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Monatsarchiv für Februar 2009

Teflon-Dan und Super-Dan als Unberührbarer

Freitag, den 27. Februar 2009 um 14:12

Es ist unglaublich, wie der ehemalige Marxist, der im Freiburger Schulzimmer St. Michel die Kruzifixe durch Lenin-Bilder ersetzte (was Abt Martin Werlen in Einsiedeln, sein Gönner, vielleicht nicht weiss), Teflon-Dan, Super-Dan Daniel Vasella sein Super-Salär gegen den Anspruch des Stimmvolks an der GV von Novartis verteidigt hat. Der jesuitisch erzogene Arzt mit dem marxistischen Gewissen hat Marcel Ospel und Nestlé-Freund Peter Brabeck-Letmathé an Enfluss bei weitem überholt. Wohin jetzt?
Der Sohn des katholischen Historikers Oskar Vasella mit einem Jahreseinkommen von mindestens CHF 44 Mio. trägt mit Würde jenen Mühlstein um den Hals, den der Basler Bischof von Uttenheim mit einem Matthäus-Wort wie folgt bezeichnete: „Wer aber ärgert der Geringsten einer, die an mich glauben, dem wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hans gehängt und er ersäuft werde im Meer, wo es am tiefsten ist.“ Daniel Vasella hat einen Drittel seiner Aktionäre geärgert, aber das Vertrauen der grossen Aktionäre bewahrt, weshalb er sein Salär auch verdient. Das ist bischöfliche Logik. Vasella, nun zum katholischen Glauben zurückgekehrt, entzieht sich dem protestantischen Ethos der Gleichheit und geniesst den „Kampf der Kulturen“, der sich in seiner Seele abspielt, wie Giorgio Girardet weitgehend unbemerkt in der Kulturbeilage der „Basler Zeitung“ schreibt.

Dem richtigen Engel folgen

Freitag, den 27. Februar 2009 um 14:10

Nun sind wir vierzig Jahre dem Engel Dynamis gefolgt, dem Engel der Kraft und der Bewegung. Dabei haben viele vergessen, dass es sich nur um einen Engel fünfter Ordnung handelt. Die Dynamik wird in den oberen Sphären sehr geschätzt, aber wer liegt an der Spitze?
– An der Spitze der Engel liegt der Seraph, der Brennende und Flammende, auch der Engel der Liebe. Ganz offensichtlich drücken sich darin Persönlichkeiten aus wie Bill Gates, der weltweit Gutes tut (Frau Melinda nicht zu vergessen).
– Es folgt der Cherub, der Bitter oder Fürbitter, der die Geister der Harmonie führt. Dölf Ogi, unvergessen, ist wohl der Idealtypus eines solchen Engels, Pfarrer Sieber vielleicht auch.
– Erst an dritter Stelle folgt Thronos, der Herrschende, der die Geister des Willens führt. Pascal Couchepin und Christoph Blocher kommen ihm ganz nahe.
– An vierter Stelle Kyriotes, der die Geister der Weisheit begleitet. Rolf Soiron, den VR-Präsidenten von Holcim, Lonza und NobelBiocare, zähle ich dazu.
Nach Dynamis, an fünfter Stelle, folgen die minderen Engel: Exousia, welche die Amtsgewalt vertreten, Eloah, unser Gott Jahwe, ein Engel der Form, Arché, der Engel des Ursprungs und der Persönlichkeit, Archangelos, der Engel der Volksgeister, zuletzt Angelos, der Sohn des Lebens.
Jetzt sollte es uns leichter fallen, die irdischen Engel und Bengel zu bewerten.

Marketing im Krisentest

Freitag, den 27. Februar 2009 um 11:34

Der Zusammenbruch grosser Marken an der Börse, der Ausverkauf von Familiengesellschaften und die Umsatzeinbrüche tausender von Firmen müssten die Marketing-Gurus in Extase versetzen. Jetzt oder nie können sie beweisen, wie man es besser macht. Aber was lesen wir:

