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Tagesarchiv für 8. April 2008

Die Velo-Pleite

Dienstag, den 8. April 2008 um 13:54

Zürich und Basel haben seit 20 Jahren viel in den Ausbau der Velowege investiert. Velofahrer durften zumeist im Strassenverkehr, auch unter den Augen der Polizei, alles tun, was anderen Verkehrsteilnehmern verboten ist. Jetzt stellt sich heraus, dass die Zahl der Velofahrer in den beiden grossen Schweizer Städten seit dem Jahr 2000 laufend abgenommen hat. Schon lange habe ich persönlich beobachtet, dass der Autoverkehr in der gleichen Zeit massiv zugenommen hat. Nun sind die Tiefbauämter perplex, denn sie haben eigentlich keine Begründung mehr für den weiteren Ausbau dieser Luxuswege, die immer weniger benutzt werden. Einen wesentlichen Grund für diese Entwicklung sehe ich darin, dass sich die in der Privatwirtschaft Berufstätigen immer weniger Ausfälle leisten können. Wer pünktlich am Arbeitsplatz sein will, muss Tram oder Auto nehmen. Das gilt natürlich nur beschränkt für die Verwaltung, wo man aus grün-ideologischen Gründen gerne ein Auge zudrückt.

Klassenjustiz

Dienstag, den 8. April 2008 um 13:09

Er ist ein Mensch voller Vitalität, der Tessiner CVP-Ständerat Filippo Lombardi. Dass er nun nach Verfall einer bedingten Gefängnisstrafe nicht ins Gefängnis muss, ist allerdings ein Fall von Klassenjustiz. Jeder andere Fahrer, von Ausländern gar nicht zu sprechen, wäre als Strassenrowdy längst gekreuzigt worden. Diese Klassenjustiz ist in unserem Land keine Seltenheit, nur wird nicht gerne darüber gesprochen. Wer prominent, einflussreich und finanziell begütert ist, hat vor Gerichten eine gute Chance, der Besserung verdächtig zu sein und mit kleinen Bussen davonzukommen. Jede Hausfrau, die in Zürich einmal die Parkzeit verlängert und Münz nachwirft, wird unter 80 Franken als Busse nicht davonkommen. Tut dies Bundesrat Moritz Leuenberger, der gerne einmal das Zahlen vergisst, wirft ihm sogar der Polizist den Fünfziger ein. Das Unschöne ist die Verfolgungswut von Polizei und parteiischen Richtern gegen das “gemeine Volk” einerseits und die Grosszügigkeit, wenn es um die “Elite” geht.

Jean-Pierre Roth’s ruhige Hand

Dienstag, den 8. April 2008 um 12:45

Die Inflation in der Schweiz liegt noch gut ein Prozent unter derjenigen Deutschlands. Das Bild verändert sich auch nicht, wenn man von den offiziellen Inflationszahlen absieht und die “gefühlte Inflation” zum Massstab nimmt. Darin drückt sich die ruhige Hand unseres Nationalbankpräsidenten aus, der mit Vize Philipp Hildebrand eine Politik der “ruhigen Hand” appliziert. Nicht nur gegenüber Deutschland sind wir wettbewerbsfähiger; in den letzten zehn Jahren ist unser Wettbewerbsvorteil gegenüber Italien um 20 % gewachsen. Es ist uns gelungen, die Kosten tief zu halten und damit in einer Zeit wirtschaftlich stabil zu bleiben, wo unsere Grossbanken UBS und CS-Group sich massiv verspekulierten. Wie schwierig dies zu halten sein wird, zeigen die Salär- und Ferienzugeständnisse, die unsere Regierungen den Mitarbeitern der Verwaltung machen. Würde die Wirtschaft im gleichen Masse die Personalkosten ausdehnen, wäre auch die Nationalbank hilflos.

McKinsey taumelt

Dienstag, den 8. April 2008 um 8:09

Was für Deutschland gilt, trifft nun auch in der Schweiz zu: Der während Jahrzehnten gewinnstärkste Teil der amerikanischen McKinsey-Gruppe taumelt. McKinsey Deutschland hat erstmals für 2007 keine Umsatzzahlen mehr bekannt gegeben, in der Schweiz hat man es ohnehin nie getan. Kein Beratungsunternehmen, weder die Boston Consulting Group noch die Roland Berger-Gruppe hatten in der Schweiz je den Einfluss, wie ihn McKinsey hatte. Lukas Mühlemann und Tomas Knecht führten McKinsey zum Höhepunkt; vom heutigen McKinsey-Chef weiss kaum jemand den Namen. Natürlich wird diese Entwicklung offiziell geleugnet, zumal es Thomas Knecht gelungen ist, nach dem Zusammenbruch der Swissair, der stets eng in Zusammenhang mit der Beratung durch McKinsey gebracht wurde, dem Unternehmen neuen Drive zu geben. Fragt man die “Meckis” etwas genauer, bestätigen sie die Stagnation indirekt, indem sie darauf verweisen, die Zahl der Konkurrenten sei bedeutend grösser geworden, deren Angebote differenzierter. McKinsey hat während Jahrzehnten mit bedeutenden Initiativen, so der Gemeinkosten-Wertanalyse, den Schweizer Unternehmen bedeutende Dienste geleistet. Die Alumni von McKinsey besetzten, im Vergleich zur Konkurrenz, mehr bedeutende Positionen im Schweizer Konzernen als alle anderen. Der McKinsey-Geschäftspolitik folgend, spielen die Länder heute ohnehin eine viel geringere Rolle als früher, haben sich die “units” doch grenzübergreifend in branchenspezifische Beratungseinheiten aufgelöst, wo beste Spezialisten zusammengezogen werden, um Lösungen zu entwickeln. Aus dieser Sicht muss offen bleiben, ob McKinsey nur in der Darstellung falsch wirkt oder ob die Stagnation real ist. Mit Antworten ist kaum zu rechnen.

Börse: Kommt der nächste Schock

Dienstag, den 8. April 2008 um 7:15

Kaum haben wir erlebt, wie die sicheren von unseren Grossbanken empfohlenen Anlagen ihren Wert schneller abbauen als der Schnee im April, kommen die jüngsten Hiobs-Nachrichten: Insider rechnen mit einem weiteren Börsensturz von über 30 %. 1987 haben wir einen Sturz von 21 % erlebt, 1929 waren es am “crash day” magere 13 %. Dieser Sturz könnte die Konsequenz eines 25jährigen Bullenmarktes sein, der nun zuende geht. Weil uns einige Medien schon wieder den US-Dollar empfehlen, möchte ich auch hier einige ernst zu nehmende Warnungen weitergeben. In der nächsten Stufe kann er ebenso auf CHF 0,89 absinken. Ich gebe zu, dies wird nicht allen gefallen. Wer übrigens recht bekommen hat mit seinen Vorhersagen ist der St. Galler Unternehmens- und Strategieberater Prof. Dr. Fredmund Malik. Er traut weder der Börse noch dem Dollar und verlangt von seinen Klienten eine Unternehmensstrategie, die an der Substanz ausgerichtet ist.

 
     
     
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