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Tagesarchiv für 17. Juni 2009

Lesen Sie Habermas?

Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 10:49

Jetzt, mit 80, wird Jürgen Habermas der deutsche Meisterdenker genannt. Lesen Sie Habermas? Der ehemalige Marxist ist derart glatt geschliffen wie ein Stein, über den tausend Jahre lang ein Gletscher fuhr. Wofür steht er heute? Für seine Sorge um Europa, für kritische Kant-Lektüre (wir wissen, dass dies ein Staatsphilosoph war), für die Angst um die Zukunft? Ehrlich, Habermas ist ein grosser Langweiler geworden und damit akzeptabel rund um den Globus. Deutschlands anderer Meisterdenker Peter Sloterdijk gärt noch zu sehr, ist noch zu unruhig, um “papabile” zu werden. Sein jüngstes Werk, wo er das “Üben” empfiehlt, kitzelt den Gaumen wie Schaumwein, aber das Fundament bleibt dünn. Habermas ist abgestanden, das ist gut für den alten Gaumen, der die Fähigkeit des Schmeckens verloren hat.

Iran: Neue Pleite für den Westen

Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 10:06

Die bekannten israelisch-amerikanischen Stiftungen, denen die Wahlkämpfe in Osteuropa und im Mittleren Osten ohnehin am Herzen liegen, haben wieder einmal viel Geld ausgegeben, um ihren Erzgegner Mahmud Ahmedi Nejad per Elektorat zu besiegen. Gerade in den USA leben sehr viele Iraner, deren Eltern nach dem Sturz des Schahs auswanderten und dank ihrer Intelligenz und Tatkraft rasch wieder Karriere machten. Deren Kinder sind heute bereit, sich teilweise für die Wiederherstellung der Monarchie oder für eine westlich gesteuerte Demokratie einzusetzen. Es ging schief, was die finanziell aus dem Westen aufgerüsteten Konkurrenten Ahmedi Nejads noch zu einigen Demonstrationen veranlasste. Harmlose westliche Redaktionen schrieben sogar, publizistisch aufgerüstet “Teheran brennt”, was weiter von der Wahrheit entfernt war als Bern von Hawai. Es ist eine Tatsache, dass die USA keinen Krieg mehr gewinnen können und ihre Propagandatruppen, die ich immer wieder erlebt habe, geistig unterbelichtet sind, wenn es um Aktionen ausserhalb des eigenen Landes geht. Früher waren, mindestens im Mittleren Osten, die Briten noch gute Verbündete und zeichneten sich mindestens durch Landes- und Kulturkenntnis aus. Heute sind die englischen Dienste demoralisiert, haben kaum noch Mittel und bekanntlich eine politische Führung, die zuerst an sich und dann an Dritte denkt. Wir sind im Begriff, gegenüber den Mächten des Islam, die nicht mit denjenigen der radikalen Moslem zu verwechseln sind, unsere Glaubwürdigkeit zu verlieren. Nichts kann uns mehr schaden als der Eindruck eines geschwächten Westens, denn unsere Freunde dort vertrauen mehr unserer Stärke als unseren Bedenkenträgern.

Empfängt Moritz Leuenberger Olaf Dlugi?

Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 9:02

FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger will es versuchen: Olaf Dlugi, der in Küsnacht/ZH wohnhafte bestens vernetzte Airline- und Flugverkehr-Spezialist von europäischem Ansehen, soll Moritz Leuenberger treffen, um diesem klar zu machen, dass der Zürcher Flughafen Kloten sein Anflugverfahren innerhalb von sechs Monaten EU-kompatibel umstellen kann. Dlugi: “Die Schweiz muss umstellen. In Alanda bei Stockholm wurde bewiesen, dass es funktioniert.” Vor einem für Goldküsten-Verhältnisse beinahe frenetischen Publikum machte Dr. Jacob Zgraggen, Präsident der Stiftung gegen den Fluglärm, deutlich, dass man den Kampf gegen die Südanflüge nie aufgeben werde. Es sei an Bundesrat Moritz Leuenberger, dies in Berlin und Stuttgart durchzusetzen. Der genervte deutsche Handelsattaché 1. Klasse verliess den Anlass schon kurz nach 21.00 Uhr, um nach Bern zurückzukehren. SVP-Nationalrat Hans Kaufmann rief dazu auf, keine deutschen Flugzeuge für die Schweizer Armee zu kaufen und bedauerte, dass von den 32 Zürcher Parlamentariern sich in Bern nur die Hälfte für eine vernünftige Anflugregelung in Kloten einsetzen würden. Dr. Thomas Borer, intellektuell und angriffslustig wie eh und je, meinte, man müsse deutsche Lastwagen auf der Durchfahrt durch die Schweiz blockieren. Der mit viel Wirtschaftsprominenz besetzte Saal zeigte sich einverstanden und gab viel Beifall. Olaf Dlugi. Jacob Zgraggen und Lars Lindberg vom Sesar Consortium (ehemaliger Swissair-Pilot), der in Stockholm gezeigt hat, wie man kurvenreich, sicher und umweltgünstig Flugpassagiere an- und abfliegen lassen kann, warten nun auf die politische Unterstützung aus Bern. Der Single European Sky, wo nationale Grenzen keine Rolle mehr spielen, steht vor der Tür. Mit einem Antrag der unique aus Kloten an das BAZL kann nicht nur die Lärmfrage gelöst werden, sondern Kloten seine EU-Fähigkeit unter Beweis stellen. Über 240 000 Schweizer Lärmopfer warten darauf, denn nur 770 Bewohner des Südschwarzwalds werden mit der bisherigen Regel artifiziell geschützt. Die Zumiker sind optimistisch.

Bürokratie oder Kreativität

Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 8:24

Wie jung Hanspeter Danuser, der ehemalige Kurdirektor von St. Moritz, geblieben ist, zeigt er mit einem Angriff auf seine Nachfolger, sie hätten Boris Beckers Hochzeits-Auftritt kommunikativ verschlafen. Die faulen Ausreden seiner Nachfolger lauten:
- Es war ein privater Anlass, den wir nicht stören wollten. Boris Becker Management weiss, dass dieser Anlass alles andere als privat, sondern extrem öffentlich war.
- Wir hatten kein Budget mehr; alles war anderweitig verplant.
In der heutigen schnellen Zeit, wo man rasch gewinnen, aber auch rasch verlieren kann, ist Flexibilität das oberste Gebot. Die Eingreifreserve im Budget ist einer der wichtigsten Posten. Immer wieder stelle ich bei ängstlichen Menschen, wie sie früh alles verplanen (und bewilligen lassen), um dann sagen zu können: Wir haben alles geliefert und denken weitsichtig. Nein, es ist die kreative Kraft, verbunden mit einem gesunden und von Erfahrung getragenen Urteil, die den Sieg im Markt davonträgt. St. Moritz ist nicht mehr, was es einmal war. Das ist gut für Zermatt, Verbier und viele andere.

Obama contra Sarkozy

Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 7:18

Mme Bruni-Sarkozy kam mir stets wie eine Riesin neben ihrem kasperhaften Ehemann Nicolas vor. Mrs, Obama stellt sie klar in den Schatten. Neben dem Model Bruni wirkt die Frau des US-Präsidenten wie eine optische Wucht. Sie ist einen halben Kopf grösser, deutlich breiter und medial damit präsenter. Dies ist wichtig, denn in den USA wächst der Widerstand gegen ihren Mann. Fox News hat mit Glenn Beck einen neuen Angreifer gegen Obama aufgestellt. Die “Washington Times” unterstellt ihm, er würde sich mit den Muslims identifizieren und der Muslim Brotherhood. Rush Limbaugh schiesst national gegen ihn. Die US-Rechten, es sind die Weissen, rüsten auf. Sie betrachten sich als verraten, 88jährige schiessen wild um sicht. Mein Vorschlag, die Ostküsten-Weissen nach Europa zu repatriieren, gilt weiterhin.

Journalisten verdienen zuviel

Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 7:10

Unsere Starjournalisten in der Schweiz verdienen leicht zwischen CHF 150 000.– bis CHF 300 000.– p.a., sofern sie auch redaktionelle Verantwortung übernehmen. Jetzt beginnt der Gegenschlag: In Deutschland spricht man ganz offen davon, dass Journalisten eigentlich zuviel verdienen. Die englische BBC hat ihren Spitzenverdienern soeben die Saläre um bis zu 40 % gekürzt. Merke: Wer die Gesellschaft verändern will, soll dies bitte auf eigene Rechnung tun.

 
     
     
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