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Tagesarchiv für 13. Mai 2008

Pfarrer stürzen ihre Freunde

Dienstag, den 13. Mai 2008 um 12:28

Wie Gerhard Blocher, Pfarrer, zum Sturz seines Bruders Dr. Christoph Blocher aus dem Bundesrat massgeblich beigetragen hat, indem er die Seele seiner Familie offen legte, ist der Pastor Jeremiah Wright die Nemesis von Barack Obama. Gerhard wie Jeremiah haben immensen Einfluss auf ihre Zöglinge, die sich stolz mit ihren Über-Ichs in der Medienöffentlichkeit zeigen. Christoph Blocher entschied sich: keine Distanzierung vom Bruder. Barack Obama, wo es um mehr geht, liess seinen Mentor fallen. Wir werden bald wissen, ob dieses Pfarrer-Opfer sich gelohnt hat.

„TAGI“–Lektüre: Oft ein Gaudi

Dienstag, den 13. Mai 2008 um 10:41

Tagi – Redaktor, Peter Hartmeier gibt sich alle Mühe, aus seiner einst linksorientierten Tageszeitung eine wirklich seriöse Schweizer Tageszeitung zumachen. Nicht immer gelingt dies. Wenn der Züricher CVP-Präsident, Markus Arnold im Zusammenhang mit der SVP von einem “Caudillo” spricht, macht die Lokalredaktion daraus einen “Gaudillo”. Es zeigt sich, dass die gute Beherrschung des Züridütsch beim TAGI noch keine Voraussetzung dafür ist, auch die spanische Sprache zu beherrschen.

Wem gehören die grössten Staatsfonds?

Dienstag, den 13. Mai 2008 um 8:32

Unter den Ländern mit den grössten Staatsfonds gibt es nur zwei halbwegs astreine Demokratien: Norwegen und Australien. Länder mit Staatsfonds, die man als “gelenkte Demokratien” bezeichnen könnte, sind China einschl. Hongkong und Russland. Diktaturen oder “family business-Staaten” mit Staatsfonds sind Singapur, Abu Dhabi, Saudi Arabien und Kuwait. In der Schweiz haben wir keine nennenswerten Staatsfonds, aber einige staatsnahe Firmen, wie SBB und Swisscom. Diese haben sich in den letzten Jahren mehrfach im Ausland finanziell engagiert, bisher aber ohne nennenswerten Erfolg.

Geschichte im Niedergang

Dienstag, den 13. Mai 2008 um 7:15

An den Schweizer Hochschulen wird Schweizer Geschichte kaum noch gelehrt, höchstens noch als Fachgeschichte oder als Teil der Weltgeschichte. Diese Entwicklung ist typisch für alle Staaten Westeuropas und insofern kein Sonderfall. Die jungen Menschen erfahren nichts mehr oder auf jeden Fall zu wenig und notgezwungen einseitig, woher sie kommen und welchen Philosophien sie ausgeliefert sind. Sie nehmen dann als Wirklichkeit wahr, was nur eine konstruierte Wirklichkeit ist. Mit dem Verlust der Geschichte, dem heute schon grosse Teile der Bevölkerung ausgesetzt sind, haben die Menschen auch immer weniger Chance, eine gewachsene Identität zu entwickeln. Sie werden zu Kurzzeit-orientierten Lebewesen, die sich ihres Daseins erfreuen, meist konsumorientiert, und nicht einmal verstehen, was mit ihnen geschieht. Wer sich zum Opfer einer solchen Entwicklung macht, weil er verlernt hat, Fragen zu stellen, ist das traurige Produkt einer europäischen Endzeit-Entwicklung, die ohne Wurzeln auch keine Zukunft hat. George H. Wells hat dies vor gut hundert Jahren vorausgesehen. Weil er kaum noch gelesen wird, bleibt die Gefahr unerkannt.

 
     
     
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