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Tagesarchiv für 29. Mai 2009

Zonenpläne sind meist ein Unfug

Freitag, den 29. Mai 2009 um 16:18

Bekanntlich finden dort am wenigsten Unfälle statt, wo keine Ampeln stehen, weil die Menschen sich wieder auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen und nicht damit beschäftigt sind, die Technik zu überlisten. Ebenso ist es mit Zonenplänen: Rund um den Zürisee sind die Gemeinden zu einer Sauce verwachsen, die mich nicht mehr erkennen lässt, welche Gemeinde wo beginnt oder endet. Zwischen Küsnacht/ZH und Stäfa gibt es kaum einen wirklich markanten Punkt, dafür viel echte und noch mehr falsche Heimatidylle. Die „Pfnüselküste“ auf der linken Seeseite bietet kein besseres Bild. In Zürich hat niemand ernsthaft Lust, die Neubaugebiete nördlich des Bahnhofs Oerlikon zu besuchen, weil diese den Charme eines IKEA-Baukastens ausstrahlen, wie man überall sonst in Europa auch findet. Die vielbewunderte Zürcher Altstadt ist deshalb reizvoll, weil man dort nie eine dauerhafte Zonenplanung hatte. Sie ist, wie viele Altstädte, das Ergebnis eines Wildwuchses, wo der Stärkere überlebte. Meine Lieblingslandschaft Schweiz entfaltet sich bei einer Autofahrt von Luzern über Wohlen und den Mutschellen nach Zürich. Was dort die Zonenplanung angerichtet hat, kann man nur als KMU-Zerstörungszone bezeichnen.
Parallel zu dieser äusseren Verwahrlosung geht auch eine innere. Jährlich werden in der Schweiz über hundert neue Fälle schwerer Schizophrenie diagnostiziert; viele Patienten können nicht professionell eingewiesen werden, weil die Kantone kaum über Spezialkliniken verfügen. Diese Menschen sind unberechenbar und oft gefährlich. Im wohlhabenden Langenthal/BE gibt es, mit steigender Tendenz, bereits 70 verwahrloste Drögeler und andere gescheiterte Existenzen. Die Sozialarbeiter fühlen sich überfordert. Das wird die mittlere Zukunft der Schweiz sein, weshalb Wohlstandszonen, wie sie jetzt von Obwalden verlangt werden, letztlich Ausdruck des reichen Bürgertums sind, diesem Schrecken nicht ausgeliefert zu werden.

Wieviel Arbeitslosigkeit

Freitag, den 29. Mai 2009 um 7:34

Wird in europäischen Medien über die Schweiz berichtet, melden diese für unser Land eine Arbeitslosigkeit von 4,1 %; man hat in Brüssel offensichtlich andere EU-Massstäbe. Die offizielle Arbeitslosenrate liegt bei 3,5 %, in Winterthur bei nahe 5 %, in der Maschinenbaubranche schon bei 8,5 %. Die Krise schlägt sehr selektiv zu. Merke: Es ist wie bei Lawinengefahr; man sollte die Gefahrenzone sofort verlassen.

Elmar Ledergerbers Liebling

Freitag, den 29. Mai 2009 um 7:22

Wahrscheinlich sind es rationale Persönlichkeiten, die sich gerne irrational geben, die mit ihrem schillernden Wesen das Volk beeindrucken. Nicht nur Christoph Blocher ist ein solcher Fall, auch der ehemalige Zürcher Stapi Elmar Ledergerber verfügte über dieses Talent. Gegen alle Proteste vermietete er eine städtische Villa mit Seeanstoss an seinen damaligen „Freund“ Matthias Hartmann, den Chef des Zürcher Schauspielhauses. Die Billigmiete unter Kunstfreunden, die später Feinde wurden, war ein Beispiel dafür, dass man sich in der Politik nicht nur unter englischen Parlamentariern begünstigt, sondern dies auch in der Schweiz häufig der Fall ist. In praktisch jedem Kanton verschaffen Politiker ihren Freunden in der Wirtschaft Vorteile, um dann in die entsprechenden Verwaltungsräte gewählt zu werden; ein sehr prominenter Fall ist Kaspar Villiger, der sich aber nichts daraus macht. Das Haus am See wurde nach dem Abgang von Matthias Hartmann nun neu vermietet – für CHF 20 833.– pro Monat. Man könnte auch sagen, alt Stapi Ledergerber habe zusammen mit dem Zürcher Gemeinderat Steuergeld verschleudert. Zu deren Entschuldigung lässt sich nur sagen, dass die unglücklich zu Ende gegangene Aera Hartmann künstlerisch sehr ansprechende Produktionen brachte. In Zürich ist man es gewohnt, kleinere Verluste zu tragen.

 
     
     
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