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Weblog
Tagesarchiv für 16. Januar 2009
Freitag, den 16. Januar 2009 um 18:23
Die “Bilanz” nimmt Walter Kielholz ins Visier, der mit der CS-Group und der Swiss Re zwei Grossrisiken sichern müsse. Am gleichen Tag sagt Jamie Dimon von JP Morgan Chase “Das Ergebnis ist sehr enttäuschend”. Bank of America, so heisst es, “hat sich an Merrill Lynch verschluckt.” “Deutsche Bank enttäuscht”, kein Wunder, dass Joe Ackermann zuviel Fastfood isst und dann umfällt. Schliesslich “Fachleute rügen Banken”. Die Kommunikation der Banken macht weltweit einen fast hilflosen Eindruck. Man hat dort eine Chefkultur etabliert, die lange Jahre die grossen Gewinne suchte, dann die Niederlage durch Juristen absichern liess und nun nicht mehr weiss, wie es weitergehen soll, es sei denn, der Staat komme zur Hilfe. McKinsey, der grosse Bankberater, lässt überhaupt nichts mehr von sich hören. Die Superstars des letzten Jahrhunderts, welche die Welt mit neoliberalen Rezepten neu aufbauen wollten, haben einen Totalschaden gebaut, wie wir ihn seit 80 Jahren nicht mehr erlebt haben.
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Freitag, den 16. Januar 2009 um 15:25
Es gibt ein ganz einfaches Instrument, um die Autoraserei der Jugendlichen zu unterbinden. Man sollte Leasingverträge nicht mehr von 18- 23jährigen (oder deren Eltern) unterschreiben lassen, sondern Autoleasing erst ab 24 Jahren erlauben. Dann hätten wir sicher Ruhe auf den Strassen. Wer sein Auto wieder, wie früher, selbst finanziert, wird auch mehr darauf achten. Die Leasingbranche, vor allem der Marktführer in der Schweiz, GE Capital, wird an diesem Vorschlag wenig Freude haben, aber Sicherheit geht vor Geschäft.
Politik | Keine Kommentare »
Freitag, den 16. Januar 2009 um 15:25
Es gibt ein ganz einfaches Instrument, um die Autoraserei der Jugendlichen zu unterbinden. Man sollte Leasingverträge nicht mehr von 18- 23jährigen (oder deren Eltern) unterschreiben lassen, sondern Autoleasing erst ab 24 Jahren erlauben. Dann hätten wir sicher Ruhe auf den Strassen. Wer sein Auto wieder, wie früher, selbst finanziert, wird auch mehr darauf achten. Die Leasingbranche, vor allem der Marktführer in der Schweiz, GE Capital, wird an diesem Vorschlag wenig Freude haben, aber Sicherheit geht vor Geschäft.
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Freitag, den 16. Januar 2009 um 15:11
Die Gastarbeiter in der Schweiz haben im Jahr 2006 insgesamt USD 13,8 Mia. in ihre Heimatländer überwiesen. Das ist weniger als aus den USA überwiesen wurden (USD 42,2 Mia.) und aus Saudi-Arabien (USD 15,6 Mia.), aber mehr als von allen anderen Staaten der Welt. Aus Deutschland wurden nur USD 12,3 Mia. überwiesen, aus den Niederlanden nur USD 6,7 Mia. Merke: Wir sollten dies der Entwicklungshilfe zurechnen.
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Freitag, den 16. Januar 2009 um 14:56
Die USA produzieren derart wenig, das sich exportieren lässt, dass sie sich von dem nicht mehr ernähren können und das Geld für Innovationen schon lange nicht mehr reicht. Ihre Schulden, ihre Kriege, lassen sie sich von Ausländern finanzieren. Das berühmte US-Management mit einem Sarbanes-Oxley-Act und GAAP, den besten Bilanzregeln der Welt, angereichert, stürzt von einer Krise in die nächste, trotz Harvard, Stanford, MIT und anderen Weltklasse-Instituten. Pricewaterhouse, auch eine US-Gesellschaft, ist sich nicht zu schade, die indische Firma Satyam zu kontrollieren und mit dem “Golden Peacock Award” auszuzeichnen, kurz bevor das Unternehmen mit Lug und Trug abstürzt. Jahrelang wurden die Bilanzen gefälscht. Novartis erhielt den gleichen Preis, scheint aber noch am Leben zu sein.
Die USA erleben eine Hausse an Skandalen, von Enron bis Parmalat, von den US-Finanzgruppen bis zu den Autokonzernen. Management Consultants, Aufsicht und Prüfer sahen nichts, hörten nichts und sagten nichts. Billionenschäden sind jetzt vom ohnehin verarmten amerikanischen Volk zu finanzieren.
Wirtschaft | Keine Kommentare »
Freitag, den 16. Januar 2009 um 9:38
Seco-Chef Jean-Daniel Gerber bleibt bei seiner faszinierenden Idee von der AHV und der Arbeitslosenversicherung als Konjunkturmotor der Schweiz. Zurückgekehrt aus den USA versichert er, das zu erwartende Defizit von CHF 3,8 Mia. sei eine konjunkturelle Unterstützung, wie man sie in den USA nicht kenne. Diese Unterstützung leisten, das ist das Schöne in unserem Land, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam. Viele vergessen, dass auch die Wirtschaftsförderungs- und Konjunkturförderungsprogramme letztlich vom Bürger bezahlt werden, nur spürt er es weniger direkt. Die Schuld am Fiasko wird gesucht, aber auch verwedelt, so Tito Tettamanti, 77, der sich wieder einmal direkt zu Wort meldet, weil seine “Gemeinschaft freier Bürger” sang- und klanglos untergegangen ist. Tettamanti schiebt die Schuld Bill Clinton zu, der die Banken unter Druck gesetzt habe, billigere Kredite zu geben. Der Tessiner vergisst, dass es US-Politiker und spätere Mitarbeiter unserer beiden Grossbanken waren, welche diese Forderung an die “administration” zuerst erhoben hatten. Phil Gramm lässt grüssen.
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Freitag, den 16. Januar 2009 um 9:00
Nie würde ich es wagen, den Keynesianern zu widersprechen, aber die beste Wirtschaftsförderung in den USA wie in Deutschland war die Aufrüstung vor dem 2. Weltkrieg. Zwei Weltkriege machten die USA zur Weltführungsmacht, ein Zustand, den sie heute wieder im Begriff ist zu verlieren. Gute Schulden sind solche, wo die armen Menschen die Fehler der reichen Menschen mit ihrem Einkommen finanzieren. Schlechte Schulden sind solche, wo man seine eigenen Schulden selber finanzieren muss. Es ist wie bei den Fetten, ob gute oder schlechte, am besten von beiden wenig.
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Freitag, den 16. Januar 2009 um 8:54
Noch nie hatten die US-Amerikaner soviel Angst vor der Zukunft wie in diesem Augenblick. George W. Bush hinterliess sie ratlos, der “Obama Turn” ist eine Möglichkeit, aber auch nicht mehr. Die USA führen jetzt Kriege im Mittleren Osten und in Zentralasien, die zutiefst unpopulär sind. Die Wirtschaftskrise im eigenen Land macht Millionen arbeitslos und lässt die Zahl der Suppenküchen-Armen hinaufschnellen. Der berühmte US way of life, wie wir mit ihm aufgewachsen sind, ist ernsthaft bedroht. Ob Obama es schafft, mit einem neuen “We shall overcome” einen Zeitenwechsel herbeizuführen? Angie Merkel kann dies auf keinen Fall, Sarko würde es gerne tun, Putin tut es auf seine Art. Noch unheimlicher ist den Amerikanern, was sich in China und Indien abspielt, wo die Wachstumsraten der Wirtschaft auch heute noch hoch sind. Merke: Als Europäer leben wir derzeit besser, als Schweizer noch ein wenig besser.
Politik | 1 Kommentar »
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