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Angolagate und Karzais Bruder

8. Oktober 2008 um 12:59

Es ist höchst wahrscheinlich, dass Silvio Berlusconi als Ministerpräsident Italiens nur für seine eigenen Interessen arbeitet. Seine engsten früheren Mitarbeiter sitzen ohnehin schon im Gefängnis, Opfer müssen sein, er aber lässt die Gesetze zu seinem Vorteil schneidern. Was aber bedeutet dies? Das französische Angolagate enthüllt die Intrigen am Hofe Mitterrands und seines Innenminister Pasqua; es geht um Bestechungen in Millionenhöhe für Waffenlieferungen nach Afrika. Soll ich nun Afghanistans Präsident Karzai böse sein, weil sein Bruder Hamid einer der grössten Rauschgiftproduzenten und –händler Afghanistans ist (wie sogar unsere konservative NZZ bestätigt)? Ist von daher nicht die Annahme berechtigt, die USA würden, wie in Lateinamerika, die Rauschgiftproduktion ihrer Freunde eher begünstigen; zerstört würden nur die Anbauflächen der Konkurrenz.
Wir leben im Zeitalter der Postdemokratie. Das Volk, vor allem das gut ausgebildete schweizerische, weiss dies alles und wendet sich mit Schrecken ab. Den Höhepunkt der Demokratie erlebten wir vor 50 Jahren, als uns der Schreck vor den Faschisten noch in den Knochen sass. Heute erlaubten wir bereits wieder Annäherungen an jung-faschistische Parteien. Den Regierungen kann es nur recht sein, weil sie dann ihre Geschäfte noch ungestörter als bisher machen können.

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