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Kann man Peter Brabeck glauben?

25. Juni 2008 um 7:14

Wir haben Marcel Ospel geglaubt, als er uns seine weltbeste Bank, die UBS, vorführte. Seither sind tausende von Aktionären dieser Bank ärmer geworden und es stellt sich die Frage, ob auch der Staatsfonds aus Singapur wusste, was er tat, als er Milliarden in die Schweiz pumpte. Jetzt verlangt Peter Brabeck, VR-Präsident von Nestlé, wir sollten ihm glauben schenken, dass die Menschheit der Zukunft und die Armen von heute nur ernährt werden können, wenn die Politiker Europas Genfood zulassen. Die Politik der Verwirrung, die auf diesem Sektor herrscht, macht ein Urteil nicht leicht. Eines aber kann ich beurteilen: Als die EU, und damit auch Nestlé, Portugal und die Algarve in den Absatzmärkten noch nicht total beherrschten, gab es dort lokale Yoghurt von einer Qualität, die ich bei den Nestlé-Yoghurt, die mir heute dort angeboten werden, nicht mehr finde. Neulich ass ich, als neugieriger Nestlé-Aktionär doppelt motiviert, und fand den schleimigen Inhalt fast ungeniessbar, Industrieyoghurt der einfachsten Qualität. Jetzt frage ich mich, was verspricht Peter Brabeck noch? Von Warren Buffett konnten wir lernen, dass man als Aktionär nur dauerhaft gut verdient, wenn auch dauerhaft gute Produkte angeboten werden. Es geht, wie man sieht, um die Glaubwürdigkeit.

Ein Kommentar zu “Kann man Peter Brabeck glauben?”

  1. Fred David

    Naja, was heisst schon glauben? Die UBS hat in den letzten 18 Monaten an die 35 Milliarden CHF an Verlusten und Abschreibungen zu verbuchen . Die Zahl muss man sich bruchstückweise zusammensuchen; eine Gesamtabrechnung findet man seltsamerweise nirgends.

    Vielleicht machen sich unsere Damen und Herren Finanzjournalisten einmal die Mühe, alles säuberlich en bloc zu addieren, statt immer nur schwer vergleichbare Quartalsergebnisse zu analysieren, was einer Verwedelungsstrategie gleichkommt, um eine sehr ernste Situation nicht noch ernster ausehen zu lassen.

    Jedenfalls: Die Verluste und Abschreibungen eines einzelnen Unternehmens in 18 Monaten liegen bei über 30 Milliarden CHF.

    Wird da niemandem Angst und Bange? Stellen nur Weicheier solche unbedarften Fragen?

    Was sind denn das für Relationen! Von dem genannten Betrag könnte man drei Gotthard-Basistunnels komplett finanzieren.

    Für die Schweiz ist dieses Tunnelprojekt, an dem Jahrzehnte gearbeitet wird, ein Riesenwerk, das sich ein Land nur einmal in 100 Jahren leisten kann.

    Mit Ihrem Joghurt-Beispiel und Nestlés Fadspeisen haben Sie ja wahrscheinlich recht: Besser. man achtet genauer auf das, was man sieht, und zieht daraus seine Schlüsse, als man achte auf das , was einem täglich von interessierter Seite vorgeschwätzt wird.

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