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Tagesarchiv für 21. Juli 2009

Der Fluglärm wandert nach Osten

Dienstag, den 21. Juli 2009 um 10:01

Thomas Kern, der CEO des Flughafens Kloten, einst Mitglied der Zumiker IG Chapf gegen die Einführung der Südanflüge, ist der Auffassung „Wenn man Lärm im Extremfall mit Hunger vergleicht, dann ist es ganz klar ein Luxusproblem.“ Damit schafft er eine Grundlage („Ich will dem Osten nichts vorgaukeln.“), seinen Flughafen damit künftig vermehrt von Osten her anzufliegen. Er ist sicher: „Die schweigende Mehrheit der Kantonsbevölkerung wird hinter dem Flughafen stehen, weil sie ihn nicht einschränken will.“

Sepp Le Grand

Dienstag, den 21. Juli 2009 um 9:19

Wir haben einen Weltstar in Zürich, dem Wallis und der Schweiz und wissen es kaum zu schätzen. Der als Fussballer in der Hüfte immer noch sehr bewegliche FIFA-Präsident Sepp Blatter wird am 27. Juli von US-Präsident Barack Hussein Obama empfangen (was dem Schweizer Botschafter in Washington meines Wissens noch nicht geschehen ist) und diesen als Ehrengast zur Fussball-WM im kommenden Jahr nach Südafrika einladen. Blatter hat die WM nach Afrika gebracht, in das Vaterland des amerikanischen Präsidenten. Blatter kann einen weiteren Grosserfolg verzeichnen, den bisher nur wenige begriffen haben: Im neuen EU-Vertrag von Lissabon, der nur noch von Irland angenommen werden muss, um rechtskräftig zu werden, ist im Artikel 165 die Förderung des Fussballs durch die EU eindeutig formuliert. Dieser Artikel wird dem Fussball in Europa eine ganz neue Dimension geben. Nur die Spiele selber werden immer problematischer. Im neuen Stade de Suisse in Bern ist der Gästesektor mit Sperranlagen ausgerüstet, hat automatische Türen und eine Überwachungsloge, sodass die Normalbesucher und die Fans dort gehalten und geführt werden wie einst im römischen Colosseo. Es ist halt ein kolossaler Sport mit einem Schweizer Caesar an der Spitze. Caesar hiess schon der Walliser Hotelier Ritz, der jene Spitzenhotels geschaffen hat, die heute noch von Terroristen als ultima ratio westlichen Tourismus‘ angegriffen werden. Caesar lässt sich auch Pascal Couchepin, der Schweizer Bundesrat aus dem Wallis, gerne nennen. Man sieht, die römisch-gallischen Wurzeln in unserem Südwestkanton greifen tief.

Bedrohter Schweizer Ruf

Dienstag, den 21. Juli 2009 um 8:47

Unsere beiden Grossbanken UBS und CS haben schon genug getan, den Ruf des Landes ernsthaft zu beschädigen. Natürlich ist dies für die jetzigen Generaldirektionen kalter Kaffee von gestern, für den Rest des Landes aber Gegenwart, wenn Auslandschweizer keine Konti mehr bei uns führen dürfen, wenn die deutschen Steuerbehörden bei Schweizer Bürgern in Deutschland durchgreifen, als kämen sie aus dem Kongo. Ein weiteres trübes Kapitel sind unsere Sterbehelfer, die von höchsten judikativen und politischen Autoritäten verteidigt werden, obwohl alle intelligenten Europäer darüber den Kopf schütteln. Die renommierte „Süddeutsche Zeitung“ schreibt vom „Schweizer Sterbeparadies“. Unsere Schweizer Suizid-Fachleute behaupten, „Jeder Mensch hat das Recht auf einen selbstbestimmten Tod“. Ich halte das für fraglich, denn nur in einer entsolidarisierten Welt, wo niemand für den anderen da ist, kann dies gelten. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen und kein vereinzeltes Individuum, das sich göttliche Kompetenz zuspricht. So sagt Andreas Blum, einer der wichtigsten Propagandisten der Schweizer Sterbehelfer: „Glücklich ist, wer glauben kann.“ Er, Relikt einer untergehenden Sozialdemokratie, kann dies offensichtlich nicht mehr. Es wird auch beklagt, das Personal in den Alters- und Pflegeheimen sei häufig auch überfordert. Ist das ein Grund für die Sterbehilfe? Diese soll nach Meinung ihrer Befürworter „ein sanfter und würdiger Tod“ sein. Wir haben lesen und hören können, dass dies nicht immer der Fall gewesen ist. Während sich die Bevölkerung gegen die Schweizer Todesfabriken (im Kanton Zürich rund 200 Fälle pro Jahr, davon ein Drittel mit „Exit“) zur Wehr setzt, wo Menschen aus ganz Europa durchaus freiwillig, wenn auch immer ohne Hoffnung, den letzten Gang antreten, verfolgen Justiz und Politik zum Schutz dieses Systems ein abstraktes Ideal, das wirklicher Menschlichkeit Hohn spricht. Menschlichkeit heisst, sich um den Nächsten zu kümmern, damit er die Lust am Tod verliert. Am Horizont zeichnet sich ein neuer Beruf, der des „eidg. dipl. Freitodbegleiters“ ab. Gut eidgenössisch ist er behilflich bei einem „Bilanzsuizid“. Damit künftige Marktpotentiale besser ausgeschöpft werden können, heisst es in der „Zürcher Vereinbarung über die organisierte Suizidhilfe, als besondere Fälle seien jetzt auch assistierte Doppelsuizide und solche von Personen unter 25 Jahren möglich“. Ethik-Vorbehalte haben weder der Verein Exit, über dessen Vermögen nur zu rätseln gestattet ist, noch der Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner, der mit dieser „Zürcher Vereinbarung“ eine Aufwands- und Kostenreduzierung für die Staatsanwaltschaft anstrebt. „Unsere UBS“, die in erster Linie ausländischen Grossaktionären gehörende grösste Schweizer Bank, hat während Jahren in aller Heimlichkeit US-Bürger zur Steuerhinterziehung aufgefordert. Wären die US-Gerichte nicht gewesen, hätte sich kein Schweizer Staatsanwalt daran gestört. Unsere Suizidpraxis ist ein neuer Skandal, dem wir mit eigenen Mitteln offensichtlich nicht mehr Herr werden.

Warten bis der Wolf kommt

Dienstag, den 21. Juli 2009 um 7:44

Im Kanton Freiburg hat der Wolf 26 Schafe gerissen; jetzt will man Vorsorge treffen. So ist das in unserem Land; zuerst muss der Wolf kommen, dann wird gehandelt.
– Nehmen wir die Vorsorgekassen der Firmen der öffentlichen Hand, speziell der Transportunternehmen. Seit Jahren wissen wir, dass dort, parallel zu dem früheren Börsenboom, eine Glücksspieler-Mentalität Einzug gehalten hatte. Jetzt müssen die Steuerzahler Milliarden nachfinanzieren.
– Nehmen wir die Autobahnplanung zwischen Zürich und Bern. Seit einer Generation wissen wir, dass eine zweispurige Autobahn zwischen der Schweizer Wirtschafts- und Politi-Hauptstadt nicht ausreicht. Jetzt machen wir uns zögerlich an einen Ausbau.
– Nehmen wir das Hochschulsystem: Wir produzieren Philosophen und Psychologen, aber zu wenig Ingenieure und gute Volks- wie Betriebswirte, auch fehlt seit Jahren der qualifizierte IT-Nachwuchs. Wir importieren Ausländer und ärgern uns noch darüber.
Dieses Denken ohne Perspektive hat die UBS und grosse Teile des Finanzplatzes in den Untergang getrieben, hat zum Verkauf vieler Schweizer Firmen ins Ausland geführt und eine Politik ausgelöst, die einreisende Millionäre und Milliardäre wie Firmen steuerlich begünstigt, während der Aufwand zur Verbesserung staatlicher Leistungen und zur Erhaltung des eigenen Mittelstandes kaum noch fnanziert werden kann. Von daher kann gefolgert werden, dass noch einige Wölfe vor der Tür und etliche schon mitten im Land stehen. Unsere geistigen Schafhüter suchen mit den Feldstechern die Felsen nach Wölfen ab, während diese längst vor ihnen im Tal stehen.

Ein neuer Basler Aufsteller

Dienstag, den 21. Juli 2009 um 7:16

Wenn Dieter Kohler, der neue Leiter des Basler Regionalradios der SRG, gefragt wird, was für ihn ein Basler Aufsteller sei, sagt er: Die Gastroszene und „ein lauer Sommerabend auf der Kasernenmatte“. Aus dieser Antwort geht die Beschränktheit unseres SRG-Journalismus’ deutlich hervor. Basel ist eine europäische Wunderstadt mit einem Kulturangebot, welches an Reichtum dasjenige von Zürich und Genf übertrifft. Basel hat Wissenschaftler von Weltklasse, hat mit dem Novartis-Campus eine Anlage, die sich auch in den USA und Asien sehen lassen kann, hat mit dem Elsass, dem Jura und dem Schwarzwald europäische Zentren vor der Tür, die an Vielfalt schwer einholbar sind. Was sieht der gute SRG-Journalist? Die Gastroszene und die Kasernenmatte. Kein Wunder, dass die Basler SRG-Hörer auch nicht mehr sehen.

 
     
     
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