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Tagesarchiv für 23. Juli 2009

Was wollen die Rechten?

Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 13:02

Obwohl wir seit gut 250 Jahren in Europa Nationalstaaten haben, muss jemand beschlossen haben, diesen ein Ende zu machen. Alle nationalen Parteien, darunter in der Schweiz die SVP, unterliegen einem Generalverdacht. In Ungarn tritt die „Ungarische Garde“ in Erscheinung, die sich für das alte Ungarn, Gross-Ungarn, gegen die Vertreibung aus dem eigenen Land und die Förderung der sie beraubenden Roma ausspricht. Gleiche Entwicklungen haben wir in ganz Europa, wo die „Nationalisten“ bis zu vierzig Prozent der Bevölkerung ausmachen. Während die Staaten des Mittleren Ostens seit 90 Jahren um ihre Einheit kämpfen, loben wir den dort angesiedelten Nationalstaat Israel, wo nur Juden die vollen Rechte erhalten, palästinensische Israeli werden systematisch unterdrückt. Was andernorts weltweit Proteste auslösen würde, bringt dort nur die ultra-orthodoxen Juden auf die Palme. Die Eda Haredit sagen, der zionistische Staat Israel sei nicht rechtmässig, weil nur Gott diesen Staat begründen könne und nicht ein internationales Interesse. Wer blickt durch?

Europa, ein Zirkus

Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 13:02

Noch immer hat Europa keine Telefonnummer, wie sie einst von Henry Kissinger verlangt wurde. Jetzt möchte Tony Blair Europas erster Präsident werden, was uns nicht zu Optimismus veranlassen sollte. Sein „Dritter Weg“ war eine Vollpleite für das englische Volk, als Beauftragter für den Mittleren Osten hat er nichts geleistet. Schon Lawrence von Arabien, der im Hedschas den Krieg gegen der Araber gegen die Türken anführte, sagte über seine eigenen Landsleute: „Die Ordnung irgnoriert die Ehre.“ Braucht Europa englische Rentiers-Politiker wie Blair? Dafür haben wir eine „Mutter Merkel“ in Deutschland, die einfach nichts tut, einen Nicolas Sarkozy, der reumütig Spesen zurückzahlt, sonst aber über sein verarmendes Volk wie ein Sonnenkönig herrscht, einen „Cavaliere“ Silvio Berlusconi in Rom, der Minderjährige in seine Villen bringen lässt, der zwischen 23 000 Obdachlosen den G8-Gipfel feiern lässt und diese als Campingtouristen verhöhnt, der den US-Präsidenten Barack Obama einen Tag nach seiner Wahl als „sehr gebräunt“ bezeichnet. Wir haben Monarchen, die sich mit EU-Subventionen in Millionenhöhe bereichern, europäische Luxusparlamentarier, die den Steuerzahler pro Kopf und Jahr über Euro 500 000 kosten, und eine Immigrationspolitik, die von Ungarn bis Portugal Proteste der „Ureinwohner“ auslöst. Wer will noch zu Knie? Wir haben Zirkus alle Tage.

Höchst exlusiver MZ-Journalismus

Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 12:42

Weil die Mondlandung vor vierzig Jahren vor allem die ältere Generation beschäftigt und Präsident Obama im September entscheiden will, ob er USD 30-50 Mia. für den Marsflug aufwenden will, überschlagen sich unsere heimischen Redaktionen in der Mondberichterstattung, wo preiswerte Texte und Fotos in jeder Menge zur Verfügung stehen. Einige Redaktionen kamen auf die Idee, damalige Zeitzeugen über ihre Eindrücke zu befragen. Während die „Zürcher Landzeitung/Züriseezeitung“ sich noch die Mühe machte, Leser aus ihrem Gebiet zu befragen, beliess es die sonst gut gemachte „MittellandZeitung/Aargauer Zeitung“ bei Stellungnahmen, die exklusiv von redaktionellen Mitarbeitern geliefert wurden. Dieses Recherche-Aldi-Modell lässt sich auch auf viele andere Gebiete übertragen: Bankdienstleistungen, Sicherheit im Verkehr etc. Zum Schluss schreiben Journalisten für Journalisten, wie es heute schon vielerorts der Fall ist. Der treue Abonnent findet dies etwas schwach und sucht Besseres.

