Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für August 2008

Schweizer Fussball: Mit Sozialarbeiter zum Erfolg

Freitag, den 29. August 2008 um 16:56

Die Schweizer Fussballklubs gleichen heute interkulturellen und meist auch sehr heterogenen Interessengemeinschaften. Es erstaunt deshalb nicht, dass immer mehr soziokulturelle Eigenschaften im Management der Klubs gefragt sind. Vor einem Monat entliessen die Berner Young Boys ihren Trainer, den ausgebildeten Primarlehrer Martin Andermatt. Heute wird die Multikultitruoppe von Vladimir Petkovic geführt, einem Sozialarbeiter. Dieser war vor seinem Engagement in Bern zu 100 % für die Caritas im Tessin tätig. Mit ihm ist der Erfolg nach Bern zurückgekehrt. Erstmals seit 21 Jahren haben die Berner Yougn Boys den Monat August im UEFA-Cup überlebt.

Philippe Welti

Seipp – Werbekampagne gegen Schweizer

Freitag, den 29. August 2008 um 15:44

Die Werbekampagne des deutschen Möbelhauses Seipp, scheint die Kommunikationsmedien aufzurütteln. Sprüche wie „Deutsche machen die Schweiz gemütlicher“ oder „Die Deutschen bringen Ruhe ins Land“ sind mehr als nur verfehlt, wenn man die aktuelle Diskussion um die einwanderungsstärkste Bevölkerung im Land genauer betrachtet. Dumm ist der Ansatz von Seipp, eine Schweizer Agentur zu wählen nicht, nur hätten sich die Verantwortlichen im Möbelhaus vorher wohl besser erkundigen sollen, wie gut die Agenturleute die Deutschen kennen. Aufrütteln, damit eine Firma ins Gespräch kommt, ist die einfachste Kommunikationsdisziplin der Welt aber dass die Botschaften auch positiv ankommen, ist viel schwieriger. Die Kampagne ist wenig fein, ein bisl dümmlich und völlig spassfrei. Die Agentur hätte viel besser daran getan, die tolle Selbstironie der Deutschen mehr in den Vordergrund zu stellen, anstatt die Schweizer in dieser Form negativ aufzurütteln. Hätte man darüber lachen können, würde ich das Engagement von Seipp verstehen. Wir sind der Meinung – Ziel für Seipp verfehlt!

Fidel Stöhlker

Russland verteidigt sich mit Recht

Freitag, den 29. August 2008 um 10:50

Der Kosovo wurde in die Unabhängigkeit gedrängt, weil die US-Amerikaner in Tadic einen Verbündeten sehen („unser Sauhund“). Natürlich wollten die Kosovaren unabhängig von den Serben sein, weil diese beiden radikalen Völker sich wirklich unmenschlich behandelt haben. Die kosovarische Selbständigkeit konnte von der russischen Regierung so wenig verhindert werden, wie die westlichen Mächte, angeführt von den USA, nun die Selbständigkeit zweier kaukasischer Kleinstaaten verhindern können. Russland war im Recht und sogar verpflichtet, Mikhail Saakashwilli und dessen Militär Grenzen zu setzen, waren diese doch von israelischen Militärlieferanten und mindestens 130 US-Beratern aufgerüstet worden, um zur Eröffnung der Olympiade in Beijing einen Überfall in die Nachbarstaaten zu realisieren. Die US-Propagandamaschine löst jetzt Serien anti-russischer Artikel und Kommentare aus, um das eigene Debakel zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus kleiner zu machen. Letztlich ist dem Team Putin-Medwedew gelungen, was George W. Bush stets versprochen, aber nie geliefert hat, „eine klinisch saubere Operation“.

Was haben Bienen und Menschen gemeinsam?

Freitag, den 29. August 2008 um 9:48

Wir mir die Imker versichern, haben wir in der Schweiz im allgemeinen brave Bienen, die auf ihren Waben sitzen und sich wenig stören lassen, wenn der Imker in die Nähe kommt. Diese etwas trägen Bienen putzen ihre Bienenhäuser schlecht und sind anfällig für Milben. Es gibt auch, in den USA und aus Afrika kommend, aggressive Bienen, die bei uns zum Teil über den Tessin eindringen. Diese stechen sofort zu, halten aber sich selber und ihre Bienenhäuser sauber und sind auch weniger krank. Erinnert uns dies nicht an das Verhalten von Menschen? Wir gemütlichen Schweizer hocken auf unseren Wohlstandsnestern, während die aggressiven Völker aus dem Süden oder Osten eindringen. Wir wollen nicht mehr stechen, sondern unsere Ruhe haben. Wie jede Statistik zeigt, gewinnen die Eindringlinge an Marktanteilen. Bienen wie Menschen. Wer uns nicht warnt, sind unsere Menschen-Imker, die Politiker, Pfarrer, Psycho- und Soziologen, die Unternehmer schon gar nicht, denn diese wechseln einfach die Völker aus.

Künstlerwitwen, ein eigenes Thema

Freitag, den 29. August 2008 um 8:31

Meines Wissens gibt es noch kein Buch über Künstlerwitwen; es würde sich lohnen. Der jüngste und besonders in Basel prominente Fall ist Michèle Zaugg, deren jüngst verstorbener Ehemann zusammen mit ihr Kunst schuf, die ich zur „Steckdosen-Kunst“ zähle, die aber nichts destotrotz sich grosser Beliebtheit erfreut, so bei Architekten, Anwälten und Bankiers. Remy Zaugg wollte sein Werk für die Nachwelt retten und bestellte in Pruntrut die Renovation eines alten Patrizierhauses, das von seiner Stiftung verwaltet werden sollte. Herzog & de Meuron, der Lotteriefonds und die Denkmalpflege sprachen Gelder. Jetzt ist die Zaugg-Stiftung pleite, weil die überlebende Künstlerwitwe mit ihrer Tochter das Vertrauen in den Stiftungsrat verloren hat und seither niemand mehr weiss, wo Zaugg’s Objekte sich befinden. Der Künstler sah dies voraus; eines seiner Werke hiess „Niente.Nichts.Eine Leere.“

Doris Leuthard stützt Moritz Leuenberger

Freitag, den 29. August 2008 um 8:08

In Sachen Fluglärmstreit sagt Doris Leuthard, Bundesrätin, es sei das Parlament in Bern gewesen, welches zu Unrecht das Luftverkehrsabkommen mit Deutschland ratifiziert habe. Es sei „die Zürcher Arroganz“, die bisher eine Einigung verhindert habe. Kollege Moritz Leuenberger sei bissiger als man annehme. Die Aargauerin lässt anklingen, es seien „die Zürcher“, welche „den Schlamassel“ ausgelöst hätten. „Regionale Empfindlichkeiten“ dürften keine Rolle mehr spielen; eine Lösung der Lärmfrage gebe es nur „über Bern“. Merke: Die CVP-SP-Front scheint besser zu halten, als dies mancher wahrhaben will. Wie schnell man sich rhetorisch vergaloppieren kann, hat soeben auch Micheline Calmy-Rey, die schönste Grossmutter der Schweiz, vorgelebt. Ihre „rhetorische Frage“, ob man auch mit dem Taliban-Führer Osama bin Laden verhandeln solle, wurde weltweit falsch interpretiert. Politik ist oft ein Unglück, manchmal aber auch Glückssache.

Christian Kracht, eine Schweizer Herausforderung

Donnerstag, den 28. August 2008 um 13:09

Noch hat es keine Schweizer Redaktion gewagt, das neue Buch von Christian Kracht, „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, zu besprechen. Die Schweiz, darin als sozialistische Republik geschildert, ist uns allen zu fremd. Schon sein „Faserland“ hat die Schweizer Feuilletonisten aufs höchste befremdet. Als Schweizer Peter Handke ist Christian Kracht uns noch fremd geblieben. Ich bin sicher, dass dieser bei uns als Popliterat verrufene Autor uns mehr zu sagen als viele der volkstümlichen Widmers etc. Seine Sprache ist lebendig, tief, reich an Kenntnissen, virtuos an Fähigkeiten. Aber die Redaktionen wollen das Einfache, das leicht Verdaubare der SRG SSR-Kultur. Ich empfehle, diesem Buch und Autor nicht auszuweichen.

