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Tagesarchiv für 2. Juli 2009

Schweizer Werber in der Krise

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 13:14

Bei Ringier kriselt es mächtig: Die Führungskräfte laufen zu anderen Verlagen über oder werden jetzt rascher gekündigt als je zuvor. Als die Inserate noch flossen und die Konkurrenz schwächer war, konnte man sich als kluger Verlag verkaufen lassen; heute funktioniert das nicht mehr. Frank Bodin, aus Deutschland stammender Feingeist, Werber des Jahres und bsw-Präsident, kämpft für seine Branche gegen die Konkurrenz aus Deutschland und Frankreich, die in die jeweiligen Schweizer Landesteile vorstossen. Die grosse Zeit der Schweizer Werbung ist vorbei wie die von Ringier (sofern der neue CEO aus Deutschland nicht endlich aufräumen darf). Solidarität unter den Agenturen gibt es nicht mehr; jeder kämpft zu Billigpreisen gegen jeden. Gleichzeitig verdummt die Werbung, wie derzeit auch bei der SP Schweiz zu beobachten, womit die geistige Krise vieler nur bestätigt wird. Es war einmal.

Muslime bringen Wohlstand

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 12:30

In Deutschland leben 4,3 Mio. Muslime, eine Million mehr als bisher angenommen. Diese Nachricht macht viele nervös, aber beim zweiten Blick besteht kein Grund für Unruhe. Die Muslime in Deutschland leben vor allem in den reichen Bundesländern des Südens und des Westens Deutschland, wo sie zum wirtschaftlichen Aufschwung, mindestens aber zur Stabilisierung der Lage beitragen. Merke: konservative Muslime sind fleissig. Wir haben soeben die sehr schöne neue Moschee in Olten eingeweiht. Es gab keine Proteste, keinen Volksaufstand. Die Menschen im Brückenkanton sind vernünftiger als ihre Politiker.

Public Relations – Rettungsanker für Journalisten

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 12:19

Das immer wieder gespannte Verhältnis zwischen einigen Journalisten und PR-Agenturen scheint sich Dank der Krise langsam zu lockern. Das Journalisten-Sterben in Schweizer Verlagen geht weiter. Über 25 % der redaktionellen Mitarbeiter von Verlagen wurden in der Schweiz entlassen und die Betroffenen flüchten direkt in die PR-Branche. Ringier entlässt gerade alle Mitarbeiter beim Magazin “Gesundheit/Sprechstunde” von PR-Arzt Samuel Stutz, weil die Werbeeinnahmen fehlen. Es ist davon auszugehen, dass bei Ringier noch einige Mitarbeiter gehen müssen, besonders dann, wenn der Axel-Springer-Verlag sein Interesse bekundet. Dann kommen die günstigen deutschen Journalisten in die Schweiz und viele Schweizer Kollegen werden sich auf der Strasse wieder finden. Für entlassene Jounalisten gibt es genau drei Möglichkeiten:

1. Sie bewerben sich bei Unternehmen, über die sie positiv berichtet haben, als Kommunikations-Chef oder -Mitarbeiter. Kürzlich ist das einem Sportmoderator bei “Radio24″ erfolgreich gelungen

2. oder sie bewerben sich bei PR-Agenturen als Mitarbeiter, wo sie meistens aber die Techniken der PR noch lernen müssen. Viele Journalisten unterschätzen die Arbeit des PR-Beraters, wie wir in diesen Tagen feststellen

3. oder sie werden selbständig wie z.B. SF-Moderator Patrick Rohr und bieten Medientrainings an, was sowieso schon jede bessere PR-Agentur im Lande tut. Also me-too-Produzent werden.

Fidel Stöhlker

Ein Auto für USD 1 Mio. plus

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 9:53

Kriege sind für einige immer gute Geschäfte. Während Afghanistan die USA mit billigem Kokain überschwemmt, bereiten die Amerikaner den Gegenschlag vor. Sie wollen 5 400 Gelände gängige und minenresistente Autos produzieren, damit die westlichen Verbündeten überhaupt eine Chance haben, auf dem Landweg in die Berge zu kommen. Bisher war dies offensichtlich nicht möglich, weil die Fahrzeuge aus dem Irak im Iran rascher als erwartet zusammen brachen. Jedes Fahrzeug kostet über eine Million USD, die Gesamtkosten sollen USD 11 Mia. betragen. General Dynamics, BAE Systems und Navistar bieten um die Wette.
Wer sich fragt, womit die USA eigentlich ihr Geld verdienen, um das Land, seine Bürger und den Fortschritt zu finanzieren, begegnet zuerst der Zahl 70 %. Das ist der Konsum der Menschen in den USA; ganz offensichtlich bricht er laufend zusammen, weil er künstlich hochgeputscht (gedopt) war. Und sonst? Das Kriegsbusiness ist hoch rentabel, wenn es auch die Verschuldung des Landes weiter fördert. Die graue und die schwarze Wirtschaft, das Drogenbusiness vor allem, sichern nicht nur den Tod vieler, sondern auch das Überleben von Millionen. Silicon Valley und Hollywood sind ziemlich schwach auf der Brust. Die Erholung des Finanzplatzes wird irgendwann stattfinden, aber mit wesentlich weniger Teilnehmern.