Oh Gott, was tun unsere Banken nur?

Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 9:46

Ein langjähriger Freund von mir, erfolgreicher amerikanischer Spitzenmanager, der viele Jahre in der Schweiz verbrachte und immer noch sein Chalet in den Alpen regelmässig besucht, sagte dieser Tage zu mir: „Eure Banker sind verrückt geworden.“ Auslöser war ein Brief, den er von einem unserer „big player“ erhalten hat, worin ihm nahe gelegt wird, sein nicht kleines Konto bei der Bank aufzulösen. Deshalb versteht er die Welt nicht mehr: Er hat nie Steuern hinterzogen, weil er ein stolzer Amerikaner ist, betrogen hat er schon gar nicht, weil dies für ihn unehrenhaft wäre. Er war 30 Jahre lang ein normaler Schweizer Bankkunde, der jetzt vor die Tür gestellt wird. Seine alten Freunde in der Bank sind längst pensioniert. Wenn er sie anruft, sind sie ebenso erschüttert über dieses Chaos auf dem Finanzplatz Schweiz, der einmal der weltbeste war. Ganz offensichtlich unterscheiden wir nicht mehr zwischen guten und schlechten Bankkunden, sondern wir haben begonnen, ganze Völker und bald auch Rassen zu diskriminieren. Ob Kaspar Villiger das wollte, als er sich zum VR-Präsidenten des UBS-Konzerns wählen liess? Ich kann es mir nicht vorstellen; der Wahnsinn spielt sich woanders ab, wo Kundenbeziehungen und Marktpflege unbekannte Begriffe sind. Ich schätze, dass es die Anwälte sind, die unsere Bankleitungen in die Verteidigung und das Chaos getrieben haben. Merke: Wer keine Risiken mehr wahrnehmen will, weil er keine mehr beherrscht, sollte sich nicht Unternehmer nennen. Auch nicht Bankier.

Von Singapur lernen

Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 8:16

Schon deshalb, weil der asiatische Stadtstaat Singapur ein Grossaktionär der grössten Schweizer Bank, des UBS-Konzerns ist, mindestens in Genf eine eigene Gesellschaft angesiedelt hat und wahrscheinlich auch sonst noch über einigen Besitz in unserem Land verfügt, sollten wir beachten, was Lee Yuan Kew, der Gründer des Stadtstaates und sein regierender Sohn Lee Hsien Loong (Familienname immer vorn) uns zu sagen haben. Es ist, wie immer klug. Sohn Lee rechnet mit einer der Schweiz vergleichbaren Arbeitslosigkeit von 3,2 %, erwartet aber keine „Revolution“ in seinem Land. Es werde noch lange dauern, bis man „politisch so arbeiten werde“ wie Deutschland und Frankreich, was als klare Absage an liberale Reformen gelten darf. Den Europäern wirft er vor, ihre Kritik an Burma sei wenig zweckmässig; ohnehin seien die Europäer, im Unterschied zur neuen Obama-Regierung wenig kooperativ. Die europäischen Firmen seien zwar anwesend, die Politik jedoch nicht. Natürlich sind die US-Amerikaner flexibler; sagte nicht ex UNO-Botschafter John Bolton vor wenigen Tagen „Wir Amerikaner sind das gutartigste Imperium der Geschichte. Punkt!“ Was ein gutartiges Imperium ist, verstehen wohl nur Politiker der USA oder von Singapur. Die Nordkoreaner, Vietnamesen, Chilenen, Iraker, Afghanen oder Palästinenser dürften anderer Auffassung sein. Wir Europäer sind zu Hilfsvölkern der Amerikaner geworden; darin ist Lee II. recht zu geben.

 
     
     
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