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Verkehrte Welt in der Algarve

16. July 2008 um 10:51

Kürzlich war ich auf Quintamar, dem Haus meiner Cousine in der Algarve in der Nähe von Tavira. Hier, in der auch heute weitgehend vom Massentourismus verschonten Ost-Algarve, lebte man bis vor 20 Jahren hauptsächlich vom Fisch und vom Tintenfisch. Jetzt, wo die Thunfischschwärme in den internationalen Gewässern vor der Küste von japanischen Fischfabriken abgefischt werden, gibt es für die Portugiesen nicht mehr viel zu holen. Einzig der Tintenfisch, der in Küstennähe prächtig gedeiht, und in kleineren Mengen andere Speisefische, ermöglichen noch ein Auskommen. Wer die Fischerei ganz aufgibt, kriegt von der EU eine Prämie. Viele ehemalige Fischer verlagern sich deshalb auf den Tourismus. Der Thunfisch muss heute aus aller Welt importiert werden, genauso wie der Kabeljau, die portugiesische Nationalspeise, der aus Norwegen auf den Fischmarkt von Tavira kommt. Verkehrte Welt. Und trotzdem: Das Meer lebt, das Land ist fruchtbar. Verhungern muss in dieser klimatischen Gunstgegend niemand.

Philippe Welti

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