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Tagesarchiv für 1. Juli 2009

Die Verwaltung dehnt sich aus

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 15:36

Unsere beiden Metropolitan-Regionen Zürich und Genf schaffen neue Verwaltungsstufen zur innerkantonalen Organisation; das kostet Geld. Deshalb haben sich auch 84 Gemeinden der Grossregion Bern-Mittelland zusammen getan. Die neue Berner Regionalkonferenz sollte ursprünglich CHF 3,70 pro Einwohner kosten, aber schon sind die Kosten um 18 % auf CHF 4,39 pro Kopf gestiegen. Die Idee solcher Grosskonferenzen, eine Vorstufe des Abbaus mittelalterlicher und napoléonischer Verwaltung, sind eine gute Sache, aber nur dann, wenn die alten Strukturen auch abgebaut werden. Damit ist vorläufig nicht zu rechnen, weshalb wir mehr denn je verwaltet werden.

Sepp Blatter, Walliser im Weltformat

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 15:36

Der 300 000 Einwohner zählende Kanton Wallis hat immer schon grosse Männer hervorgebracht. Der grösste lebende Walliser aber ist FIFA-Präsident Sepp Blatter, dem während des Confed-Cups Afrika zu Füssen lag. Ganz wie John F. Kennedy (“Ich bin ein Berliner”) sagte er zu den Afrikanern “Meine Heimat ist Afrika”. Das sollte keine Absage an die Schweiz und sein Wallis sein, wohl aber die Aufnahme des Schwarzen Kontinents in sein Herz. Ohne Sepp Blatter gäbe es keine Fussball-WM in Südafrika. Wer nur schon unsere dunkelhäutigen Spieler in Europa kennt, weiss, was dieser Wettbewerb für Afrika bedeutet. Sepp Blatter will nun auch noch die Seele Afrikas entdecken. Das wird einige Zeit dauern, weshalb wir hoffen, dass er uns auf dem Sonnenhügel Zürichs noch ein wenig erhalten bleibt. Grösster Walliser vor Sepp Blatter wie Kardinal Matthäus Schiner, der zwar mit der Schweiz die Schlacht von Marignano verlor, aber den Tessin für die Schweiz erhielt. Zwei ernsthafte Kandidaten für grosse Aufgaben sind Bundesrat Pascal Couchepin, der nach seinem bevorstehenden Rücktritt die Schweiz mindestens so gut vertreten kann wie Dölf Ogi, aber auch Abt Martin Werlen, den sehr talentierten Erneuerer des Benediktinerkloster Einsiedeln. Abt Martin ist der jüngste Schweizer Bischof, Rom kritisch zugeneigt und bei den Gläubigen sehr beliebt. Solche Männer, die häufig aus dem Wallis kommen, braucht das Land, denn sie haben im zweisprachigen Kanton früh gelernt, sich in Widersprüchen durchzusetzen.

Sechs sehr faszinierende Zahlen

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 15:36

Bernard Madoff erhielt 150 Jahre Gefängnis für einen Betrug über USD 65 Mia. Er bewegte dazu USD 170 Mia. auf seinem Hauptkonto, wovon USD 1,2 Mia. gesichert werden konnten. Frau Madoff wurden vom Richter noch USD 2,5 Mio. (“Ein Madoff, nach neuer Lesart”) zugesprochen, damit sie finanziell überleben kann; die restlichen 77,5 Mio., die ihr gehörten, musste sie abgeben. Wovon niemand spricht: Etliche müssen sehr reich geworden sein. Es müssen wichtige Personen sein, denn Madoff und seine Familie schweigen dazu. Betrogen wurden auf jeden Fall viele Juden; er wird doch nicht im Dienst Palästinas oder der Hamas gestanden sein? Oswald J. Grübel erzählt, er sei von vielen CS-Kunden unter Druck gesetzt werden, “Madoff” zu kaufen, sei extra deshalb nach NYC geflogen und habe es anschliessend abgelehnt, dort einzusteigen. Jetzt muss er die UBS vor Madoff-Forderungen über USD 1,4 Mia. retten.

Von Hilmar Kopper lernen

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 15:36

Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, Vorgänger von “Joe” Ackermann, unserem Schweizer Churchill (“V”), steht wieder einmal voll im Fettnapf. Er sagte im deutschen Fernsehen: “Mein eigenes Geld habe ich selbstverständlich solide angelegt. Etwas Aktien, ein paar Fonds, festverzinsliche Wertpapiere – und kein einziges Zertifikat.” Jetzt steht die Deutsche Bank am Pranger. Ihre Kunden haben wegen weniger solider Anlagen Milliarden verloren; jetzt wollen sie ihr Geld zurück und haben Hilmar Kopper als Kronzeugen gegen die Bank.

Der richtige Name zählt

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 15:36

Würde Bakir Aznavourian sich in Aarau als Mitarbeiter in einem KMU bewerben, hätte er – schon wegen seines Namens und seines Aussehens – Schwierigkeiten; das zeigen alle Umfragen. Weil er sich aber Charles Aznavour nannte und dazu noch ein höchst begabter Sänger, Liedtexter, ja Dichter war, wurde er nun in Bern zum Botschafter Armeniens in der Schweiz ernannt. An der Karriere des 85jährigen kann man einiges lernen:
- Das Recht auf die Anpassung seines Namens an die nationalen Gepflogenheiten sollte jedem zustehen, wenn er es mit seiner neuen Heimat ernst meint.
- Wer lange durchhält, wird belohnt werden.
- Unser diplomatisches Korps in Bern, das sich meist diskret im Hintergrund hält, ist ein bunter Haufen. Für die meisten ausländischen Diplomaten ist es ein Zucker-Job am Ende ihrer Karriere, so speziell für die deutschen Botschafter. US-Botschafter ihn Bern wird ohnehin nur, wer einen siebenstelligen Betrag für den jeweiligen Präsidenten gesponsert hat.

Nervöse Schweizer Bankiers

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 15:35

Wer sich eine Strafe von CHF 5 Mia. leisten kann, ist kein kleiner Verbrecher. Die UBS wird derlei wohl demnächst leisten müssen, was unser Kleinbasler Bankiersgenie Marcel Ospel mit seinen Raubtier-Truppen in den USA angerichtet hat. Die Bankiersfamilie Mirabaud in Genf sieht die Schweiz im Krieg gegen die ganze Welt, die nichts anderes im Sinn habe, als den Finanzplatz Schweiz zu vernichten. Bénédict Hentsch, ein nicht minder berühmter Genfer Bankier, der freiwillig Entschädigungen zahlte, weil er am Untergang der alten Swissair als VR stark beteiligt war, dessen Menschkenntnis dann ausreichte, in den falschen Hedge Fund in den USA einzusteigen, wobei er Dölf Ogi gleich mitnahm, verlangt für die Schweiz einen “Finanz-General”. Am besten, er übernimmt den Job gleich selbst, womit wir den Rest des Landes sicher auch liquidieren können.

Mit “NUCKIDS” gegen atomare Ängste

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 7:23

Die Schweiz könnte drei neue Kernkraftwerke vertragen, aber der Bundesrat will nur zwei davon zum Bau zulassen. Axpo und Alpiq scheinen einen kleinen Vorsprung zu haben, denn die Bernischen Kraftwerke (BKW) haben das Pech, einen Kanton mit grüner Regierung zu vertreten. Warum sollen gerade die Grünen ein neues Kernkraftwerk erhalten, das sie so heftig bekämpfen? Dazu kommt die bewusst geschürte Angst von Teilen der Bevölkerung vor solchen atomaren Grossanlagen. In Russland ist man bereits weiter. Dort wurde die Firma “AtomMedia” ins Leben gerufen, wo nach gut einjähriger Vorbereitungszeit Kinder aus Russland, Deutschland, Bulgarien, der Ukraine und Finnland im September ein Musical aufführen werden, das die Mythen der Kernenergie und der Strahlengefahr behandeln wird. Ein Team von 70 Beteiligten bereitet die Premiere am 19. August vor; anschliessend wollen die NUCKids auch den Sprung ins Ausland wagen.

Der “sanfte Rassismus” greift um sich

Mittwoch, den 1. Juli 2009 um 7:10

Vom harten Rassismus in der Schweiz gegen Ausländer ist viel die Rede, weil man sich klar davon distanzieren kann. Viel bedeutender ist jedoch der “sanfte Rassismus”, womit sich eine Gesellschaft gegen Eindringlinge zu schützen sucht, um sich gleichzeitig Vorteile zu verschaffen. Dies gilt für Berufungen, Aufträge und national sensible Bereiche wie jüngst, als eine Kampagne gegen Ausländer im kantonalen Polizeidienst gefahren wurde. In diesem Sinne höchst spannend sind die Ausführungen dreier bekannter Strafrechtler und Richter zur Frage, ob Ausländer in der Schweiz härter bestraft würden als Einheimische. Die Handelnden:

- Der Basler Strafrechtler Peter Albrecht ist überzeugt davon, dass Schweizer Gerichte Angeklagte aus Ex-Jugoslawien und Afrika härter anpacken als Schweizer und EU-Ausländer.
- Bundesrichter Hans Wiprächtiger seien solche Vorfälle “auch schon zu Ohren gekommen”. Das Bundesgericht habe eine systematisch schärfere Bestrafung von Ausländern allerdings nicht feststellen können. An dieser Aussage sind die beiden Worte “systematisch schärfere” wichtig, denn nur dann müsste das ohnehin überlastete Bundesgericht eingreifen.
- Schliesslich Prof. Martin Kilias aus Zürich bezweifelt den Diskriminierungsvorwurf, aber mit welcher Begründung? Weil sich Ausländer häufiger als Inländer der Strafverfolgung entziehen können, indem sie flüchten oder Angaben zur Person verweigern, käme es bei weniger schweren Delikten gar nie zu einer Anklage. Kilias: “Die verbleibenden Fälle werden dann natürlich härter bestraft.” Und weiter: “Die von Albrecht beobachteten hohen Strafen für Ausländer seien damit erklärbar.” Köstlich, Menschen werden bei uns aus dem Grund härter bestraft, weil ihre Landsleute vor dem Gericht fliehen. Eine derartige Begründung dürfte ganz neu sein. Albrecht meint, es handle sich um eine Frage des Charakters und der Persönlichkeit der Richter.

 
     
     
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