Der Kampf um den „guten Namen“: Wagner’s und Pierers

Donnerstag, den 28. August 2008 um 13:02

Weil derzeit wieder viel über die Bayreuther Familie Wagner geredet wird und die deutsche Kanzlerin „Angie“ Merkel diesen Ort mit einem Ausschnitt beehrt, der Carla Bruni Ehre machen würde, lohnt sich die Erinnerung daran, dass die Wagners den Aufstieg der Nationalsozialisten fleissig betrieben und zum „Hoftheater Adolf Hitlers“ wurden (Dr. Holger Stunz, Uni Mainz). Im Reichspropaganda-Ministerium von Joseph Goebbels wurde die Bayreuth-Werbng koordiniert. Nicht minder kämpft Ex-Siemenschef Heinrich von Pierer um seinen guten Namen. Sein Grossvater hatte das Adelsprädikat im Oktober 1900 für 280 Kronen (heute ca. 10 000 Euro) gekauft. Seither hiess der Grossvater Eduard Pierer von Esch. Sohn Leo Pierer siedelte 1937, vor dem „Anschluss“ nach Deutschland über, wo er beantragte, „den Namen meiner Vorfahren“ (er meinte damit seinen Vater) wieder tragen zu dürfen. Enkel Heinrich benutzte seither abwechselnd die Namen Pierer, von Pierer und Pierer von Esch. Oh, ist das Leben schwer.

Der Absturz des Kantons Bern ist Realität

Donnerstag, den 28. August 2008 um 12:59

Während die meisten Schweizer Kantone ihre Steuern für Unternehmen und Private laufend gesenkt haben (und dennoch immer reicher werden), betreibt der Kanton Bern das Gegenteil: Er senkt die Steuern praktisch nicht und rutscht immer weiter ab. Jetzt ist der Absturz Tatsache geworden. Der Bund hat Stadt und Kanton Bern gegenüber den Dachzentren Zürich, Basel und Genf national klar zurückgestuft. Der Kanton selber wird für Steuern zahlende Firmen uninteressant. Damit nimmt die Abhängigkeit Berns von der Bundesverwaltung, nahestehenden Firmen und lobbyierenden Dienstleistern weiter zu. Stadtpräsident Alexander Tschäppät lasst sich davon nicht beeindrucken. Er sagt: „Bern ist im Aufbruch“. Gut so, aber es muss auch einmal etwas wachsen.

Manager – wem ist zu glauben?

Donnerstag, den 28. August 2008 um 12:42

Charles Vögele tut seit Jahren, als sei es mit über CHF 600 Mio. Umsatz im Textilsektor die grösste Firma, die bestgeführte. Jedoch, kaum hat man eine neue Strategie verkündet, ist das Wetter schlecht, sind die Konsumenten unlustig und kommt eine Wirtschaftskrise dazwischen. Man fragt sich, ob das Management derlei bei seinen Überlegungen nicht berücksichtigen sollte, damit das Geschäft kontinuierlicher wird. Noch verrückter „Oerlikon“: Der junge Bührle verspielt mit seiner Mutter Anda das gute Geschäft, die Österreicher steigen ein und treiben den Aktienkurs nach oben, Viktor Wekselberg, ukrainisch-russischer Tycon, übernimmt. Der offiziell in Zürich als arbeitslos Gemeldete (und deshalb nur beschränkt steuerpflichtig), entlässt jetzt selber tausend Mitarbeiter, die sein vormaliger CEO Thomas Limberger via Saurer-Textil zu teuer eingekauft hat. Smith & Nephew will auch zu teuer eingekauft haben (Plus Orthopedics) und will daher von Altbotschafter Ueli Sigg und Starunternehmerin Carolina Müller-Möhl, die für eine Milliarde verkauft hatten, viel Geld zurück. Jetzt tief durchatmen. Dafür lässt meine alte Versicherung „Winterthur“, die jetzt Axa heisst, meine Daten künftig in Polen und Indien bearbeiten. Ich hoffe nur, dass sie dort auch sicher sind.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog