Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 20. Juli 2009

Die Macht der Lokal-TV’s

Montag, den 20. Juli 2009 um 10:22

In Zürich ist Markus Gilli, Programmchef und Chefmoderator von TeleZüri, eine Institution. Er hat Karrieren aufgebaut, so die zahlreicher Politiker, und manche sich nicht entfalten lassen. Zusammen mit Hugo Bigi verleiht er TeleZüri ein Profil weit über die Limmatstadt hinaus. Ein Coup ist auch Willy Surbeck, dem Inhaber von TeleBasel gelungen. Auf seinem Sender wurde vor einer Woche darüber geklagt, dass die Stadt Basel Roger Federer kein Fest ausgerichtet habe und Stapi Guy Morin lieber in die Ferien gegangen sei als seinen Weltstar zu feiern. Morin und Stadtratskollege Carlo Conti unterbrachen darauf ihre Ferien, um Roger Federer bei einer privaten Feier, die Volksfestcharakter annahm, zu gratulieren. Das Basler Volk muss auf sein Federer-Fest noch warten. Vielleicht liegt dies auch daran, dass Roger Federer eigentlich ein Basellandschäftler ist und damit aus jenem Halbkanton kommt, der sich einst gegen die Basler Herren aufgelehnt hatte.

Mr. Ticino hält durch

Montag, den 20. Juli 2009 um 9:18

Er würde, den Kopf unter Wasser, noch den Haifisch anlächeln, der ihn beissen will. Die Rede ist von Marco Solari, Mr. Ticino, dem Präsidenten des unsterblichen Filmfestivals Locarno, dessen Besuch für einen Kunstfreund so wichtig ist wie die Besteigung des Mont Jovis für einen Bergsteiger. Solari, „ich bin ein Freund der Bescheidenheit“, zählt Locarno zu den Top-Ten-Filmfestivals der Welt, was nur deshalb keinen Widerspruch auslöst, weil weder die Sponsoren noch die Besucher kein Interesse daran haben, ihren eigenen Einsatz zu mindern. Gerettet wurde Locarno in diesem Jahr durch die Schweizer Staatsbank UBS. Wo der Steuerzahler mit Milliarden im Obligo steht, sind einige Milliönchen für das Tessiner Staatsfestival sicher angebracht. Der Schweizer Film sucht nach dem „Sennentuntschi“-Debakel in Locarno seinen Ruf zu retten. Marco Solari, ein Typ wie Dölf Ogi, gehört zu jenen Schweizern, die, dem Lande dienend, den Spagat zur Olympiareife gebracht haben. Wir werden noch mehr davon brauchen.

Hansruedi Merz an die Front

Montag, den 20. Juli 2009 um 8:18

Schon hat unser Bundespräsident Hansruedi Merz sein Ränzel gepackt, um nach Micheline Calmy-Rey zu Oberst Ghadafi zu pilgern, um dort die Freilassung der Schweizer Staatsgeiseln sowie weitere Verhandlungsfortschritte zu erreichen. Wie an dieser Stelle als Primeur berichtet, war es völlig sinnlos, die attraktivste Grossmutter der Schweizer Aussenpolitik nach Tripolis ins Zelt des libyschen Machthabers zu delegieren, weil dieser Frauen als Verhandlungspartner ohnehin nicht schätzt und seine eigenen Wächterinnen wesentlich attraktiver sind als unser politischer Jungstar Micheline. Hansruedi Merz will es nun wagen, zumal er jüngst meldete, der iranische Staatschef Ahmedi Nejad sei seinem Appenzeller Rat gefolgt, sich zum Holocaust nicht mehr zu äussern, weil dies keinen Imagegewinn verspreche. Nun gibt es noch einen zweiten politischen Weltstar, den kaum jemand kennt, der den gleichen Anspruch angemeldet hat: Ban Ki-moon, der 8. UNO-Generalsekretär, bezeugte: „I persuaded Iranian President Mahmoud Ahmadenijad not to deny the existence of the Holocaust in a speech at a U.N. conference.“ Wer war es nun? Die beiden eher unscheinbaren Politiker sollen dies unter sich ausmachen; uns bleibt das befreiende Gelächter.

Es gibt kein Goldman Sachs-Wunder

Montag, den 20. Juli 2009 um 7:48

Die manchen überraschenden neuen Milliardengewinne der Wall Street-Finanzfirma Goldman Sachs sind kein Wunder, sondern nur ein Indiz dafür, dass nach dem „outcrowding“ geistig und materiell schwächerer Konkurrenten sich die neuen Stars nun rascher als vermutet bemerkbar machen. Die globale Finanzkrise ist für die echt kapitalistischen Firmen schon vorüber, denn sie können sich leicht dort bedienen, wo wertvolle Reste der alten Zeit noch vorhanden sind. Dies ist nicht das Ende des Kapitalismus, wie von St. Gallen bis Rorschach vermutet wird, sondern der Anfang eines noch stärkeren Kapitalismus’, wie von der University of Chicago und Jack Welch vorausgesagt. Wir würden gut daran tun, dies ernst zu nehmen, denn wer nicht in der Lage ist, Gewinne zu machen, wird aus dem nationalen und globalen Wettbewerb ausscheiden, es sei denn, er werde von den kantonalen oder nationalen Regierungen auf Kosten der Steuerzahler und der Folgegenerationen subventioniert.

Wer beflügelt die Schweizer Wirtschaft?

Montag, den 20. Juli 2009 um 7:05

Das Rätselraten ist gross: Wer wird in den kommenden 12 Monaten die Schweizer Wirtschaft beflügeln, die Exportwirtschaft, die staatlichen Haushalte oder die KMU? Wie die besser dokumentierten Erfahrungen aus den USA und den grossen EU-Staaten zeigen, sind es die kleinen und mittleren Unternehmen, die mit ihrer Flexibilität die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht haben. Nun muss man beachten, dass ein KMU in den USA, Deutschland oder Frankreich in der Schweiz rasch als Konzern bezeichnet wird. Es sind demzufolge die mittelgrossen Konzerne, von denen wir in der Schweiz viele haben, von denen das Schicksal der Gesamtwirtschaft in hohem Masse abhängt. Die bisher relativ solide Finanzlage des Bundes und vieler Kantone begünstigt die Annahme, dass mit „deficit spending“ die kommenden drei Jahren überwunden werden können. Weniger bedeutend als erwartet sind die Leistungen der grösseren Konzerne, wie ABB, Sulzer oder Nestlé. Es tut uns gut, wenn sie florieren, aber einen wirklichen Aufschwung können sie alleine nicht auslösen. Die KMU leben nicht nur von bescheideneren Ansprüchen ihrer Mitarbeiter, sondern ebenso ihrer direkten Vorgesetzten wie der Eigentümer. Dabei sind die Leistungen dieser Teams nicht geringer als diejenigen von hochdotierten Pharma- oder Energiemanagern, deren Effizienz mangels Durchblick meist überschätzt wird. Ein konsequenter Abbau unnötiger Verwaltungseinheiten bei Bund, Kantonen und Gemeinden könnte einen kommenden Schweizer Aufschwung nur beflügeln, aber die Selbstverteidigungsfähigkeit der Beamten und Angestellten ist gewaltig, halten sie mit ihrem organisatorischen Druck, Insiderwissen und konsequentem Abstimmungsverhalten doch die Schlüssel zur Macht fest in den Händen.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog