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Tagesarchiv für 23. Juni 2009

Die unvermeidliche Walpen-Krise

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 12:41

Als Daniel Eckmann in der befreundeten NZZ die Leistungen der SRG und die ihres Generaldirektors verteidigen durfte, hätte er eigentlich wissen müssen, dass sein Chef 24 Stunden später den Rücktritt bekannt gibt. Es gibt zwei Möglichkeiten:
– Walpen-Vize Eckmann, der offiziell in den Ruhestand treten will, meldet doch seine Ansprüche als Walpen-Nachfolger an
– Oder er wusste nichts vom geplanten Rücktritt seines Chefs, was den Vorgang noch peinlicher macht.

SRG-Generaldirektor Armin Walpen war ein Staatsdiener im Geiste der alten CVP. Er hat es nicht mehr geschafft, die SRG (SSR idée suisse) zu dem zu machen, was er wollte. Ingrid Deltenre, der er zuletzt den Zuckerjob in Genf verschaffte, machte zu viele Programmfehler. Sie produzierte auch nicht „idée suisse“, sondern kaufte im Ausland Sendungen ein; die hausgemachte Ware verdarb rasch. Armin Walpen zog die Notbremse, auch für sich selber. Wer jetzt die geistige Führung der SRG übernehmen will, muss auch ein Bild von der Schweiz haben. Da helfen keine Altlinken, wie der Übergangs-Programmdirektor, da helfen auch keine SVP-AUNS-Vertreter, da helfen auch keine Schöngeister, wie man sie in Bern zuhaufe pflegt, sondern nur TV-Profis, die für eine starke Schweiz mit eigener Kultur eintreten und die Augen „wide open“ für das haben, was uns die Welt an Überraschungen bringen wird. Das Schweizer Volk ist schlecht informiert; jetzt wird sich zeigen, ob jemand dies zum Besseren wenden will.

Nichts gegen Homos

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 11:15

Man könnte meinen, die Zukunft der Welt hinge von den Schwulen und Lesben ab. Sie setzen rund um den Globus die Regierungen unter Druck, auch Barack Hussein Obama, indem sie mit einer perfekten Lobby immer mehr Rechte einfordern. Wer sie nicht begünstigt, gilt als „Fascho“, „Macho“ oder viel schlimmeres. Mir ist dies eigentlich gleichgültig, aber ich bezweifle, dass die Zukunft der Welt von derlei Diskussionen abhängt. Wir sollten mehr tun für die Familien. Ich freue mich über jede junge Familie mit Kindern mehr als über jedes Homo-Pärchen; diese Freiheit sei uns gestattet.

Die Gnade der späten Geburt

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 11:07

Wenn jüngere Kommentatoren nun Pascal Couchepin dafür loben, er habe das „fameux Seco“ ins Leben gerufen, wo Binnenwirtschaft und Aussenwirtschaft von jungen Intellektuellen gestaltet würden, verfalle ich in ein diskretes Hüsteln angesichts solcher Bescheidenheit, war das legendäre Bundesamt für Aussenwirtschaft (Bawi) doch ein ganz anderes Kaliber. Dessen langjähriger Leiter, Prof. Dr. Franz Blankart, dem die Öffnung der Schweizer Aussenwirtschaft zu verdanken ist, was das Wachstum der Schweizer Exporte zur Folge hatte, sagte stets: „Ich habe immer Mitarbeiter angestellt, die mir intellektuell überlegen waren.“ Vor kurzem hat er, geistig lebendig wie immer, eine Sozialanalyse der Stadt Bern vorgetragen, die an Präzision alle Metropolitandiskussionen überragt wie Eiger, Mönch und Jungfrau den Gurten. Unsere Binnen- wie Aussenwirtschaft bewegen sich auf eine Krise zu; Jean-Daniel Gerber, dessen Brillanz nicht gering geschätzt werden sollte, muss nun einmal sagen, was sein starker Arm bewirkt. Unser Staat trägt derzeit Schulden ab, verschuldet sich auch nicht im Ausland, aber wirkliche Wirtschaftsimpulse grösseren Kalibers werden gesucht. Welches wird die Rolle der Schweiz sein, wenn China (ein kommunistisches Land) und Indien (ein hoch korrupter Staat mit dünner Elite) und deren Satelliten die globale Wirtschaftsführung übernehmen? Bereits folgt das Gold dem Wohlstand nach Asien. Vor 130 Jahren war England das goldreichste Land der Erde, dann die USA – und morgen? Mark Faber, ein Zürcher, sagte letzte Woche bei Sungard in Zürich: „Die kommende Generation der Schweizer wird ärmer sein als die heutigen.“ Es wäre Aufgabe der Politik, darauf eine Antwort zu finden.

Bologna und die Schweiz

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 8:31

Die Universität St. Gallen unter Rektor Peter Gomez stellte als erstein der Schweiz mit voller Geschwindigkeit auf das Bologna-Modell um, was nicht verhinderte, dass sie heute eher um ihren Ruf kämpfen muss. Bologna wäre ideal für die Schweiz gewesen: Kompatibel mit den angelsächsischen Systemen, Mobilität der Studenten, internationale Anerkennung der Abschlüsse. Wenig von dem ist bisher eingetreten, obwohl es jetzt zehn Jahre her sind seit Beginn es Experiments. Was heute in der Schweiz vermittelt wird, sind Berufsorientierung und Reproduktion/Masse. Professoren werden daran gemessen, wie viel Drittmittel sie aus der Wirtschaft holen. Sie müssen im globalen Wettbewerb publizieren, was die Steuerzahler Vermögen kostet, und haben kaum Zeit für eine richtige Lehre. Der Korpsgeist an den Universitäten zerbricht. Hervorragende Lehrer wie Studenten setzen sich über diese Hindernisse hinweg, aber der grosse Rest wird disqualifiziert und mit ihm unsere Elite wie Gesellschaft. Natürlich will sich damit niemand öffentlich beschäftigen, weil eine Umkehr ohnehin nicht mehr möglich ist. That’s old Europe.

Frauen in der Gesellschaft

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 7:47

Die Selbstverwirklichung der Frauen, aber auch der Männer, ist ein schwieriger Traum. Vor 1968 hatte man wenig Zeit, dies zu einem Thema zu machen, aber von den merowingischen Königinnen bis zu den Suffragetten gab es viele Frauen, die sich verwirklichten, ohne dies als globales Problem zu betrachten. Zunehmend kritisch stehe ich jenen liberalen Intellektuellen gegenüber, die meinen, bei uns seien wir schon weit gekommen, aber in Afrika oder bei den Moslem weniger. Gerade haben im Iran Frauen gezeigt, dass sie mehr Mut haben als unsere Salon-Sozialistinnen. Weil ich Ralf Dahrendorf vor Kritik verteidigte, darf doch erwähnt werden, dass er drei Ehen führte, ganz wie Sir Simon Rattle, der Chef der Berliner Philharmoniker, oder etliche deutsche, englische oder französische Politiker, von Silvio Berlusconi ganz zu schweigen. Offensichtlich sind bei uns in den „upper classes“ Frauen doch wieder „Beigemüse“ geworden und lassen sich dies, um der Karriere willen, gerne gefallen. Die emanzipierten Einzelgängerinnen, Singles, haben es ebenso schwer wie ihre männlichen Pendants. Eines Tages stehen sie definitiv alleine vor dem Spiegel.

Irrtümer und Chancen

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 7:21

Es geht der merkwürdige Glaube um, der Kapitalismus sei soeben ebenso gefallen wie der Sozialismus im Jahr 1989, nur 20 Jahre später. Martin Wolf, Chefkommentator FTI, schrieb: „Another ideological god has failed.“ US-Finanzminister Timothy Geithner sagte „Capitalism will be different.“ In der Schweiz hat zur gleichen Zeit Dr. Konrad Hummler, der Präsident der Vereinigung Schweizer Privatbankiers, eine Anpassung der Unternehmenspraxis der Privatbanken an die internationale Rechtsordnung verlangt, dabei aber ausgeschlossen, man könne rückwirkend Recht sprechen, in welchem Land auch immer. Wer auf dem laufenden bleiben will, sollte wieder Leser der „Newsweek“ werden, eines US-Wochenmagazins, das von Fareed Zakaria redigiert wird. Er beherrscht nicht nur den atlantischen Blockwinkel, sondern weiss über Asien mehr als die sinkende Zahl unserer Auslandkorrespondenten. Er meint, die Regulierung tue nicht nur unseren Unternehmen gut, sondern auch uns selber, die wir vom „Hype“ profitiert hätten.

Die aggressiven Jungs

Dienstag, den 23. Juni 2009 um 7:10

Zwei Tage bin ich jetzt Tram gefahren, weil das Auto im Kundendienst ist. Es ist eine Lust, dies in Zürich zu tun, weil die Stadt aus dem Tram heraus völlig anders als aus dem Auto aussieht. Die Fahrzeuge sind innen schmutziger als gedacht, obwohl ich aus dem Süden komme, aber das Putzpersonal gibt sich Mühe, die Trampiloten sind sehr freundlich. Ich habe etliche Hausfrauen mit Kindern kennengelernt, die stets hilfesuchend um sich blicken, weil die bis zu 3jährigen mit einem Temperament schreien und toben, wie auch um sich treten, dass eine frühzeitige Behandlung mit Ritalin ausgeschlossen werden kann. Wie die Florida State University in einer Langzeitstudie feststellte, gibt es bei Jungs ein Gewalt-Gen, MAOA. Es reguliert im Gehirn Nervenbotenstoffe wie Dopamin und Serotonin. Jungs mit dem Krieger-Gen sind gewaltbereiter, fahren schneller, schlagen schneller und sind sexuell aggressiver. Arme Kerle in der heutigen westlichen Gesellschaft.

 
     
     
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