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Monatsarchiv für Dezember 2008

Die wichtigste Lehre aus dem Jahr 2008

Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 15:27

Wer nicht arbeiten will, muss spekulieren.

Traum NYC analysiert

Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 15:01

Das „Census Bureau“ hat soeben Zahlen über NYC vorgelegt, die verdeutlichen, was den Reiz dieser Stadt – vor dem Finanzskandal – ausmachte: Mehr als die Hälfte der Einwohner sind heute eingebürgerte Ausländer, eine Zahl, die in der Schweiz unter Verschluss ist. Die meisten Neuansiedler kommen aus der Dominikanischen Republik, China und Mexico. Die Rückkehr weisser Familien in die Stadt hat das Wohlstandsniveau der Bronx um 20 % angehoben; jeder dritte New Yorker hat das Bachelor Examen bestanden, 70 % haben einen High School-Abschluss. Wie sagen die US-Amerikaner? New York ist nicht Amerika. Was ist Amerika? Die US-Amerikaner sind im 08 siebentausend Milliarden US-Dollar ärmer geworden; ihre Vermögen sind durchschnittlich um 15,7 % geschrumpft. Die Zahl der Arbeitslosen steigt jede Woche um 0,7 Mio. Das sieht nach Ärger aus.

Den richtigen Caesar enthüllt

Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 13:03

Caesars Schrift über den Gallierkrieg war weitgehend nicht vom ihm, sondern von seiner Kanzlei verfasst. Welcher „Vizekanzler“ in seiner Kanzlei die Feder führte, ist heute nicht mehr bekannt. Gewusst wird jedoch, dass Caesar sein Bild in der Öffentlichkeit ganz systematisch plante bis hin zu seiner Ermordung, wo heute angenommen wird, der letztlich gescheiterte Feldherr habe diese, wenn nicht gefördert, so doch nicht verhindert, denn 60 Attentäter sind ihm mit Sicherheit nicht verborgen geblieben. Von diesem „rundum Gescheiterten“ (Wolfgang Will) können wir dennoch vieles lernen, so das Konzept der „Trabanten-Stadt“, die man erobert, indem man unter die Einheimischen sehr viele Fremde mischt, sodass der Widerstandswille bricht.

Gute bezahlte Jobs in Nonprofit-Organisationen

Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 9:42

In der Schweiz haben wir über 200 Nonprofit-Organisationen; deren Geschäftsführer verdienen im Schnitt p.a. CHF 150 900.– mit einer Streubreite von CHF 142 500.– bis CHF 177 500.–. Die zweite Führungsebene muss sich im Schnitt mit p.a. Fr. 124 400.– begnügen. NonproCons-Geschäftsführer Dr. Peter Buss meint: „Diese Zahlen liegen deutlich tiefer als in der Wirtschaft. Die erwartete und (zumeist) auch erbrachte Leistungsqualität ist dieselbe. Die bessere Moral für sich zu reklamieren, gibt es keinen Anlass.“ Er meint, diese Zahlen mögen als Grundlage für die nächste Lohnrunde dienen.

Der tanzende Beamte aus Bern

Dienstag, den 30. Dezember 2008 um 8:17

Wie multikulturell die Schweizer sind, zeigt auch das Beispiel des tanzenden Beamten aus dem Bundesamt für Energie in Bern. Peter Hüseyon Cunz ist dort Experte für Internationales. Seine private Zeit widmet er der Mystik des Islam. Als Scheich (Lehrbeauftragter) im Mevlevi-Orden führt er Gruppen dieses Ordens in der Schweiz, den USA und Südamerika (www.mevlana.ch). Am 24. Juni 2009 spricht er am Institut fürPhilosophie und Ethik der Fritz Allemann Stiftung in Zürich über „Islamische Mystik am Beispiel der Mevleviyye“. Am Beispiel der tanzenden Derwische will er ein humanes und tolerantes Gesicht des Islam zeigen.