– Dr. Jaro Löffler von „Marketing & Kommunikation“, als Magazin das Maultier der Schweizer Markt, denn Jaro arbeitet viel, erhält aber von seinem Verleger zu wenig Spielraum, will jetzt Taten statt Worte sehen und verlangt „Marketing Efficiency statt Rotstift“. Er wird kaum gehört werden, wird es aber mit Würde tragen. In Jaros neuem Heft wird viel gelächelt, aber wenig gelacht.
– Reto Wüthrich von „Handel heute“, finanziell beser ausgestattet als Kollege Jaro, versteckt sich hinter dem gdi, das „The age of less“ verkündet. Einfacher kann man es sich wohl nicht machen. Es sind, wie Wüthrich selber kommentiert „widersprüchliche Fakten“. Ich kann ihn nur bestätigen. Wie man dem „besonderen Moment“ entkommen, in welchem wir uns befinden, wird mit viel knappem Lächeln erklärt.
– In der neuen „Absatzwirtschaft“ wird schon aggressiver gelächelt. Das früher einmal kreative Magazin tritt als leicht erschöpfter Klassiker auf. Chefredaktor Christoph Berdi geht auf sicher und empfiehlt „Winning with Service Excellency“, was sicher nicht falsch ist. Sonst sehr viel aufgefrischte Routine im Heft.
– Angeführt von Prof. Dr. Marcus Schögel wird in der neuen „Marketing Review St. Gallen“ ungeheuer viel gelacht. Der Traum vom viralen Marketing wird erneut präsentiert, eingebettet jedoch in die Warnung „wirkt jedoch nur, wenn es in eine professionelle Strategie eingebunden ist.“ Wer wollte auch etwas anderes, Herr Professor? Mit dem Schlämmer-Blog werden sogar Regelverstösse empfohlen, nicht schlecht aus dem halbbiederen St. Gallen. „Kaufentscheidungen nach Herkunftsland“ ist ein lesenswerter Beitrag angesichts der europäisch-globalen Vernetzung.

Und sonst? Wirklich gutes Marketing macht die St. Galler Bank Wegelin & Co., wo mit dem geschäftsführenden Teilhaber Dr. Konrad Hummler ein extrovertierter („barocker“) Privatbankier an der Spitze steht. Niemand hat es bisher gewagt, diese sehr individuelle Marketingschule zu analysieren. Ganz ausgezeichnet ein zweiter St. Galler: Prof. Dr. Fredmund Malik, dessen Malik Management Zentrum mit gegen 300 Mitarbeitern zu einem Welterfolg geworden ist. Sein Rezept: Intelligenz und Fleiss. Hervorragend FDP-Nationalrat Johannes Schneider-Ammann im bernischen Langenthal, einer der letzten Schweizer Industriellen, die sich gegen den serbelnden Finanzplatz auch rhetorisch behauptet. Vielleicht deshalb erfolgreich ist Peter G. Rebeiz, Chef des Caviar House & Prunier wie von Balik, der weltweit erfolgreichen Schweizer Edellachs-Räucherei. Seine Leidenschaft sind seine Produkte, mit denen er die gesamte Lachs- und Kaviarwelt entscheidend geprägt hat. Die Liste kann fortgesetzt werden, denn wirkliche Erfolge werden nicht im Marketing, sondern von Unternehmern gemacht.

Die lokale Kulturprominenz feiert sich

Freitag, den 27. Februar 2009 um 11:16

Es ist unglaublich, wie sich zwischen Biel und Chur die lokale Kulturprominenz zu feiern weiss. Künstlich aufgeblasen von Gemeinde-, Kantons- und Lotto-Budgets, dreht man sich in Jeans auf eleganten Sesseln, um sich seiner eigenen Bedeutung zu versichern. Ein gutes Beispiel dafür ist Winterthur, eine durchaus kulturbegabte Stadt, die einst Grösse zeigte und heute nur noch gross ist. Colette Gradwohl, die einen guten „Landboten“ produziert, moderiert die Kultur“träger“, die offensichtlich schwer an ihrer Last tragen. Gleich meint die „Kultur-Veranstalterin“ (was für ein Wort?), das Publikum könne sich überfordert fühlen. Solches meint stets die Intelligenz, um sich vom Rest der Welt abzugrenzen. Der „künstlerische Leiter des Stadttheaters“ meint, nur 5000 von 95 000 würden seine Aufführungen besuchen. Können 90 000 Menschen ganz falsch liegen? Die Bevölkerung von Winterthur, wird gleich darauf klar, würde sich für die Weltklasse-Sammlung von Oskar Reinhart, ohnehin kaum interessieren. Die Winterthurer sind halt doch Proleten oder trinken ihren Prosecco lieber in Zürich. Weil niemand eine Lösung hat, sucht man gegen Ende der Diskussion die Zusammenarbeit; Elite bleibt gerne unter sich.
Ehrlich, ich habe nichts gegen Winterthur, aber derlei Diskussionen spielen sich im ganzen Land ab. Wir haben zuviel Geld für zu viele Kulturmanager und genügend kluge Menschen, welche die meisten Produktionen in unseren Provinzstädten provinziell finden.

