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Tagesarchiv für 9. April 2008

Die USA sind weniger chic heute.

Mittwoch, den 9. April 2008 um 16:16

Die bevorstehenden sommerlichen USA-Reisen sind ausgebucht, denn kaum jemand will den günstigen Preisen dort widerstehen. Die UBS sieht den Dollar schon auf 0,94 Rappen, also kann man mit dem Kauf der Währung noch ein wenig zuwarten; sie dürfte noch tiefer sinken. Aber ist New York City noch chic? Kommt darauf an: Ich hasste es immer, vor einem dortigen Restaurant anzustehen, um überhaupt essen zu dürfen. Wer sich in die Bronx oder nach Queens wagt, wird dort jede Menge günstige Häuser und Wohnungen zum Kauf finden, Opfer der „subprime crisis“. Die meisten jüngeren Amerikaner können kaum mehr lesen, weshalb die USA sich auch nicht mehr an den Lesewettbewerben der OECD beteiligt. Bis zu den Wahlen im November werden über eine Million Amerikaner ihre Häuser verlieren. Wir UBS-Aktionäre haben diesen fatalen Boom unfreiwillig mit finanziert. Im Mittleren Westen, rund um Cleveland, sieht es noch schlimmer aus; dort entstehen neue Siedungswüsten. Auch Florida liegt im Angebot, wo Niklaus Senn, vormals Präsident der UBS, seine Villa mangels guter Angebote auch nicht mehr verkaufen will. Das gilt natürlich nicht für die „seriously rich“; dort explodieren die Haus- und Wohnungspreise, vor allem in NYC, weiterhin.

Geldgierig sind immer nur die anderen.

Mittwoch, den 9. April 2008 um 14:55

Die „Abzocker“ sind geldgierig, die Chefbeamten des Bundes sind geldgierig, die CEO’s der Bundesbetriebe sind geldgierig, die National- und Ständeräte bereichern sich mit Aufschlägen und Spesen. Wer eigentlich nicht? Nur Unternehmer wie Nicolas G. Hayek waren nie geldgierig; Hayek wirft dafür anderen Geldgier vor. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er die Arbeit seiner Mitarbeiter zu Milliarden für seine Familie macht. Heute gehören ihm offiziell über 22% der Swatch Group, morgen will er mindestens eine bestimmende Minderheit für seine Familie haben. Ist das nicht auch Geldgier? Oder Machtgier? Oder genetisch bestimmter Selbsterhaltungstrieb? Die tatsächlich sehr weit verbreitete Geldgier führe ich darauf zurück, dass viele Menschen, vor allem intelligente, den Eindruck haben, wir würden in einer wirtschaftlichen und politischen Endzeit leben. Jetzt geht es darum, Vorräte zu hamstern, um die mageren Jahre zu überleben.
Steigt ein Fund in eine Firma ein (Hiestand und andere), um sich in kurzer Zeit zu bereichern, entspricht dies den Prinzipien der wertabschöpfenden Wirtschaft. Vergessen wird dabei aber, dass das Unternehmen selber, das dem Fund den Einstieg möglich machte, selbst schlechte oder mindestens ungenügende Financial Relations pflegte. Man ging das Risiko eines Funds ein, weil es so bequem ist; man muss dann nicht über Firmenstrategie und –präsentationen sprechen, spart – kurzfristig – viel Zeit für Kommunikation, die aufwändig ist. Merke: Geld geht immer aus schwachen in starke Hände über. Marcel Ospel hat dies während Jahrzehnten so gehandhabt. Jetzt sind stärkere gekommen, die ihn – und mit ihm viele andere – enteignet haben.

Olympisches Irrenhaus.

Mittwoch, den 9. April 2008 um 14:46

Dölf Ogi hätte gerne einen Auftrag, die bevorstehenden Olympischen Spiele, bevor es vollends zum Chaos kommt, zu entspannen. Dem IOC und dessen Präsidenten droht er: „Nach den Spielen wird abgerechnet.“ Er wirft Rogge vor, Peking sei zu sehr nach den Wünschen der Sponsoren gewählt worden. Wenn danach die Winterspiele im südrussischen Sotschi stattfinden, erwartet Ogi zu den „Putin-Spielen“ noch grössere Auseinandersetzungen. Klar ist: Die Chinesen sind in eine vorolympische Falle gelaufen. Die radikalen Tibeter benutzen die olympische Fackel als ideales Ziel, um auf ihr Anliegen mediengerecht aufmerksam zu machen. Wer diese Tibeter wirklich sind, weiss eigentlich kaum jemand, auf keinen Fall Anhänger des Dalai Lama, der seine Landsleute erfolglos darauf aufmerksam gemacht hat, er sei gegen den Strassenkrieg. Die Chinesen sind, dies habe ich mehrfach erlebt, äusserst harte Verhandler, die aus ihrer Machtposition heraus die „Public Affairs“, wie sie im Westen gehandhabt werden, nicht verstehen. Sie werden grösste Schwierigkeiten haben, dies jetzt kurzfristig zu ändern, zumal ihre Gegner laufend Verstärkung erhalten und das in Lausanne ansässige IOC die Kommunikationslage ebenfalls nicht richtig eingeschätzt hat. Diese quasireligiöse Vereinigung hat derzeit keine andere Sorge als „how the integrity of the torch can be maintained“, das erinnert mich stark an Feuer-Zeremonien in der katholischen und anderen Kirchen. Kann Super-Ogi die Lage ändern? Ich meine, sein „Freude herrscht“ sollte für die ganze Welt gelten. Ob er dies leisten kann, werden jedoch die Geheimdienste dieser Welt entscheiden, denn es ist höchst wahrscheinlich, dass US-Geheimdienste und mit diesen befreundete Stiftungen den ganzen Flammenwirbel ausgelöst oder mindestens unterstützt haben. Der eigentliche Gegner der USA ist China; warum sollte man die Chance vergehen lassen, die Chinesen jetzt publizistisch an die Wand zu stellen?

Südanflug: Das Volk will nicht mehr demonstrieren.

Mittwoch, den 9. April 2008 um 14:24

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Schweizer Behörden jemals das Volk zu Demonstrationen aufgerufen haben. Genau das ist nun in der Südanflugzone des Flughafens Kloten geschehen, wo die Vertreter von 34 Gemeinden ihr Volk, gegen 100 000 Menschen, aufgefordert haben, gegen die Südanflüge wieder auf die Strasse zu gehen. So berichtet jedenfalls der „Tagi“ ganz versteckt auf S. 57 seiner Ausgabe vom 9. April. Wie an dieser Stelle schon vor einem Jahr geschrieben, die Gegner des Südanflugs sind politisch tot. Das von den Gemeinden finanzierte Fluglärmforum Süd mochte bei seiner letzten Veranstaltung in Küsnacht gerade noch dreissig Teilnehmer, viele davon Offizielle, aufzubieten. Woran liegt das? Die Zürcher kantonale Regierung, nicht zuletzt Ursula Gut und Rita Fuhrer, haben das Zürcher Volk nicht wirklich beschützt, sondern an der Nase herumgeführt. Im Kantonsrat, der das Volk vertreten soll, war schon gar nichts Ernsthaftes zu vernehmen. Jetzt geht in Zumikon und auf der Forch das Gerücht um, „Thomas Kern ist unser bester Vertreter“. Der Ex-Globus-Chef, einst in Zumikon selbst zu den Südanflug-Gegnern zählend, ist heute Chef des Zürcher Flughafens, Nachfolger von Josef Felder, der sich in die Ruhe seines Reiter-Landgutes, das ihm die Regierung halb schenkte, zurückgezogen hat. Wie lange Thomas Kern noch in Zumikon wohnen wird, werden wir sehen. Das betroffene Volk jedenfalls, über 200 000 Menschen, wurde von Moritz Leuenberger und den Zürcher Regierungsräten politisch verkauft. Jetzt rufen die Gemeinden ihr Volk zu neuen Demonstrationen auf. Das Volk aber hat anderes zu tun. Es muss arbeiten, um die steigenden öffentlichen Kosten zu finanzieren, die ihm von Gemeinden und Regierungen auferlegt werden.

Die „NZZ“ und die Solothurner

Mittwoch, den 9. April 2008 um 9:14

Das bevorstehende Sechsläuten veranlasst unser Weltblatt von der Falkenstrasse, dem Kanton Solothurn ein Portrait zu schenken. Es überrascht daher nicht, dass die Redaktion diesen Beitrag ihres Korrespondenten mit dem Titel kennzeichnet „Lebensfreude, Schaffenskraft und Zuversicht“. Dies nennt sich im Stil der „NZZ“ professionelle Berichterstattung. Besonders hervorgehoben wird das Solothurner Schwarzbubenland, wo „ein fleissiges Volk trotz Widerwärtigkeiten und Rückschlägen“ seinen Humor nicht verloren habe. Das ist schön gesagt, denn in Wirklichkeit ist das Schwarzbubenland eine der chaotischsten und anarchischsten Landschaften der Schweiz. Immer weniger Gemeinden können dort ihre Behörden noch bestellen, sodass diese Gemeinden zunehmend der kantonalen Hoheit direkt unterstellt werden. Die Städte Olten und Solothurn stagnieren eher, die Regierung ist so arm, dass man sie gerne selbst zum Café einlädt. Gut läuft der Raum Grenchen, gut auch einige Gemeinden wie Däniken, wo das Kernkraftwerk Gösgen und die Leoni Studer AG (vormals Studer Cables) die Finanzlage stabilisieren. Der „NZZ“-Bericht hat noch andere Merkwürdigkeiten. Gelobt wird, dass die Zürcher Familie Gessner aus Solothurn stammt. Vergessen wurde, dass der unlängst verstorbene Zürcher Regierungsrat Prof. Dr. Hans Künzi, dem wir unser überkantonales Verkehrsnetz verdanken, ebenfalls aus dieser Gegend stammt. Wahrscheinlich lieben wir die „NZZ“ deshalb. Sie ist selten ganz korrekt, aber häufig schrullig.

 
     
     
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