Reserve Irak: wenig Respekt vor Katholiken

Montag, den 29. Dezember 2008 um 16:15

Der römisch-katholische Erzbischof von Bagdad, der Libanese Mgr. Sleiman, bezeichnet die Situation der christlichen Gläubigen im Irak als prekär. Sie werden in vielen Fällen von islamischen Fundamentalisten verfolgt. Sie müssen konvertieren oder den Status eines dhimmi annehmen, wie dies schon im Mittelalter die Praxis war. Wer auch dies nicht will, muss mit der Ermordung rechnen oder ins Ausland flüchten, was vielerorts der Fall ist. Die im Westen vielgelobte Koexistenz sei sehr fragil und eher bei den Kurden im Norden des Landes anzutreffen. Das Problem des Irak sei der Tribalismus, wo die Stämme entscheiden und die Demokratie keine Chance habe. Die christlichen Amerikaner würden sich auch nicht um die Christen im Irak kümmern, denn diese seien für sie in erster Linie Araber. Heute seien deshalb die Christen im Irak voller Angst und suchten die Flucht aus dem Land.

Erfolgreiche Unternehmensführung à la Kühne + Nagel

Montag, den 29. Dezember 2008 um 14:27

Die Ausschüttung einer Sonderdividende, eine heute in Europa fast einmalige Angelegenheit, rechtfertigte bei Kühne + Nagel CFO Gerard van Kesteren mit dem Satz „Geld ist heute sicherer bei den Aktionären als bei manchen Banken.“ Van Kesteren gilt seit Jahren als bester Finanzchef der globalen Logistikkonzerne. Klaus Herms, sehr erfolgreicher bisheriger CEO des Konzerns, nannte als sein Programm für Krisenzeiten, das ab 1. Januar von Nachfolger Klaus Lange umgesetzt wird, in folgenden Punkten:

– Stringentes Kostenmanagement
– Einstellungsstopp
– Overheads abbauen
– Keine Ersatzinvestitionen
– Kurzarbeit, keine Entlassungen
– Weniger Reisen, weniger Veranstaltungen
– Striktes Kreditmanagement
– Ausnützung der Zahlungsziele auf Lieferantenseite
– Hohe Liquidität
– Unabhängigkeit von Banken
– Förderung wertschöpfungsstarker Produkte
– Gutes Management, motivierte Mitarbeiter

Gleichzeitig müssten Initiativen zur Erhöhung der Produktivität in Gang gesetzt werden. Die Geschäftsabläufe seien zu verbessern. Damit hat Kühne + Nagel International einen Weltmarktanteil von 3 % erzielt. Er soll gesteigert werden.

Der Tod des Zappelphilipps

Montag, den 29. Dezember 2008 um 13:39

Mindestens ein Dutzend Manager und Politiker stehen mir vor dem Auge, die auch heute noch, meist höchst erfolgreich, dem bekannten Bild des Zappelphilipps gleichen. Bill Clinton gehörte dazu, sicher auch der jetzt 90jährige deutsche Altkanzler Helmut Schmidt. Moritz Leuenberger ist mindestens verdächtig. Heute sollen schon 4,8 % aller Kinder in Deutschland unter Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität (ADHS) leiden. 1990 wurden in Deutschland 300 000 Tagesdosen Ritalin verabreicht, 2007 waren es bereits 45 Mio. Dosen täglich. Eine soziale Katastrophe.
Meist sind es die überforderten Eltern, die ein Rezept verlangen, berichten die Ärzte. Ein Lehrer sagte mir: „Viele Kinder mit der Diagnose haben kein Aufmerksamkeitsdefizit. Ihre Aufmerksamkeit ist nur nicht da, wo Eltern und Lehrer sie wünschen.“ Dies halte ich für die vernünftigste Erklärung eines Zustands, der nur verglichen werden kann mit der Hysterie, wie sie im 19. Jahrhundert Mode war, oder mit anderen Krankheiten, die aus Stress entstanden, wie den „Zittersoldaten im 1. Weltkrieg“ und den „ulcus Soldaten“ im zweiten Weltkrieg, Merke: Weil wir diesen Blog schreiben, was sicher nicht nötig ist, wollen wir nicht bei den Hyperaktiven eingereiht werden.

