UBS habe ich schon lange den Eindruck, man wisse dort nicht mehr, was ein Kunde ist. Die Grübel-Topmannschaft hat offensichtlich derart viel zu tun, dass der Info-Service gegenüber demjenigen der Konkurrenz zu leiden beginnt. Von einem Grübel-Bonus ist schon lange nicht mehr die Rede. Der CEO des UBS-Konzerns kommt mir immer mehr vor wie jener griechische Held, der zusammen mit seinen Söhnen gegen die Schlangen kämpft, die aus dem Meer gestiegen sind, ihn und seine Familie zu vernichten. Es wird Zeit, dass wir den „Change“ im Business der Grossbank begreifen; die Ospel’schen Fehldispositionen kommen uns alle teuer genug zu stehen.

Armin Walpen tut mir sehr, sehr leid.

Montag, den 27. Juli 2009 um 8:47

Diesen Abgang als Generaldirektor der SRG hat Armin Walpen ganz einfach nicht verdient. Er wirkt wie eine Puppenlarve, die durch den Stich einer Wespe gelähmt wurde, um darin ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Walpen hat eine starke SRG gewollt, er hat eine schweizerische SRG gewollt, er hat unabhängige Schweizer Programme gewollt, wollte damit die ausländischen Sender auf Distanz halten. Das meiste ist ihm geglückt, aber zuletzt war seine Personalpolitik und seine Kommunikation unverständlich. Ingrid Deltenre, die er aus bis heute unverständlichen Gründen zur Programmdirektorin machte, war sein Sargnagel, der langsam rostete und ihn vergiftete. Wie hilflos Walpen jetzt ist, zeigt die Berufung von Ueli Haldimann zu ihrem Übergangsvertreter. Jetzt will ihn sein Verwaltungsrat frühzeitig, das heisst vorzeitig, zu personellen Entscheiden zwingen, für die er sich Zeit lassen wollte. Erstens fragt man sich, was die ganze Entourage von Walpen in letzter Zeit geleistet hat, stv. Eckmann z. Bsp., zweitens wird deutlich, dass Walpen das Veränderungstempo falsch einschätzt. Wer auf dem oberen Rotten, im Goms, wo Walpen herkommt, Kanu fahren und nicht verunglücken will, muss schneller als das Wasser es ist rudern. Jetzt steckt Walpen in der Wasserwalze und jeder fragt sich: Kann er alleine auftauchen?

 
     
     
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