Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 22. Juni 2009

71 Gault-Millau-Punkte, 1 Winzer des Jahres und mein Portemonnaie

Montag, den 22. Juni 2009 um 13:50

Am Freitag um 10 Uhr startete ich im Weinberg von Diego Mathier, Winzer des Jahres 2007, in Salgesch mit der Degustation eines Merlots. Danach gings mit Degustationen im Viertelstundenrhythmus weiter. Bald nahm ich das Rauschen der Raspille, des Bachs, der Ober- von Unterwallis trennt und zugleich Sprachgrenze ist, nur noch durch einen Filter wahr.
Dafür umso mehr Diego Mathier, der als begnadeter Verkäufer nie um eine Geschichte über seiner Weine verlegen ist. Am Nachmittag lud der Gastgeber zur Tafelrunde im Carnotzet seiner Kellerei „Nouveau Salquenen“ ein. Die Hochdekorierte Küchenmannschaft vereinigte ganze 71 Gault-Millau-Punkte auf sich: Markus Neff, „Koch des Jahres 2007“ und Küchenchef im Hotel „Fletschhorn“ in Saas-Fee (18 Punkte), Alain Kuster, Küchenchef im Hotel „Mirabeau“ in Zermatt (15 Punkte), Franz Schwery, Inhaber des Restaurants „Findlerhof“ in Zermatt (13 Punkte), Jörg Walter, Küchenchef im Hotel „Ferienart“ in Saas-Fee (13 Punkte), Urs Biner, Inhaber des Restaurants „Chez Heini“ in Zermatt (12 Punkte) und Heinz Rufibach, Küchenchef im „Alpenhof“ Hotel in Zermatt. Zu jedem der sechs Gänge kredenzte Gastgeber Diego Mathier, dessen fünf kleine Töchter sich nun auch zeigten, den passenden Wein. Ziel des Anlasses für Medienvertreter aus der ganzen Schweiz, der in Zusammenarbeit mit Wallis Tourismus durchgeführt wurde: Die Positionierung des Alpensüdkantons als Genussland. Fazit: Ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen und getrunken. Der Wein-Cocktail hat keine Spuren gelassen. Ausser vielleicht, dass ich mein Portemonnaie auf der Rückreise mit dem Zug irgendwo liegengelassen haben muss.

Philippe Welti

Ein Schweizer Churchill?

Montag, den 22. Juni 2009 um 12:30

Wer bedroht uns denn, dass viele ältere Schweizer Männer nach einem Churchill rufen? Haben wir eine Softie-Regierung nach Chamberlain’scher Manier, welche die Substanz unseres Landes verspielt oder sitzt ein Adolf Hitler vor den Toren, der im Mittelland einziehen und Bern besetzen möchte? Nichts von dem. Es ist wohl mehr die Unfähigkeit grosser Teile unserer Eliten, die den Ruf besorgter Bürger auslöst, es möge einer kommen und Ordnung schaffen. Aber muss es Churchill sein? Der brillante Egozentriker, dessen Bücher ich heute noch gerne lese, wäre von den ihn umgebenden Politikern und Generälen, die seine politischen und militärischen Fehlentscheide ausbaden mussten, gerne ausgebootet worden, aber als leibhaftige Verkörperung des „John Bull“ war er in der Krise einfach unschlagbar und unersetzbar. Wollte das Parlament ihn einschränken, hielt er stets eine seiner meisterhaften Reden und zog die schwankenden Gestalten wieder auf seine Seite. Dass dabei das britische Empire wegen „imperial overstretch“ und Verarmung zugrunde ging, darf nicht als Nebensache bewertet werden. Die Schweiz braucht keinen Churchill, sondern eine Parteien-Konfiguration, welche unser Land der Jetztzeit anpasst. Es sind die kleinen Egoismen unserer führenden Kräfte, welche diesen Prozess verlangsamen und vielleicht sogar ganz verhindern. SVP und FDP müssen ihre traurige Vergangenheit der letzten dreissig Jahren „abschreiben“ wie die Grossbanken ihre Verluste, die der Bürger zu tragen hat. Nur eine bürgerliche grosse Koalition öffnet den Weg in die Zukunft; dazu braucht es keinen Churchill.

Grosse US-israelische Niederlage in Teheran

Montag, den 22. Juni 2009 um 10:11

„Wir sind die beste Demokratie der Welt“, sagte Gross-Ayatolla Ali Khomenei, der oberste Führer der Irans, und schloss aus, dass man elf Millionen Wahlstimmen, die zum Sieg von Mohammed Ahmedi Nejad geführt haben, hätte fälschen können. Damit war der Spuk der Demonstrationen in den iranischen Grossstädten vorbei. Ahmedi Nejad, bestätigt auch von den Führern Russlands und Chinas, hatte den amerikanisch-israelischen Wahlkrieg gegen ihn gewonnen. Dieser war, von den Geheimdiensten wie den üblichen politischen Stiftungen finanziert, minutiös vorbereitet worden. Man hatte gehofft, den ungeliebten Hardliner besiegen zu können. Das war ganz im Interesse der alten iranischen Elite, die mit dem Schah das Land verlassen musste. Das war ganz im Sinn auch seines Sohnes Reza Pahlavi, der soeben bei Denoël in Paris sein Buch „Iran. L’heure du choix“ vorgelegt hat. Die Wahlen im Iran sollten nach den Wünschen westlicher Politiker zu einem politischen Umsturz in Teheran führen. Es ging schief, weil die Landbevölkerung Ahmedi Nejad die Treue hielt. Die Studenten und Intellektuellen, dazu einige sehr reiche Verbündete wie Rafsandjani, die wieder an die Macht wollten, waren zu schwach.
Die USA hatten gehofft, im Rahmen ihrer Mittelmeerstrategie von Marokko bis Afghanistan den Iran nun endlich zum eigenen Vorteil umdrehen zu können. Die Israeli hatten gehofft, sie würden endlich die Bedrohung aus dem Nordosten los, deren Rüstung laufend besser wird. Dies alles hat Auswirkungen auch auf Westeuropa. Während in der Schweiz Unklarheit herrscht, ob der Antisemitismus zunimmt, ist dies in Ungarn ganz klar der Fall. Bei uns stellt der Schweizerische Israelitische Gemeindebund nach einer Studie des Stephen Roth Institute in Tel Aviv fest, der Antosemitismus nehme „klar zu“. Gleichzeitig kommunizieren die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (Prof. Dr. Georg Kreis) und die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz, die rassistischen Vorfälle würden bei uns abnehmen. Was davon Zweckpropaganda ist, lässt sich an allen fünf Fingern abzählen. In Ungarn hat die mitterechts stehende Fidesz die jüngsten Wahlen klar gewonnen, immer stürmischer treten die rechtsradikalen Jobbik und die „Ungarische Garde“ auf, die Ungarn für die Ungarn wollen. Imre Posta, vormals Hauptmann der ungarischen Streitkräfte, später Polizeipsychologe, hat bereits mehrere Bücher publiziert, worin er behauptet, die Israeli würden in Ungarn immer mehr Land kaufen, weil sie eine Alternative zu Israel wollen, in der ungarischen Landesregierung würden lauter Juden sitzen und im Parlament 65 %. Gleichzeitig fördere man die Zigeuner, die ältere Ungarn auf dem Land umbringen würden. Diese Befürchtungen mögen wirr sein, so die Feststellung, 75 % der ungarischen Bauwirtschaft würden sich in jüdischer Hand befinden, aber zu Beliebtheit derselben trägt dies wenig bei. Auch die Medien und die starke Privatpolizei In-Kal stünden unter jüdischem Einfluss. Die in den Wahlen siegreichen Ungarn befürchten einen stillen Holocaust am ungarischen Volk. In Europa geht etwas vor, das zu Sorge Anlass geben muss.

Krebsliga – Bevormundung um jeden Preis

Montag, den 22. Juni 2009 um 8:12

Alles, was radikal betrieben wird, ist nicht gut für die Menschheit. Das kennen wir aus den Welt-Religionen und jetzt nervt uns auch noch das ewige Gedusel der Krebsliga. Wir leben in einem Land, in dem die Menschen bisher immer selber entscheiden konnten, was gut und was schlecht für sie ist. Die neuen Bilder auf den Zigarettenpackungen sind einfach nur ein Witz. Ich bin Nichtraucher aber die Bilder sind lächerlich, wenn man daran denkt, was sie bewirken sollen. Die Menschheit wird in 1000 Jahren noch rauchen und der Kreis wiederholt sich immer wieder. Die Jungen erliegen dem Gruppen-Coolheits-Zwang und fangen an zu rauchen. Sie kommen nicht mehr los und die neuen Jungen stehen wieder am Start. Ob drinnen oder draussen, es wird geraucht – auch in Zukunft. Ich finde Alkohol viel schlimmer: sollten wir auf den Weinflaschen in Zukunft Bilder von z.B. Amy Winehouse, Ernest Hemingway, Liza Minelli, Harald Juhnke oder David Hasselhoff platzieren? Na das wäre mal ein richtiger Tafelspass.

Fidel Stöhlker

Kirche und Wirtschaft

Montag, den 22. Juni 2009 um 7:07

Machen wir uns nichts vor: Der normale Kirchgänger, der „Chillebank-Christ“, dient als Fundament der Kirche, sei es zum Füllen der Kirchenbänke oder zum Zahlen der Steuern. Natürlich erhält er dafür Unterstützung im Glauben, was vor allem dann wichtig ist, wenn Beruf oder Familie in der Krise sind, was heute häufig der Fall ist. Für die Bischöfe bedeutet die Kirche zuerst einmal ein Instrument des beruflichen Aufstiegs; wer die Abhängigkeit von Rom akzeptiert, wird im allgemeinen Karriere machen. Innerhalb des Bistums hat der Bischof die Möglichkeit, die Strukturen wie die Personalpolitik zu bestimmen, es sei denn, man habe, wie in Teilen der Schweiz, volksdemokratische Strukturen, die dem im Weg stehen. Die Kirchenoberen schmücken sich gerne mit ihresgleichen, mit treuen (christdemokratischen) Politikern und mit Wirtschaftsführern, die ihre zum Teil fragwürdige Unternehmenspraxis ethisch absichern. Novartis-Chef Daniel Vasella schmückt sich gerne mit seiner Beratung des Abtes von Einsiedeln, wehrt sich aber standhaft gegen die Forderung der Weltgesundheits-Organisation, seinen Impfstoff gegen Pandemien an arme Länder gratis abzugeben. Ich habe Verständnis dafür, wenn Vasella sein 40 Mio.-Salär, das ich ihm gerne gönne, nicht gefährden möchte im Ausgleich gegen Geschäfte, die mehr kosten als sie einbringen, aber dieses Verhalten christlich zu nennen, ist wohl nicht statthaft. Es katholisch zu nennen, ist sicher gestattet, denn der römischen Kirche war das Wohlergehen ihrer „Chillebank-Christe“, von anderen Menschengruppen nicht zu sprechen, meist höchst gleichgültig. Fragt sich nur, was wir mit derartigem Wissen anfangen. Die Ohnmacht der Gläubigen ist ein sanftes Ruhekissen für die amtende Hierarchie.

Verunsicherte Bankkunden

Montag, den 22. Juni 2009 um 6:35

Prof. Dr. Martin Janssen vom Zürcher Bankeninstitut sagt es sonnenklar: „40 % aller Schweizer Bankkunden möchten ihre Bank wechseln und haben es schon getan. 75 % empfehlen ihren Bankberater an Freunde und Familie nicht mehr weiter.“ Allerdings: „80 % aller Schweizer Bankkunden treffen keinerlei Entscheide und sind ihren Beratern ausgeliefert.“ Man könnte sagen, davon leben unsere Banken, aber ist dies gut? Die wesentlich von der UBS ausgelöste Finanzkrise hat das Band zwischen dem Schweizer Volk und seinen Banken zerschnitten. Wer die aktuellen Zahlen betrachtet, sieht die Anleger flüchten, sei dies zu den Kantonalbanken, zu der Raiffeisenbank oder zu Wegelin in St. Gallen, jener Privatbank, die in der Krise am meisten gewonnen hat. Janssen bestätigt, was wir an dieser Stelle den Grossbanken schon lange vorgeworfen haben: „Research means Marketing“. Jetzt und in Zukunft wird die Kundenberatung eine grössere Rolle denn je spielen. Wer die Beziehung zum Kunden nicht als win-win-Prozess sieht, wird mittelfristig zu den Verlierern gehören, weil gerade der erfahrene Kunden gegen das Melken der Privatkunden allergisch geworden ist. Die UBS kommt weiterhin nicht auf Touren, weil Oswald J. Grübel zwar kämpft wie Herkules im Stall des Augias, aber der Mist ist noch nicht gefahren.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog