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Tagesarchiv für 22. Januar 2009

Tragik in der Wirtschaft

Donnerstag, den 22. Januar 2009 um 14:13

Strategie-Prof. Dr. Peter Gomez zähle ich zu den tragischen Denkern der Schweiz. Der VR-Präsident der SIX-Group hat einen “Masterplan Finanzplatz” ausgearbeitet, worin er die Weltfinanzkrise ebenso wenig voraussah wie dies die Grossbankiers tun wollten. Gomez, dem Klugheit nicht abzusprechen ist, spricht Klartext: “Die meisten (Schweizer) Wirtschaftsführer glauben, diese Zerrüttung werde verschwinden, wenn wieder Gewinne fliessen.” Damit meint er den Vertrauensverlust zwischen Schweizer Volk, Politikern und den Bankiers. Die Tragik beginnt dann, wenn sein professoraler Horizont ihn dazu verleitet, einen neuen Verhaltenskodex der Schweizer Wirtschaftsführer vorzuschlagen. Gomez in der “Schweizer Bank”, die mit solchen Interviews bei ihren Lesern an Glaubwürdigkeit gewinnt: “Im Moment sitzen fast alle Schweizer Wirtschaftsführer in Deckung. “Er will deshalb auch eine neue Dialog-Plattform schaffen, wo wir im Land übergenug solcher Plattformen haben, denn was gebraucht wird, sind Unternehmer, die ganzheitlich denken und handeln. Dazu zählen Johannes Schneider-Ammann, Unternehmer aus dem bernischen Langenthal und FDP-Nationalrat, Dr. Konrad Hummler, Bankier aus St. Gallen (Wegelin), ein einsichtsreicher Insider der Schweizer Wirtschaft. Noch völlig unterschätzt wird derzeit Prof. Dr. Fredmund Malik, der mit 300 Mitarbeitern (Malik Management Zentrum St. Gallen) die bedeutendste global tätige Schweizer Beratungsfirma gegründet hat. Er hat Instrumente entwickelt und im Einsatz, die Unternehmern wieder Handlungsspielraum geben, eine Schweizer Alternative zu McKinsey, Berger und vielen anderen Gefälligkeits-Beratern aus der Schule des 20.Jahrhunderts. Warum spreche ich von Tragik in der Wirtschaft? Die völlig verängstigten Chefs der beiden Grossbanken UBS und CS-Group haben durch die misslungene Aggressivität in den globalen Märkten auch die Kontrolle über ihre Public Affairs verloren. Im Augenblick herrscht einfach kommunikatives Chaos.

Blocher ins Leere laufen lassen

Donnerstag, den 22. Januar 2009 um 11:52

Christoph Blocher benimmt sich seit seiner Abwahl aus dem Bundesrat wie ein Cowboy, der aus dem Sattel gefallen ist. Er rennt neben dem Gaul der Politik her, hält sich mit beiden Händen am Sattel fest und sucht, sich wieder nach oben zu ziehen. Wenn er bei der Abstimmung ab 8. Februar zur Personenfreizügigkeit mehr als 46 % aller Stimmen macht, wird er sich zum Sieger erklären mit den Worten “Seht, was das Schweizer Volk will.” Verliert er die Abstimmung, wird er sich am Schwanz des galoppierenden Pferdes halten müssen. Gerold Bührer, der Präsident der économiesuisse, weigert sich mit Recht, gegen Blocher auf den Podien anzutreten; es würde nur eine Aufwertung des alternden Milliardärs, Spekulanten und alt Politikers bedeuten. Seine Partei, die SVP, wäre wohl nicht auseinander gebrochen, hätte man den Industriellen Peter Spuhler zum Präsidenten gemacht, der aber hat dafür keine Zeit. Es ist also die beste Strategie, Blocher ins Leere laufen zu lassen, dies in der Hoffnung, dass die bürgerlichen Kampagnen besser und erfolgreicher sind als die jenes Mannes, der Bauern und Gewerblern das Glück versprach, im Amt des Bundesrats allerdings für die Konzerne arbeitete.

Nachlassende Intelligenz

Donnerstag, den 22. Januar 2009 um 8:39

1964, das waren die Goldenen Jahre der USA, waren 81 % aller Amerikaner noch in der Lage, sich eine Zeitung zu kaufen und sie zu lesen. Heute sind es weniger als 50 % der US-Bevölkerung. Sie verfügen auch kaum noch über Qualitätsmedien, die global berichten und kommentieren, sondern zumeist über Regionalmedien, “USA Today”, einen Art Super-”Blick”, oder die einseitig berichtenden TV-Anstalten. Wie soll ein Mittelstands-Amerikaner begreifen, was in der Wirtschaft vorgeht, was ein Risiko ist? Mit naivem Optimismus, von ihrer Weltbedeutung überzeugt, kommen diese Amerikaner, auch Führungskräfte, nach Europa, um uns zu bekehren. Meine beiden Zahntechnikerinnen sind aus Ohio, Jahrzehnte in der Schweiz, und versichern mir glaubhaft: “Nie mehr zurück.” Ich beobachte, dass heftige Internet-User nur noch in Häppchen denken, keine Bücher mehr lesen können und grössere Zusammenhänge kaum noch verstehen. Wer es nicht glaubt, möge sich umhören.

 
     
     
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