Bedauerlicher Niedergang der SVP
30. Oktober 2008 um 14:18Das Drama des Niedergangs der SVP ist höchst bedauerlich. Nie hätte die Schweiz mehr als heute einer starken bürgerlichen Koalition bedurft, um den Risiken der Weltwirtschaftspolitik kraftvoll zu begegnen. Was in Bern jetzt abläuft, weist hin auf faule Kompromisse, unzumutbare Forderungen an Banken und andere Unternehmen, sowie eine vermehrte staatliche Aufsicht über die Wirtschaft, wie es eigentlich ganz unschweizerisch ist. Was geht vor? Schon der Aufstieg der SVP unter Dr. Christoph Blocher war, wie von mir stets kommentiert, eine eigentliche Rosstäuscherei, da Blocher den Bauern und dem Gewerbe, die seinen politischen Rückhalt bildeten, stets mehr versprach als er halten konnte. Die FDP, besonders in Zürich, waidwund und unberechenbar durch den Sieg der SVP, verlor von Wahlperiode zu Wahlperiode mehr an Einfluss. Sie wurde eine Gefangene ihrer eigenen Sponsoren; in der Partei wurde nur gefördert, wer die gleiche Melodie pfiff. Dies führte zum Niedergang der einstigen staatstragenden Partei, die sich in einem weiterhin erfolgreichen Staat selbst zerstörte. Als in Zürich der Versuch gemacht wurde, beide Parteien mindestens auf kantonaler Stufe wieder zu einigen, wurde dies von der “Gruppe der Schwerverwundeten” sabotiert. Der Tessiner Pelli blieb eine Hoffnung, eigentlich ein Irrlicht ohne Substanz und mit schweren Strukturfehlern. Die SVP, heute mehr laut als intelligent, ruft aus wie ein Kind im Wald. Für die einen ist sie eine Lachnummer, für die anderen ein Saubanner-Zug. Was wirklich zählen würde, wäre der Aufbau einer neuen bürgerlichen Kraft. Dazu würde auch die CVP-Führung beitragen, gäbe man ihr in der Mitte mehr Sicherheit.