Silvio Berlusconi, der globale Staatsmann

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 9:25

Dieser unglaubliche Silvio Berlusconi, eine Art Michael Jackson der europäischen Politik, wird in wenigen Tagen die Teilnehmer des G8-Gipfels in Aquila begrüssen, das er als Potemkin’sches Dorf präsentieren wird, weil dessen frühere Bewohner noch in Zelten hausen (“Camping im Sommer ist wunderbar”, so Berlusconi), während seine Gäste in einer für Euro 50 Mio. umgebauten ehemaligen Carabinieri-Kaserne das Schicksal der Welt bestimmen werden. Berlusconi, von Frauen mehr verfolgt als geliebt, schwimmt wie ein Markklöschen auf den Wellen seiner Skandale. Er sagt: “Wir Italiener sind so.” Nein, alle nicht, aber einige. Berlusconi, Medienmagnat, hat seine Botschafter gepeinigt, sie möchten die negativen Berichte über ihn verhindern, was natürlich eine lachhafte Forderung war. In seiner Person äussert sich die unheilige Verbindung zwischen “Grösste Werbeagentur Italiens – Grösstes privates Medienimperium – Grösster globaler Staatsmann Italiens seit Mussolini”. Das kann nur böse enden; fragt sich, für wen?

Schade um die Cassons-Bahn

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 8:26

Reto Gurtner, der Chef der Weissen Arena in Flims, der von der Seite ein wenig wie Joseph Conrad aussieht, will im kommenden Jahr die Cassons-Bahn schliessen, eine Pendelbahn zu einem wunderbaren Wandergebiet in den Voralpen. Gurtner macht mit dieser Bahn jährlich eine Million Franken Verlust, wozu ich einige Male beigetragen habe. Während die Schneekanonen-Offensive läuft, die Millionen kostet und die Umwelt verwüstet, werden die kleinen Bahnen wohl still und leise abgebaut. Oberhalb von 1200 Metern beginnt jetzt die Bärenzone, denn die Menschen ziehen sich zurück.

Ausländerpolitik Villa Kunterbunt

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 7:57

Der biedere Berner Medienprofessor Roger Blumen geht nach 20 Jahren an der Uni Bern in Pension. Kein Schweizer Nachfolger hat es in die engere Auswahl geschafft; jetzt stehen dort sechs Deutsche Schlange. Sie sind einfach besser, sagen die Schweizer Beiratsmitglieder Christa Markwalder und Ursula Wyss. Die in St. Gallen lehrende Miriam Meckel, eine Deutsche, kümmert sich wenig um Schweizer Politik, sondern gefällt auch durch Seichtes: Abschalten können als These. Politiker wissen nicht recht, ob sie diesen Trend zum Ausländer als Leiter Schweizer Kommunikationsschulen (Russ-Mohl in Lugano) loben oder verdammen sollen. Als Kommentatoren zur Schweizer Innenpolitik, wie Roger Blum es stets wagte, sind sie weniger gefragt. Man kann den Trend auch anders sehen: Schweizer Innenpolitik ist auch bei den professoralen Kommunikatoren heute weniger als früher gefragt. Mit solchen Themen macht niemand mehr Karriere.
Dafür freuen wir uns über den 32jährigen deutschen Arzt Jens Petersen, dessen Roman “Bis dass der Tod” soeben in Klagenfurt ausgezeichnet wurde. Schweizer Medien: “Der Preis geht nach Zürich”; das frühe Ausscheiden der Schweizer in Klagenfurt wird vergessen. Marc Forster gilt unterdessen auch als erfolgreichster Schweizer Regisseur, obwohl der mehr deutsch und amerikanisch als bündnerisch auftritt. Die Schweiz ist eine “Villa Kunterbunt”, dies zum Kummer aller “Hopp Schwiiz”-Freunde, wo sich nichts mehr bewegt.

Es fehlt ein Rest Klugheit

Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 7:22

Wegen einer merkwürdigen Personalaffäre, die längst niemand mehr interessiert, hat der libysche Regierungschef Ghaddafi aus der Schweiz über fünf Mia. Vermögen abgezogen. Würde man in Bern und Genf jede bedrohte Haushalthilfe von Diplomaten derart verteidigen, müssten wir ein neues Sondergericht für Diplomaten einrichten. Verloren hat Zürich auch Matthias Hartmann, weil alt Stapi Elmar Ledergerber die Gewerkschafts-Rankünen am Zürcher Schauspielhaus wichtiger waren als “der erfolgreichste Theaterregisseur seiner Generation”. Der international gefragte Theaterleiter, als “Richtigmacher” bekannt, der stets pünktlich lieferte, hat nach Christoph Marthaler das Zürcher Schauspielhaus wieder gefüllt; dafür wurde Marthaler dieser Tage gefeuert. Quelle ironie! Hartmann ist nicht nachtragend. Nachfolgerin Barbara Frey inszeniert in Zürich “Was ihr wollt” und wird anschliessend von Hartmann’s Burg übernommen. Beide Geschichte haben einen Nenner: In Genf wie in Zürich fehlt ein Rest an Klugheit, was von uns als Standfestigkeit interpretiert wird.

 
     
     
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