Zwei Modelle: IHT und FAZ

Montag, den 29. Dezember 2008 um 10:32

Gemäss IHT vom 24. 12. 08 (S. 9) zerlegten die „Bankers of America“ an ihrem Weihnachtsbankett eine USD 700 Bio. schwere Weihnachtsgans und stiessen an „Auf die armen Leute, welche dies möglich gemacht haben“, „Auf die alten Armen und die neuen Armen“ und „Auf die Armen und die armen Steuerzahler“. Gezeigt wurde ein Fest der US-Bankiers fast im Stil der Mafia. Ganz anders die staatstragende FAZ, wo Herausgeber Frank Schirrmacher im Leitartikel auf der Titelseite klar machte: „Der Unterschied liegt darin, dass die ‚Buddenbrooks‘-Krise eine verstandene, die unsrige aber eine unverstandene und vielleicht nie zu verstehende Krise ist.“ Er setzt voraus: „Die gigantischen Zahlen nämlich legen die Sprache lahm und damit den Alltagsverstand.“ Man könnte diese unfreiwillige Selbstdeklaration einer Frankfurter Edelfeder, die „Bildung und Realismus“ verlangt, als deutsche Komik abtun, würde nicht im FAZ-Wirtschaftsteil der gleichen Ausgabe Anthony de Jasay folgenden „Standpunkt“ abgeben: „Die ganze Wahrheit ist also, dass man zwar nicht die blinde Dummheit vieler Banker leugnen kann, dass aber der wahre Schuldige in einem hybriden System zu suchen ist, das weder wirklich frei noch voll automatisch war.“ de Jasay wischt damit die persönliche Schuldfrage der beteiligten Banker vom Tisch; seine Absolution lautet: Schuld ja, aber nicht legiferierbar. Auf dieser Schiene läuft die Verteidigung der ebenso gierigen wie schuldigen Bankiers, die weder auf Boni noch andere Vorteile verzichten wollen, während ihr Volk, dem sie immer dienen wollen, rascher als je zuvor verarmt. Die Redaktion der FAZ beeindruckt dies nicht, sondern titelt im „Finanzmarkt“ des gleichen Tages: „Weihnachtsaufschwung an der New Yorker Börse möglich“ und „Auf ein gutes Aktienjahr 2009“. Man muss sich nicht wundern, weshalb es die Banker so leicht hatten, ihren „big deal“ zu drehen.

Bagehot lesen?

Montag, den 29. Dezember 2008 um 10:25

Der in England hoch verehrte Sozialdarwinist Walter Bagehot hat bereits 1872 in einer Aufsatzserie in der „Fortnightly Review“ gteschrieben: „Fortschritt, das ist der nachhaltige Erfolg von Kriegern, Dieben und Mördern.“ Die Geschichte der menschlichen Gesellschaften (und Grossbritannien bot ihm zu seiner Zeit eines der besten Beispiele) sei ein unaufhörlicher Völkerkrieg, in dem die Besseren überleben, wobei er moralische und religiöse Begriffe ausblendete. Bagehot widerlegte vor 135 Jahren die Annahme, jeder Mensch werde mit demselben moralischen Vermögen geboren. Die Nachkommen kultivierter Eltern hätten durch angeborene Nervenorganisation eine grössere Anlage zur Kultivierung als die Nachkommen der Unkulivierten. Seine Beispiele bezog er aus der Beobachtung englischer Siedler in Australien und der dortigen Aborigines. Würden „Menschen neuen Typs“ auftauchen, entspreche dies der zufälligen Mutation, wie sie von Charles Darwin beschrieben worden sei.

 
     
     
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