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Monatsarchiv für März 2009

Baracks Last hat einen Namen: Timothy

Dienstag, den 31. März 2009 um 15:46

Wenn wir in diesem Blog stets geschrieben haben, Barack Obama sei nicht mit Millionen vom US-Volk, sondern von den Eigentümern der Hedge Funds finanziert worden, ist Timothy Geithner der beste Beweis dafür. Der väterlicherseits von jüdischen Einwanderern aus Thüringen abstammende neue US-Finanzminister, selber Steuervergehen angeklagt, diente bei Henry Kissingers Beratungsfirma, wurde an Robert Rubin im Finanzministerium weitergereicht und arbeitete dann in der New Yorker Abteilung der US-Notenbank. Timothy Geithner, 47, ist der Prototyp jener talentierten Manager, die operativ alles wissen, aber strategisch keine Antenne haben. Barack wollte ihn, das sagt viel.

Der reiche Pechvogel

Dienstag, den 31. März 2009 um 15:15

Patrick Frey, das ist der Schweizer Komiker mit einem Gesicht wie von Francis Bacon gezeichnet, freut sich nicht über das Vermögen, welches er geerbt hat, sondern mehr darüber, dass er Zeit seines Lebens – ohne Glück – tun und lassen konnte, was er wollte. Er zeigt lieber seine schlanken Beine als sein von Zweifeln durchfurchtes Gesicht und wünscht sich auf keinen Fall, erwachsen zu werden. Die ernsten Rollen liegen ihm nicht. Eigentlich eine Tragödie, ein Mann nicht ohne Talent, der nie ernsthaft werden musste. Das wäre ein schönes Stöffchen, aber leider nur für das Bernhard-Theater.

Entwicklungshilfe ist Wirtschaftsförderung

Dienstag, den 31. März 2009 um 14:15

…für wen? Als jüngst Schweizer Parlamentarier stolz aus Mozambique zurückkamen, um sich für ihre Leistungen in der Entwicklungshilfe feiern zu lassen, waren sie in Wirklichkeit für die Schweizer Elektrizitätswirtschaft unterwegs, die dort investieren wollte. Was ist Entwicklungshilfe? Die klassische Antwort lautet: „Wenn die armen Menschen der reichen Staaten für die reichen Menschen der armen Staaten spenden.“ Ich habe Entwicklungshilfe seit 1960 erlebt, jetzt bald 50 Jahre. Sie hat kaum geholfen. Jedoch, Afrikas Menschen werden sich von derzeit einer Milliarde auf bald zwei Milliarden vermehrt haben. Der Bioboom ist ungebrochen.

Abmarsch nach Afghanistan.

Dienstag, den 31. März 2009 um 13:57

Ob es ein gutes Zeichen ist, dass Jamie Shea, der berüchtigte NATO-Sprecher im Kosovo-Krieg, jetzt zum Chefplaner der NATO aufgestiegen ist? Die brutale Bombardierung der serbischen Zivilbevölkerung nannte er „Kollateralschaden“. 78 Tage log er die Weltöffentlichkeit an, denn sein Krieg war ein von der UNO nicht sanktionierter Angriff und die „smart bombs“ fielen immer auf die falschen Ziele, zuletzt auch auf die chinesische Botschaft in Belgrad. Ein nicht angeklagter Kriegsverbrecher an der Spitze der NATO – das verspricht heitere Zeiten.

MCR ist sauer.

Dienstag, den 31. März 2009 um 11:02

Micheline Calmy-Rey, oberste Schutzgöttin der Haarersatzteil-Industrie und Ehrenmitglied im Dimitri-Club, widersprach mir im Westschweizer Radio,als ich sagte: „Ihr Brief an den OECD-Generalsekretär war ein Fehler, Mme la Conseilleire Fédérale.“ Sie sagte, sie habe keinen solchen Brief geschrieben. Jetzt äussert sie ihren Ärger über Bundesrat Ueli Maurer, der diesen Brief offensichtlich publik gemacht hat. Ach, die charmante Westschweizerin, die den Tschador-Schal ebenso elegant trägt wie die Pariser Jacke, hat ein schwieriges Amt. Man bräuchte eigentlich eine solide Aussenpolitik, die mit der Wirtschaftspolitik eng zusammen arbeitet, um wieder eine Wirtschafts-Aussenpolitik zu ermöglichen, wie wir sie vor vierzig Jahren noch hatten. C’est le chaos à Berne.

Eine Bankiers-Generation tritt ab.

Dienstag, den 31. März 2009 um 10:42

Soeben wurde Dr. Robert Holzach zu Grabe getragen, einer der bedeutendsten Bankiers der Schweiz, Präsident des Verwaltungsrates der „alten“ UBS, die er massgeblich zur grössten und erfolgreichsten unseres Landes gemacht hat. Er, ein Mann unbedingter Ansprüche, beherrschte noch die Kunst des Masshaltens. In seiner Person verkörperte er den Höhepunkt der Symbiose zwischen Schweizer Wirtschaft und Schweizer Militär, dies aber nicht einseitig, sondern den Künsten und der Gestaltung in hohem Masse zugetan. Die Ansprache vor der Trauergemeinde hielt Dr. Konrad Hummler, einst im Sekretariat des Verstorbenen tätig, heute Geschäftsführender Partner der St. Galler Privatbank Wegelin & Co. und Präsident der Vereinigung Schweizer Privatbanquiers.
Der Tod des Patriarchen kommt zu einem Zeitpunkt, wo eine ganze „Banker Generation“ vorzeitig abtreten musste, weil sie die Risiken der Märkte falsch eingeschätzt hat. Im Augenblick ist völlig unklar, ob die jetzt verantwortlichen Spitzenbanker in der Lage sind, nicht nur ihre eigenen Häuser, sondern auch den Finanzplatz Schweiz auf Dauer zu sichern. Bundesrat, Nationalbank, Parteien und Parlament sind zur Rettung jener Branche herangeeilt, die sich zur Zeit von Dr. Robert Holzach in einem bemerkenswert kontrollierten Zustand befand, der heute nur als „Goldene Zeit des Finanzplatzes“ bezeichnet werden kann. Dr. Konrad Hummler hat denn auch die Teilnehmer der Abdankungsfeier in guter Manier aufgefordert: „Die beste Erinnerung an ihn wird sein, dass wir zurückgehen an unsere Arbeit und das tun, was uns auferlegt ist.“ Am gleichen Tag stürzte die UBS-Aktie um weitere 11%.

Europas Spindoctros tagen in Zürich

Dienstag, den 31. März 2009 um 9:06

Ein bisschen Werbung in eigener Sache: Vom 7. bis 9. Mai 2009 organisiert die Stöhlker AG in Zürich die 14. Jahreskonferenz der EAPC (European Association of Political Consultants), eine Plattform, auf der sich führende Politik- und Wahlkampfberater aus ganz Europa austauschen (Programm). Ehrengast ist der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Zu den Referenten im Zürcher Hotel Mariott gehört unter anderen auch Staatssekretär Matthias Machnig, der Gerhard Schröder zum Bundeskanzler machte und seit 2005 Staatssekretär im deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist.

Der zweitägige Anlass steht unter dem Thema „From Local to Transnational: The Challenge of Campaigning in tomorrow’s Europe„. Das Ziel der jährlich stattfindenden EAPC Konferenz ist die Qualitätssteigerung in der politischen Beratung und die Entwicklung einer demokratischen Kultur in den Ländern Europas. Am Vortag der zweitägigen EAPC Konferenz findet die EAPC Master Class statt (Programm).

Anmeldungen für die Konferenz und die Masterclass werden über www.eapc.com/meetings angenommen.

Philippe Welti

Der Götti und sein Girl

Montag, den 30. März 2009 um 11:07

Es ist ein Foto, das den Übergang von alt Stapi Elmar Ledergerber, Zürich, zur neu-Stapa Corine Mauch heute die Medien bestimmt. Aufgenommen von Keystone, zeigt es den väterlichen Altmeister, wie er seinen rechten Arm um die Schulter der keusch zu ihm aufblickenden 49jährigen legt. Diese spitzt ihr Mündchen kokett („Aargauer Zeitung“), lächelt ihn offen an („Der Landbote“) und zeigt, wie SP-Jungdamen und SP-Altherren miteinander umgehen. Aus Diskretionsgründen haben die Aargauer ihre Tochter in Zürich, die leibliche von Ursula Mauch, nicht speziell gefeiert. Aber es muss gesagt werden: Der Aargau hat nun Zürich übernommen.

Tollkühne Koalitionen

Montag, den 30. März 2009 um 10:20

Jetzt, wo die Schweizer Innen- wie Aussenpolitik völlig aus dem Gleis zu laufen scheint, bilden sich auch Koalitionen, die einem braven Eidgenossen früher den Atem verschlagen hätten. An die Zusammenarbeit zwischen SVP und SP haben wir uns fast schon gewöhnt, denn, wie die Grossbürgerlichen früher zu sagen wussten: „Pack schlägt und verträgt sich.“ Die politischen Rechtsaussen wie Linksaussen sind aus der Mitte abgedrängt, weshalb, dies ist die elegantere Formulierung, „les extrêmes se touchent“. Jetzt aber lobt auch die „NZZ“ den von seinen eigenen Genossen bedrohten alten Bundesrat Moritz Leuenberger wie folgt: „Das staatsmännische Format, das sich der Achtundsechziger und einstige Fichenjäger Leuenberger während seines langen Marsches durch die Institutionen angeeignet hat, verdient im Grunde Respekt.“ Genau jenes staatsmännische Format ging offensichtlich Leuenbergers Mitkommilitonen Christoph Blocher ab, weshalb die Linken ihn aus dem Bundesrat warfen. Die Bürgerlichen wären zu derart geschlossenem Handeln in Bern nie fähig. Offensichtlich macht die zu neuem politischen Bewusstsein erwachende NZZ-Redaktion mit einem derartigen Kommentar den Versuch, Leuenberger aus seinem Amt zu loben. Merke: Die höchste Form der Aggression ist die Umarmung.

Die Liebe der Magistraten

Montag, den 30. März 2009 um 10:10

Die Stadt Winterthur lebt grosszügig auf Kosten der anderen Städte und reichen Gemeinden des Kantons Zürich. Irritiert zeigt sich jetzt erstmals auch die Zürcher Kantonsregierung, welche das ambitionierte Investitionsprogramm der Winterthurer zurückpfiff. Regierungsrat Markus Notter meinte: „Wahrscheinlich waren wir bisher einfach zu lieb zu den Winterthurern.“ Zu lieb war der Zürcher Stadtrat Martin Vollenwyder, der anderthalb Jahre brauchte, um das Luxusleben der Unfallversicherung der Stadt Zürich aufzudecken. Deren Mitarbeiter leisteten sich Skitage in den Bergen, einen Heli-Ausflug über die Stadt Bern, gingen gemeinsam ins Kabarett und leisteten sich aufwändige Hochglanz-Broschüren. Vollenwyder duldete auch, dass der Chef dieser Frohsinns-Truppe sich ungestört neben den Büros eine Praxis für Kinesiologie einrichten durfte. Sauer ist der freisinnige Stadtratoffensichtlich in erster Linie über jenen Beamten, der schon im Jahr 2007 auf diese lockeren Sitten aufmerksam machte. Eine Untersuchung läuft.

 
     
     
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