Was macht eigentlich Hans-Jürg Fehr?

Freitag, den 27. Februar 2009 um 8:31

Der in seiner Amtszeit wenig erfolgreiche SP-Präsident, von seinem Nachfolger Christian Lévrat längst in den Schatten gestellt, hat als SAH-Präsident körperlich an Gewicht gewonnen und lächelt mit vollen Backen rosig in die Kameras. Er verteilt jetzt den „Fairen Stein“, womit ausgezeichnet wird, wer bei seinem Einkauf darauf achtet, dass keine Kinder ausgebeutet werden. Jetzt, wo gerade wieder 250 Mio. Menschen in die Armut zurück gesunken sind und weitere folgen werden, tut uns dieser Granit aus dem Tessin wirklich gut. Mindestens Hans-Jürg Fehr sieht wieder besser aus.

Die schweigenden PR-Berater

Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 15:39

Es gibt bei uns viele Unternehmer, die glauben, der beste PR-Berater im Land sei einer, der schweigen kann. Wie recht sie haben: Viele Unternehmer haben derart Angst vor ihren „stakeholders“, dass sie lieber kopfüber in den Untergang springen (und grosse Teile des Landes mit sich reissen) als sich und ihre Fehler zu erklären. Was tun eigentlich die internen und externen PR-Berater von Thomas Bechtler, dessen Schiesser-Gruppe gerade zugrunde geht? Was tun eigentlich die PR-Berater der UBS, deren Aktienkurs und Glaubwürdigkeit derzeit einen Höllensturz erlebt? Was tun eigentlich die PR-Berater der Swiss Life, die sich mit Carsten Maschmeyer einen Höllenhund an Bord geholt hat, der die steifen Zwinglianer in die Limmat kippen wird, ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Sie verhalten sich wie Anwälte, die immer vom Risiko sprechen (und sich dafür honorieren lassen), aber immer einen Grund finden, sich selber diesem Risiko nicht zu stellen. Für mich sitzt die PR-Branche mit auf der Anklagebank. Sie verspricht Wunder und liefert Tünche. Noch dümmer sind nur die Werber dran, von denen gar niemand mehr spricht; in einer Krise, wie wir sie jetzt haben, sind sie arbeitslos.

Hilflose Pfarrer, Katholiken treten aus

Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 12:32

In Zollikon bei Zürich sind es erst vier, aber im ganzen Land dürften es schon gegen hundert sein. Der deutsche Papst Benedikt XVI. treibt die Gläubigen zum Kirchenaustritt, mag sein Verhalten auch nur das Tüpfelchen auf dem „i“ sein. Die katholischen Pfarrer sind demgegenüber hilflos, stehen ihre Bischöfe doch treu zu Rom und warten auf ein vatikanisches Wunder. Wer vom Entscheid des Papstes „Ratzi“ überrascht war, hat vergessen, was Mgr. Lefebvre 1977 einem italienischen Journal sagte: „Der neue Kardinal Ratzinger hat uns eine Intervention beim Papst zugesagt.“ Deshalb darf es keine Überraschung sein, dass Benedikt XVI. im Januar das 50jährige Jubiläum des Konzils von Papst Johannes XIII. „vergass“, nicht aber die Aufhebung der Exkommunikation der antijüdischen Pius-Brüder. Wir leben nicht in einer Zeit der Reformen; jetzt werden Gläubige gesucht.

Stabile Schweiz, Wallonen zu Frankreich?

Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 11:44

Wie schlecht es um die Belgier bestellt ist, zeigt der Wunsch der Wallonen, sich baldmöglichst Frankreich anzuschliessen. Das „Rassemblement Wallonie-France“ betreibt den Anschluss seit Jahren ganz bewusst, da man sich von dem heute reicheren Flamen unterdrückt fühlt. Wohl kaum ein Welscher in der Schweiz hat die Idee, die Westschweiz müsse sich Frankreich anschliessen. Wir bewundern Paris, wir lieben den Süden Frankreichs und vieles mehr, aber Franzosen werden? Gott bewahre! Pascal Couchepin als Präsident war noch einigermassen lustig, aber „Sarko“? Ebenso haben die Tessiner, die sich von den Italienern ausgenutzt fühlen, nicht die geringste Lust, sich dem Gaukler Berlusconi auszuliefern. Doris Leuthard mag nicht der stärkste Wirtschaftsminister sein, aber dass sie sich auf Kosten des Staates privat bereichert, scheint doch ausgeschlossen. Wir sind in der Schweiz keine Insel der Seligen mehr und tun alles, um den von den Eltern und Grosseltern geschaffenen Wohlstand zu vernichten, aber Paris und Rom sind keine Alternative. Die USA wohl auch nicht mehr.

Führungskrise ohne Ende

Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 11:16

Peter Hartmeier schrieb als Chefredaktor des „Tagi“ in dieser Woche den Leitartikel „Land ohne Führung“. Kurz vor seinem Abschied in den Thurgau gelang ihm damit ein Scoop, denn schon einen Tag später doppelte die „NZZ“ mit einem ähnlichen Kommentar nach. Unsere führenden bürgerlichen Redaktionen erkennen allmählich (und haben den Mut), die Führungsschwäche in Bern beim Namen zu nennen. In Wirklichkeit ist es noch viel schlimmer: Nicht nur der Bundesrat sucht sich ein Bild der Lage zu machen, auch die Parteipräsidenten wollen gegenüber ihren Wählern das Gesicht wahren und stellen Forderungen, die, je linker, desto lächerlicher sind. Nun machen sich auch Parlamentarier auf die Reise in die USA, was die Senatoren in Washington sicher beeindrucken wird. Unser Land steht nach 100 Jahren fast ungebrochenen Aufstiegs in der grössten Krise seiner jüngeren Geschichte und alle tun, als sei nichts geschehen. Die Zürcher Constaffel Zunft hat sich aber vorgenommen, diesen wenig befriedigenden Zustand zu ändern, indem sie zum Sechseläuten UBS-Präsident Peter Kurer und Dr. Christoph Blocher zur Diskussion eingeladen hat; dann wissen mindestens einige Zürcher „Zoufter“, was es geschlagen hat.

Unernste „Weltwoche“

Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 9:50

Viel Umschlag und wenig Inhalt sind kennzeichnend für die „Weltwoche“ vom 26. Februar, mit 74 Seiten im politisch wie wirtschaftlich aufregendsten Frühjahr seit 30 Jahren eher eine schwächliche Ausgabe. Roger Köppel, optisch etwas frontaler auftretend als Roger de Weck in der noch dünneren „Schweiz“-Beilage der „Zeit“, verteidigt in seinem Editorial noch den „heroischen“ Marcel Rohner. Pech gehabt, der ist schon wieder weg vom UBS-Fenster. Urs Paul Engeler, ein sicherer Wert, beschreibt Bundesrat Hans-Rudolf Merz in der Krise; Rücktrittsforderungen an die Adresse dieses schwachen Bundesrats dürften nicht mehr lange auf sich warten lassen. Schlimm ist es, wenn die gierigen UBS-Banker in den USA ihre Seele und das Schweizer Bankgeheimnis für eine Breitling-Uhr (als Prämie) verkauft haben; noch schlimmer ist es aber, wie Merz die Reste des Bankgeheimnisses rhetorisch verschleudert. Ausverkauf im Bundeshaus? Die Zukunft der sonst mit Mörgeli und Zimmermann gut lesbaren „Weltwoche“ ist aus einem Inserat ablesbar, wo sie, eingerahmt zwischen „NZZ“ und „TagesAnzeiger“, für einen Anlass zur Schweizer Armee am 18. März in Bern wirbt. Diese grosse Koalition der drei Deutschweizer Verlage hat sicher Zukunft.

 
     
     
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