Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 7. Mai 2009

Die Berner Vorsommer-Krise

Donnerstag, den 7. Mai 2009 um 11:34

Die Wirtschafts- und Finanzkrise, der eiserne Ring von aussen, der sich um die Schweiz immer enger zu schliessen beginnt, und die zunehmend schärfere innenpolitische Diskussion haben im Vorfeld der Juni-Session zu einer vorsommerlichen Bundesrats- und Politikkrise geführt, die unserem Land nicht gut tut. Bundesrat Pascal Couchepin scheint im Herbst vor einem verunglückten Abgang zu stehen, ist doch unterdessen allen Parlamentarieren klar geworden, dass Fulvio Pelli auf keinen Fall als sein Nachfolger gewählt werden kann. Der Tessiner wirkt immer grauer und verbitterter. In seiner eigenen Partei wetzt man die Messer, obwohl ein Brutus noch nicht gefunden wurde, in den anderen Parteien lacht man höflich verhalten über ihn. Der Tessiner hat das Ende der politischen Treppe erreicht. Hanspeter Merz ist ebenfalls mega-out, weshalb die Karten neu gemischt werden, ob man nun einen freiwerdenden FDP-Sitz im Bundesrat nun lieber der SVP oder gleich der CVP zuhalten möchte. Ueli Maurer macht seine Sache bisher gut, gilt fast als einziger Staatsmann im Gremium, und tut eigentlich nichts anderes als zu vollziehen, was die GsOA von Andreas Gross sich einst wünschte. Micheline Calmy-Rey steht kerzengerade im Nichts, tut dies aber mit Haltung. Eveline Widmer-Schlumpf hält mit Bündner Schläue die Festung und wirkt deshalb immer öfter unberechenbar. Völlig perplex ist man weithin über Doris Leuthard, „der jemand den Stecker herausgezogen hat“, wie ein Insider sagt. Ihr monatelanges Nichtstun verrät beste Chicago-Schule, wo man der Auffassung war, ein Politiker sei nur dann gut, wenn man nichts von ihm merke.

Eine neue Kommunikationskrise ist unvermeidbar

Donnerstag, den 7. Mai 2009 um 11:15

Der Finanzplatz Schweiz und speziell die beiden Grossbanken wie die Bankiervereinigung haben sich im vergangenen Jahr nicht durch grosse kommunikative Leistungen ausgezeichnet, will man darunter nicht die bewiesene Fähigkeit verstehen, sich durch vielsagendes Schweigen über die Runden zu retten. Lange Zeit gab es für unseren Finanzplatz keine Krise und die Grossbanken beklagten sich, ihre Kunden würden zur Konkurrenz überlaufen, das aber auch erst als die anderen Banken meldeten, dass vor allem UBS-Kunden zu tausenden überlaufen. Die Haltung der beiden Grossbanken und ihres Spitzenverbandes, in der Jahrhundertkrise einfach nichts zu sagen, sollte dazu beitragen, eine Sanierung zu erleichtern, denn jeder misstrauische Institutionelle oder Privatkunde war ein erst potentieller und später realer Verlust.
Wenigen ist aufgefallen, dass dies auch vom Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Jean-Pierre Roth, indirekt gutgeheissen wurde, als er in einer Rede am 27. November 2008 („La politique de communication des banques centrales à l’épreuve de la crise financière“) in Bern aus Anlass der Vergabe des BZ-Journalistenpreises sagte: „In Krisen kann Intransparenz die richtige Kommunikationsstrategie sein.“ Und fortfuhr „La transparence de ses opérations (Anm. Banque Nationale), qui est devenue la norme ces derrières années afin de stabiliser les marchés et d’assurer un contrôle démocratique sur son action, peut s’avérer contre-productive du point de vue de la défense de la stabilité financière. „Diese Aussage ist eine“ „carte blanche“ für andere Firmen, auch Banken, sich im Ernstfall in die Düsternis und Hektik ihrer Hinterzimmer zurück zu ziehen. Jean-Pierre Roth weiss, dass es zwischen Offenheit und Demokratie einerseits und zweckmässigem Handeln anderseits eine Spannung gibt, die nicht immer einfach gelöst werden kann.

UBS knapp über Wasser, und Alinghi

Donnerstag, den 7. Mai 2009 um 11:08

Wie hat die Schweiz während zweier Jahre gejubelt, als die „Alinghi“ über die Meere segelte, ausgerüstet von der ETH Lausanne, finanziert vom Berufserben Ernesto Bertarelli, gesponsert von der UBS. Dann geriet der schöne Ernesto mit seinen Alinghi-Prozessen in Schwierigkeiten bis hin zur gerichtlichen Niederlage, fast gleichzeitig raste der UBS-Konzern unter Segelfan Marcel Ospel in eine Jahrhundertkrise, ausgelöst durch überhöhtes Wachstumstempo. Jetzt hat Bertarelli den UBS-VR wieder verlassen (was hat er dort eigentlich getan?) und Oswald J. Grübel hat das Sponsoring der UBS gestrichen. Die UBS, deren fiktiver „brand value“ sie einst unter die 15 erfolgreichsten Weltmarken der Finanzinstitute und auf Platz 64 der globalen Top 100 katapultiert hatte, ist nun weit abgeschlagen. Jetzt werden wir erleben können, wer zuerst wieder im Ring steht, Alinghi oder die UBS.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog