Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für Juli 2008

Günther Oettinger mit Liebe begegnen

Donnerstag, den 31. Juli 2008 um 13:23

Der 54jährige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, kann nur mit viel Liebe dazu bewogen werden, Schweizer Anliegen freundlich zu begegnen. Der erst frisch geschiedene Spitzenpolitiker trinkt jetzt am Bodensee schon einmal Bier aus einem Männerschuh, ärgert sich selber über seine hölzernen Auftritte im Fernsehen und in der Öffentlichkeit und bedauert, die Menschen zu hart anzugehen („Gürtel enger schnallen“). Wir sollten aus Günther Oettinger machen, was er gerne wäre, ein „Cleverle“ Lothar Späth’scher Prägung. Wenn es ihm in Stuttgart nicht mehr gefällt und „Angie“ Merkel, seine Parteifreundin, als Kanzlerin nicht zurücktreten will sollte er die Schweiz als Erholung vom Tagesstress lieben lernen. Die Südanflüge sind wir dann auch bald los.

Holzschlitten bringt Milliardäre

Donnerstag, den 31. Juli 2008 um 13:17

Nicht einer unserer Wirtschaftsförderer, sondern das klassische Schweizer Holzschlitten mit dem eingebrannten Schriftzug „Davos“ brachte den deutschen Milliardär Reinhold Würth nach Chur, von wo aus er seine Firmenmilliarden verwaltet. Würth erinnerte sich nach frühen Ferienaufenthalten daran, dass er einmal ins Bündnerland gehen könnte, wo man derartige Schlitten nutzt. Weil die deutschen Steuerbehörden jetzt von ihm bis zu Euro 900 Mio. fordern könnten („fingierter Erbfall“) prüft er, mit seiner Familie ganz in die Schweiz überzusiedeln. Merke: Kleine Staaten haben schon lange Zeit die Nase vorn gegen die Mittelmässigkeit der europäischen Flächenstaaten. Die Deutschen versprechen „Friede ihren Hüttenbewohnern“ (dem Wähler) und wollen den Krieg gegen die Finanz-„Paläste“ des nahen Auslands wagen. Dabei sollten wir berücksichtigen, dass die reichen Deutschen, die auch politischen Einfluss haben, grosse Teile ihres Geldes längst in der Schweiz haben. Sie verlassen sich darauf, von uns nicht im Stich gelassen zu werden.

Der ranghöchste UNO-Schweizer wurde abgeschossen

Donnerstag, den 31. Juli 2008 um 9:06

Anders lassen sich die Vorgänge am UNO-Hauptquartier nicht bezeichnen: Nicolas Michel, der ranghöchste Schweizer bei der UNO, Nr. 3 in der Hierarchie, wurde von Ban Ki Moon, dem neuen Generalsekretär, abgeschossen. Kofi Annan, der Michel angestellt hatte, war damit einverstanden, dass die Eidgenossenschaft über das UNO-Salär hinaus an Michel Spesen bezahlt, damit seine Familie dort auch leben kann. Ban Ki Moon machte dies rückgängig, was die frühzeitige Vertragsauflösung durch Michel auslöste. Niemand weiss oder will sagen, was die Ursache dieser diplomatischen Verwerfung ist. Michel drückt sich nicht immer diplomatisch aus:
– „Die Globalisierung ist in einer völlig wilden Entwicklung.“
– „Die UNO ist erst ein Embryo der Weltgemeinschaft.“

Noch mehr UNO-Pech: Micheline Calmy-Rey wurde nicht als Menschenrechts-Kommissarin der UNO gewählt; eine Südafrikanerin lief ihr den Rang ab. MCR hat mit ihrer erratischen Politik weltweit wohl mehr Irritationen als Anerkennung ausgelöst; der gelegentliche Beifall von links ändert daran nichts.

Schweizer Olympioniken setzen auf Dialog

Donnerstag, den 31. Juli 2008 um 8:11

Der Dalai Lama mag der Held aller alleinstehenden Hausfrauen, Sekundarschüler und Love-is-in-the-Air-Softies sein, unsere Schweizer Executives stehen fest zur Regierung der Volksrepublik China. Das gilt für Stefan Nünlist, Mitglied der Konzernleitung der Swisscom, ein wichtiger Partner von Swiss Olympics, sagt: „Wir suchen den Dialog mit der chinesischen Regierung und der Bevölkerung.“ Dies sei die Grundlage für mehr Respekt im Umgang mit den Menschenrechten. Noch zuversichtlicher ist Jacques Herzog von Herzog & de Meuron in Basel. Der Baumeister des „Nestes“, des neuen chinesischen Nationalstadions, sieht seine Leistung ebenso als fast subversiven Prozess, um aus dem kommunistischen Staat eine moderne Volkswirtschaft zu machen. Merke: Unser bekennendes Schweizertum setzt Massstäbe.

Doris Hefti und Peter Sloterdijk

Mittwoch, den 30. Juli 2008 um 12:57

Wie verschieden Menschen sein können, wird am General Manager Estée Lauder Schweiz, Doris Hefti, und an Peter Sloterdijk, dem vielleicht besten lebenden Philosophen Europas, deutlich. Hefti, die ihr Alter streng geheim hält, hat eine Art Kennedy-Ausstrahlung: starke Kinnbacken, aggressive Augen-Nasen-Mund-Partie. Sie präsentiert sich, Ton in Ton, als Tigerin vor dem Sprung. Peter Sloterdijk, wehendes Haupthaar, struppiger Oberlippenbart, schaut skeptisch über den Rand einer einfachen Brille hinweg. Beim ihm wirkt der obere Teil des Kopfes stark, bei Hefti der untere. Beides sind markante Persönlichkeit, die sich ihren Marktbedingungen gestellt haben und diese auch repräsentieren.

Sensation, Qualität oder Schwachsinn?

Mittwoch, den 30. Juli 2008 um 9:40

Die heftig diskutierte Frage, ob der Sensationsjournalismus, wie er jetzt wieder intensiver von Ringier gepflegt wird, auch qualitativ hochstehender Journalismus ist, kann direkt beantwortet werden: Über ein Jahrzehnt haben „Blick“ und „SoBli“ schlechten Sensationsjournalismus geboten, weshalb die Auflagen eingebrochen sind. Steigen sie jetzt wieder auf anspruchsvollen, d.h. gut recherchierten und geschriebenen Sensationsjournalismus um, ist dies auch qualitativ hochstehender Journalismus.
Sensationsjournalismus und qualitativ hochstehender Journalismus sind kein Gegensatz, wie es häufig angenommen wird. Nicht nur die Masse des Schweizer Volks, auch dessen anspruchsvolleren Vertreter, lesen Sensationsjournalismus à la Ringier. Dies ist, gut gemacht, ebenso qualitativ hochstehender Journalismus wie derjenige der „NZZ“, der unter dieser Flagge läuft, aber längst nicht die versprochenen Leistungen erbringt. Es gibt also auch einen qualitativ hochstehenden Journalismus von schlechter Qualität. Dominierend in unserem Land ist der übliche journalistische Schwachsinn, wie er von knapp hundert Vollredaktionen täglich, wöchentlich oder monatlich angeboten und verkauft wird. Hier gilt der Satz: Der Verleger entscheidet über die Qualität seines Produkts, indem er mit genügend finanziellen Mitteln auch die entsprechenden Journalisten anstellt. Wer abstrakt „guten Journalismus“ verlangt, sucht offensichtlich vertiefende Hintergrundberichte und Kommentare. Ein solcher Anspruch gilt nur für eine Minderheit der Schweizer Leser oder für höchstens fünf Prozent der Italiener, die ohnehin lieber fernsehen. Diese anspruchsvollen Leser haben immerhin die Möglichkeit, ebenso ihre national bedeutenden Publikationen auszuwählen, wie deren Minderangebot an „Qualität“ durch die Lektüre internationaler Medien auszugleichen.

Die Genfer Regierung spinnt

Mittwoch, den 30. Juli 2008 um 8:57

Die Genfer Regierung hat ihren eigenen Generalstaatsanwalt verwarnt, weil er gegen Hausbesetzer in Genf ungebührlich rasch und konsequent vorgegangen ist, damit die Hausbesitzer ihre Objekte wieder in Anspruch nehmen können. Sie hat es allerdings nicht als für notwendig empfunden, ihre Justiz in Sachen Ghaddafi Fils (Hannibal) zurückzupfeifen, obwohl aus dessen übertrieben rasch angesetzter Verhaftung der Schweiz grosser Schaden entstanden ist. Überall in der Welt hätte man den jungen Mann diskret ausgewiesen, dies besonders angesichts seiner hochschwangeren Frau, die ohnehin besonderen Schutz geniessen sollte. Wer nun wen gelegt hat, in dieser Angelegenheit, ist ziemlich gleichgültig; normalerweise reagiert man in solchen Fällen mit einem Hinweis darauf, dass Frau wie Mann angesichts der bevorstehenden Geburt besonders nervös waren. Jetzt muss die Genfer Justiz – aus nationalem Interesse – diesen lächerlichen Vorgang zurückfahren. Die Ehre der Familie Ghaddafi ist klar verletzt. Bundespräsident Pascal Couchepin könnte ganz einfach sagen: „Es tut mir leid, dass in dieser Angelegenheit auch unsererseits nicht immer alle Massstäbe richtig beurteilt wurden.“ Amen und Inschallah.

Londoner von Segantini unbeeindruckt

Mittwoch, den 30. Juli 2008 um 8:11

Kurzbesuch in London mit Blick in die National Gallery, wo Giovanni Segantini mit anderen Norditalienern vorgestellt wird. Die Londoner zeigen sich von Segantini, der bei uns grosse Mode ist und steigende Preise bringt, wenig beeindruckt. Sie messen ihn und seine Freunde an den beliebteren Franzosen der gleichen Zeit; ausserdem seien die Italiener den Kommunisten nahe gestanden, was manche ihrer Bilder fragwürdig in der Aussage mache. Ich bleibe dabei, dass ich die lichtgefüllten Bündner Landschaften von Segantini sehr mag, befürchte aber, dass dieser Misserfolg in London ein Zeichen auch für Hodlers Werke sein könnte, der bei uns viel zu hoch bewertet ist.

Holbrooke empfiehlt „Reise ohne Wiederkehr“

Mittwoch, den 30. Juli 2008 um 7:19

Wohl eine der originellsten Aussagen der letzten Tage war diejenige des hohen US-Diplomaten Richard Holbrooke, der 1995 das Dayton-Abkommen aushandelte, mit welchem der Bosnien-Krieg beendet wurde. Er sagte: „Es ist zwingend erforderlich, dass Mladic nun Karadzics auf dieser Reise ohne Wiederkehr folgt“ (SW vom 25.7.08, S. 2). Reise ohne Wiederkehr, so nennt man in deutscher Sprache den bevorstehenden Tod. Schon Milosevic und andere Serben sind in den Haag überraschend verstorben, Arafat in Paris übrigens auch. Sind solche „Reisen ohne Wiederkehr“ Programm?

Keine Grossbanken-Bonanza in den Golfstaaten

Dienstag, den 29. Juli 2008 um 12:53

Weil jedermann meint, man könne in den Golfstaaten das grosse Geld machen, sind auch unsere beiden Grossbanken UBS und CS mit dabei. Aufgrund jüngster Zahlen aus dem 1. Halbjahr 08 können wir davon ausgehen, dass die UBS dort rund USD 19 Mio. verdient hat, die Credit Suisse rund USD 10 Mio. Sind Sie davon beeindruckt? Wie glaubwürdige Gerüchte sagen, bleibt die Schweiz, der „home market“, bei beiden Banken mit Abstand der rentabelste überhaupt; der Rest ist Abenteuer.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog