Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 30. Mai 2008

Sind die Schweizer neidisch?

Freitag, den 30. Mai 2008 um 17:21

Sepp Blatter, einer der grössten lebenden Schweizer von globaler Bekanntheit mit einem Reich, das mehr Staaten umfasst als das des Papstes oder Napoleons, dessen globaler Einfluss, mindestens auf den Fussball bezogen und dessen Fans, grösser ist als der von George W. Bush, kommt aus dem Oberwalliser Dorf Ulrichen, das nur wenigen Schweizern ein Begriff ist. Sepp Blatter, der das schönste Zürcher Verwaltungsgebäude sein eigen nennen darf, meint, seine Landsleute seien neidisch, sie würden ihm den Erfolg nicht gönnen. Ich kann dies nicht glauben, denn täglich erfahre ich, wie die Menschen in verehren. Es ist eine natürliche Scheu, die sie davon abhält, sich ihm gegenüber zu äussern. Ich habe in vielen Jahren überhaupt sehr wenige neidische Schweizer erlebt. Was von Reichen und Erfolgreichen als Neid erlebt wird, ist meist nur der reflexartige Wunsch, noch mehr Anerkennung zu erhalten, sei es als erfolgreicher Patentanwalt, Forscher oder Bankmanager. Lieber Sepp, es mag einige Neider geben, sicher im Kreis jener Fussball-”Freunde”, die Deinen Aufstieg verhindern wollten. Die Zahl Deiner Bewunderer, welche Dich, dem berühmten Korsen nicht unähnlich, ganz oben auf dem Olymp sehen, ist unendlich grösser. Jene wenigen Neider, die einem das Leben wirklich schwer machen, erbringen die höchste Form an Anerkennung. Man sollte ihnen diese Freude lassen.

Mai 08: Kaum Bewegung im Land

Freitag, den 30. Mai 2008 um 15:04

Natürlich ist der UNO-Bericht auffallend gewesen, welcher unserem Land attestiert, dass es – schlimmer als Brasilien – die grösste Kluft zwischen Arm und Reich in der Welt aufweist. Dies liegt daran, dass die Armen in unserem Land immer noch einen sehr erträglichen Lebensstandard aufweisen gemessen an denjenigen in den Favelas von Sao Paulo, wo sich kein Reicher mehr auf die Strassen wagt. Die Schweiz, d.h. die Regierungen der Kantone und des Bundes, haben sich nun einmal entschlossen, den Reichen dieser Welt die Türen zu öffnen: Französischen Ölhändlern, russischen Magnaten, deutschen Industriellen und italienischen Erben, dazu griechische Tankerkönige, schwedische Möbelhändler und indische Neureiche. Was Fred David als B-Schweiz bezeichnet ist nichts anderes als die alte Binnemarkt-Schweiz, eine Puppe, die nun einen neuen Schmetterling entlässt, die A-Schweiz: international, global, an Corporate Services ausgerichtet. In den Zentren dieser neuen A-Schweiz wird das Leben immer schöner: grössere Häuser, mehr Rasen, bessere Restaurants, sogar attraktivere Menschen. Unser Kapital (Kielholz, Kurrer, Schmidheiny) hat sich längst mit dem der neuen A-Schweiz verbunden. Das Zürcher Opern- und Schauspielhaus, beide für die obersten Manager des Finanzplatzes unerlässlich, geniessen derzeit grosse internationale Anerkennung, Sepp Blatter lässt mit Freund Platini die Spiele seiner EM-Fussballer anrichten. Abt Martin, Leiter des Klosters Einsiedeln, gibt geistige Stütze, sofern diese notwendig wird. Nur die Universität St. Gallen ist etwas zurückgefallen, Platz 33 in Europa. Die Schweiz präsentiert sich ruhig, wo der Zug abgeht, weiterhin überdurchschnittlich wachsend. Das war der Mai, Überraschungen sind abgesagt.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog